Aktuelle Nachrichten – China - Umwelt
04.01.2010
Foto: AP Photo/EyePress
Peking (APD) Nach einem Leck in einer Ölpipeline in China dürfen hunderttausende Bewohner der westlichen Provinz Shaanxi kein Trinkwasser mehr aus dem Gelben Fluss entnehmen. Die Behörden wiesen drei Bezirke und eine Industriezone am Montag an, die Nutzung von Flusswasser einzustellen. Insgesamt leben in der Region rund 850.000 Menschen. Wegen des Lecks waren in der vergangenen Woche 100 Tonnen Diesel in den Nebenfluss Wei geflossen. In früheren Berichten hatte es geheißen, der Ölteppich sei eingedämmt worden.
In einer Mitteilung des Amts für Öffentlichkeitsarbeit der Stadtregierung von Yuncheng hieß es, aus Sicherheitsgründen sollten sowohl Menschen als auch Vieh vorerst kein Wasser aus dem Gelben Fluss trinken. Tests hätten ergeben, dass das ausgelaufene Öl die Wasserqualität beeinträchtigen könnte. Wie viel Diesel in den Fluss gelangte, wurde nicht mitgeteilt.
Am Wochenende hatten sich mehr als 700 Arbeiter darum bemüht, die Ölpest einzudämmen und das betroffene Gebiet zu säubern. Der Ölteppich erstreckte sich Medienberichten zufolge zeitweise über eine Länge von knapp 35 Kilometern. Die Arbeiter errichteten schwimmende Dämme und setzten Chemikalien ein, um das Öl zu binden. Ein Teil des Öls wurde in eilig ausgehobene Gräben umgeleitet.
Die Pipeline, die die Hauptstädte der Provinzen Gansu und Henan miteinander verbindet, war nach einem Unfall am Mittwoch undicht geworden. Das Leck ist nach Angaben der China National Petroleum Corp. inzwischen unter Kontrolle.
Die Wasserqualität im zweitlängsten Fluss Chinas hat sich in den vergangenen Jahren wegen zunehmender Einleitungen aus Fabriken und sinkender Wasserstände deutlich verschlechtert. Laut einem Bericht des Ministeriums für Umweltschutz aus dem Jahr 2007 wurden mehr als 20 Prozent der Wasserproben aus fast 200 chinesischen Flüssen als für die Nutzung ungeeignet eingestuft. Ende 2005 verschmutzten nach einem Chemieunfall mehrere Tonnen Gift den Songhua und kontaminierten so die Wasserversorgung für Millionen Menschen in China und Russland. (AP)