Klima – Entwurf für globales Klima-Abkommen stößt auf Kritik – Karl Ritter
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Kopenhagen Entwurf für globales Klima-Abkommen stößt auf Kritik

Karl Ritter

12.12.2009

Schilder mit "Planet not Profit" und "there is no planet b" tragen Demonstranten in Kopenhagen vor dem dänischen Parlament.  Foto: AP Photo/Anja Niedringhaus
Schilder mit "Planet not Profit" und "there is no planet b" tragen Demonstranten in Kopenhagen vor dem dänischen Parlament.

Foto: AP Photo/Anja Niedringhaus

Kopenhagen – Der erste Vertragsentwurf für ein neues Klima-Abkommen ist bei den Industriestaaten auf Kritik gestoßen. Die Vorlage biete keine angemessene Lösung für den hohen Schadstoffausstoß in den Schwellenländern, kritisierte der US-Delegierte Jonathan Pershing am Samstag auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen. Japan, Norwegen und die Staaten der Europäischen Union stimmten ihm zu. Zur entscheidenden Phase des Gipfels trafen derweil Umweltminister aus der ganzen Welt in der dänischen Hauptstadt ein.

Laut dem Entwurf für ein globales Abkommen sollen alle Länder ihre Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasen bis 2050 um 50 bis 95 Prozent verringern, gemessen an den 1990 erreichten Werten. Die Industriestaaten sollen ihre Emissionen bereits bis 2020 um 25 bis 40 Prozent reduzieren. Der von Michael Zammit Cutajar aus Malta entworfene Text sieht vor, dass der globale Höhepunkt von CO2-Emissionen so bald wie möglich überschritten wird; ein zeitliches Ziel wird hierfür jedoch nicht genannt.

Letzte Entscheidung bei Staats- und Regierungschefs

„Es ist an der Zeit, dass wir anfangen, das Gesamtbild in den Blick zu nehmen“, sagte der Leiter des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, am Freitagabend, nachdem der Entwurf den Delegationen aus 192 Staaten zugeleitet worden war. „Die ernsthafte Diskussion über Finanzen und Emissionsziele hat begonnen.“ Die Kritiker forderten indessen, dass den Entwicklungs- und Schwellenländern größere Anstrengungen abverlangt werden müssten. Damit zeichnete sich für den Rest der Konferenz ein Konflikt zwischen reichen und armen Ländern ab.

Gleichwohl bezeichnete der Klimabeauftragte der USA, Todd Stern, den Entwurf als konstruktive Grundlage. In einigen Punkten wie bei der Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen in armen Ländern sei der Text aber „unausgewogen“. Dieser Abschnitt sei keine Basis für Verhandlungen, weil er den Industriestaaten zu viel abverlange.

Die Umweltminister wollen die 46 Punkte des Entwurfs einen nach dem anderen durchgehen. Die Punkte, in denen sie kein Einvernehmen herstellen können, werden dann den rund 110 Staats- und Regierungschefs übergeben, die ab Donnerstag in Kopenhagen erwartet werden.

Großdemonstration in Kopenhagen

Die dänische Polizei bereitete sich derweil auf eine angekündigte Großdemonstration tausender Umweltschützer vor. Am Freitagabend wurden bei einer nicht angemeldeten Kundgebung in der Innenstadt von Kopenhagen 75 Personen zumindest vorübergehend festgenommen. Beginnend in Australien und Asien gab es am Samstag in vielen Ländern der Welt ebenfalls Protestaktionen, bei denen ein wirksamerer Klimaschutz eingefordert wurde.

Die Umweltschützer verlangen von den Politikern ein entschiedeneres Handeln. „Die ganze (zurückliegende) Woche über haben wir Entschuldigungen von den nördlichen Ländern für adäquate Entschädigungen für die ökologische Krise gehört, die sie verursacht haben“, erklärte Lidy Nacpil von der Jubilee South Coalition. „Wir gehen auf die Straße, um zu fordern, dass die ökologischen Schulden den Menschen des Südens zurückgezahlt werden.“

http://www.facebook.com/theclimatepool (AP)

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