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Einkaufsratgeber für Fisch Greenpeace rät von bedrohten Fischsorten ab

DAPD

24.11.2009

Fischliebhabern solle geholfen werden, beim Einkauf die richtige Wahl zu treffen, sagte die Meeresexpertin und Mitherausgeberin des Ratgebers, Iris Menn. AP Photo/Mathias Rietschel
Fischliebhabern solle geholfen werden, beim Einkauf die richtige Wahl zu treffen, sagte die Meeresexpertin und Mitherausgeberin des Ratgebers, Iris Menn. AP Photo/Mathias Rietschel

Hamburg – Die Fischsorten Karpfen, Pangasius und Forelle können laut Greenpeace derzeit ohne Bedenken gegessen werden. Rotbarsch, Scholle oder Seeteufel dagegen seien nicht empfehlenswert, schreibt die Umweltorganisation in ihrem neuen Einkaufsratgeber „Fisch – bedroht, aber beliebt“. Die Broschüre wurde am Dienstag in Hamburg vorgestellt und richtet sich in erster Linie an Verbraucher, aber auch an die Fischereiwirtschaft.

Fischliebhabern solle geholfen werden, beim Einkauf die richtige Wahl zu treffen, sagte die Meeresexpertin und Mitherausgeberin des Ratgebers, Iris Menn. Wichtig sei, dass die Produkte aus nachhaltiger und umweltbewusster Fischerei stammten. Außerdem wolle Greenpeace dem Verbraucher seinen Einfluss auf die Fischereibedingungen verdeutlichen. „Die Politik wird ihrer Verantwortung nicht gerecht“, betonte Menn. „Der Verbraucher hat aber die Macht, auf den Handel, die Industrie und auch auf die Politik, Einfluss zu nehmen“.

Gesamtes Ökosystem von Überfischung betroffen

88 Prozent der europäischen Speisefischbestände sind Greenpeace zufolge überfischt, 30 Prozent können sich möglicherweise nicht mehr erholen. „Die Lage der Fischbestände weltweit ist nach wie vor dramatisch, viele brauchen endlich eine Pause“, sagte Menn. Dennoch und trotz wissenschaftlicher Empfehlungen für einen Fangstopp und ein Handelsverbot beispielsweise des Blauflossen-Thunfisches im Atlantik habe die EU erneut eine Fangerlaubnis für viele bedrohte Fischarten beschlossen.

Das habe Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem, erklärte Menn. Denn Speisefische wie der Alaska-Seelachs seien auch die Nahrung für andere Fische oder Robben, deren Bestand durch die Überfischung bestimmter Fanggebiete ebenfalls gefährdet werde. Deshalb fordert Greenpeace die Einrichtung von Meeresschutzgebieten, in denen sich nicht nur ein bestimmter Fischbestand, sondern das gesamte Ökosystem erholen könne.

Im Ratgeber werden Alternativen zu bedrohten Fischarten angeboten. Auf die besonders bei Kindern beliebten Fischstäbchen müsse auch zukünftig keiner verzichten. Die Verbraucher sollten allerdings darauf achten, dass die Fischstäbchen aus Pangasius bestehen und nicht aus dem immer noch stark bedrohten Alaska-Seelachs.

Greenpeace beruft sich in dem Ratgeber auf Studien des Internationalen Rates für Meeresforschung, der sich ebenfalls für eine nachhaltigere Fischerei ausspricht. Die Broschüre kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden.

http://www.greenpeace.de/ (AP)

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