Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Oppositionsnaher Atomwissenschaftler bei Anschlag in Teheran getötet – Nasser Karimi
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Auf dem Weg zur Arbeit Oppositionsnaher Atomwissenschaftler bei Anschlag in Teheran getötet

Nasser Karimi

12.01.2010

Auf der Website des staatlichen Fernsehens hieß es mit Blick auf die USA, der Atomphysiker sei einem „Terroranschlag von Gegenrevolutionären und Elementen der Arroganz“ zum Opfer gefallen.  Foto: Fars News Agency
Auf der Website des staatlichen Fernsehens hieß es mit Blick auf die USA, der Atomphysiker sei einem „Terroranschlag von Gegenrevolutionären und Elementen der Arroganz“ zum Opfer gefallen.

Foto: Fars News Agency

Teheran (apn) Ein oppositionsnaher iranischer Atomwissenschaftler ist am Dienstag bei einem Bombenanschlag vor seinem Haus in Teheran getötet worden. Die iranische Regierung machte den Westen für die Bluttat verantwortlich, auf einer Website wurden konkret die USA und Israel beschuldigt. Massud Ali Mohammadi war amtlichen Medienberichten zufolge auf dem Weg zur Arbeit, als er bei der Explosion eines ferngezündeten Sprengsatzes in den Tod gerissen wurde.

Auf der Website des staatlichen Fernsehens hieß es mit Blick auf die USA, der Atomphysiker sei einem „Terroranschlag von Gegenrevolutionären und Elementen der Arroganz“ zum Opfer gefallen. Die Sicherheitskräfte hätten Ermittlungen aufgenommen. Die Website Tabnak schrieb, für den Bombenanschlag seien vermutlich die Volksmudschahedin, PMOI, im Auftrag israelischer Agenten verantwortlich. Tabnak wird mit Mohsen Resaei, einem Berater von Ayatollah Ali Chamenei und früheren Kommandeur der Revolutionsgarden in Verbindung gebracht. Die PMOI wiesen die Vorwürfe zurück und verurteilten den Anschlag auf Mohammadi.

Der Atomforscher hatte sich bei der Präsidentenwahl im Juni offen für Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi ausgesprochen. Sein Name erschien vor der Abstimmung auf reformorientierten Websites zusammen mit denen von rund 240 Hochschullehren, die den Herausforderer von Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad unterstützten. Die Teheraner Universität, an der er unterrichtete, stand im Zentrum von Studentenprotesten gegen die Regierung.

Laut einer Website der Regierung war der 50-Jährige ein leitender Nuklearwissenschaftler. Ob er mit dem umstrittenen iranischen Atomprogramm in Verbindung stand, war zunächst nicht bekannt.

Im Juni verschwand ein iranischer Kernforscher während einer Pilgerreise nach Mekka. Bis heute ist ungeklärt, ob Schahram Amiri verschleppt wurde oder übergelaufen ist. Das iranische Außenministerium warf dem Westen vor, in seine Entführung verwickelt zu sein. Im Jahr 2007 starb ein iranischer Atomwissenschaftler an einer Gasvergiftung. Dass sein Tod erst nach einer Woche publik gemacht wurde, ließ Spekulationen über eine Beteiligung des israelischen Geheimdienstes laut werden.

Der Westen verdächtigt den Iran seit langem, unter dem Deckmantel der Entwicklung der Kernenergie nach Atomwaffen zu streben. Israel hat mit militärischem Eingreifen gedroht, sollten die diplomatischen Bemühungen in dem Streit nicht fruchten.

US-Außenministerin Hillary Clinton sprach sich am Montag für Sanktionen gegen die iranische Elite aus, um die Führung in Teheran weiter unter Druck zu setzen. Die Vereinten Nationen haben bisher drei Runden von Sanktionen beschlossen, um den Iran zu einer Einstellung seines Programms zur Urananreicherung zu bewegen. Das Außenministerium in Teheran wies am Dienstag die Idee weiterer Strafmaßnahmen als nicht konstruktiv zurück. (AP)

 
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