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24.11.2009
Foto: Bernd Kregel
Im Zeitalter des Ferntourismus bedeutet ein winterlicher Abstecher an den ägyptischen Teil des Roten Meeres gerade einmal einen Katzensprung. Und doch ist er ein Kulissenwechsel ohnegleichen, vom stahlgrauen Himmel Mitteleuropas hinein in das sommerliche Klima Nordafrikas. Entweder an die Südspitze der Sinai-Halbinsel mit ihren nahezu unübertroffenen Tauchplätzen im Schatten des Mosesberges. Oder an die Rotmeerstrände des ägyptischen Festlandes parallel zum Verlauf des Nils, mit Ausflugmöglichkeiten nach Luxor und ins legendäre Tal der Könige.
Für viele jedoch endet die Suche nach der Endstation Sehnsucht in „Soma Bay", einer überschaubaren Halbinsel bei Safaga, die den nördlichen Rahmen bildet für eine kleine Bucht gleichen Namens. Mit ihren verschiedenartig gestalteten Golf- und Strandhotels ist „Soma Bay" gleichsam eine kleine geschützte Welt für sich, in die hinein man sich ohne Störungen von außen zurückziehen kann. Bei der Ausgestaltung des Aufenthalts hilft „der schönste Strand Ägyptens, der „Soma Bay" mit seinen Qualitäten bereits in den Status eines Mythos erhoben hat.
Doch selbst in diesem malerischen Ambiente gibt es eine Steigerung. Es ist die Terrasse des „Kite House" am äußersten Zipfel der Soma-Bucht. Von hier aus gleitet der Blick über den Strand, der mit seinem Sand unmerklich eintaucht in das brandungslose glasklare Wasser. Wenige Meter danach verschmilzt dieser glitzernde Streifen mit dem tiefblauen Meeresband in der Mitte der Bucht, das in der Ferne endet an einer rötlich schimmernden Wüstenfläche. Doch noch hat der Blick den Horizont nicht erreicht. Vielmehr türmt sich am Ende der Wüste eine Gebirgskette auf, deren graue Gipfel in den strahlend blauen Himmel übergehen. Eine landschaftliche Ursprünglichkeit und Ruhe wie an einem der ersten Schöpfungstage.
Doch nicht ganz. Denn bei einem zarten, von der Wüste herüber wehenden Windhauch wird die leicht gekräuselte Wasserfläche zu einem wahren Eldorado für Kite Surfer. Federleicht gleiten ihre bunten Drachenschirme in schnellem Tempo durch das Blau des Himmels und ermöglichen den leichtfüßigen Drachenlenkern verwegene Sprünge von bis zu zwanzig Metern Höhe. Ein stets neu begeisterndes Gewimmel von jeweils etwa zehn Kite Surfern vor dem Hintergrund der bei unterschiedlichem Sonnenstand ständig wechselnden Farbtöne. Für mich ein Ort, der selbst nach Sonnenuntergang nichts von seiner Attraktivität einbüßt, wenn die Silhouetten der Gebirgskette mit ihren scharfen Zacken sich als dunkle Konturen vor dem goldroten Himmel abzeichnen.
www.somabay.com
Nicht alle touristischen Ziele sind in der Erinnerung gleichrangig. Besonders bleiben die Orte in der Erinnerung haften, die auf irgendeine Weise auch die Seele des Reisenden erreicht haben - Orte des Wohlfühlens und des persönlichen Erlebens.
In der Reihe Lieblingsplätze - Orte, an denen die Seele baumelt - stellt unser Autor Bernd Kregel in lockerer Folge solche Orte des positiven Erinnerns vor.
01. Piazza San Marco, Venedig / Italien
02. Kathedralenplatz, Santiago de Compostela / Spanien
03. Montmartre, Paris / Frankreich
04. Münsterkreuzgang, Bonn / Nordrhein-Westfalen
05. Ohlsdorfer Parkfriedhof, Hamburg
06. Suomenlinna, Helsinki / Finnland
07. Askona, Lago Maggiore / Italien08. Oriental, Bangkok / Thailand
09. Santorin, Ägäis / Griechenland
10. Piazza Navona, Rom / Italien 11. Four Seasons Hotel, Amman /Jordanien 12. Puente la Reina, Navarra / Spanien 13. Dubrovnik, Adria / Kroatien 14. Aleppo / Syrien 15. Katharinenkloster, Wüste Sinai / Ägypten 16. Museum für Islamische Kunst in Doha / Qatar 17. Rick´s Café, Casablanca / Marokko 18. Schauplatz "Dritter Mann", Wien / Österreich
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