Lebensmittel - Aktuelle Nachrichten – Wie man gesunde Lebensmittel erkennt – Philipp Heinz
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Aktuelle Nachrichten – Lebensmittel

Lebensmittelexperte Wie man gesunde Lebensmittel erkennt

Philipp Heinz

13.01.2010

„Schauen Sie nicht aufs Marketing und nicht auf die Werbung“, sagt der Lebensmittelexperte. „Wenn auf einem Produkt 'Fitness' draufsteht, heißt das noch lange nicht, dass nicht ganz viel Zucker drin ist.“ Foto: Michael Probst/AP Foto
„Schauen Sie nicht aufs Marketing und nicht auf die Werbung“, sagt der Lebensmittelexperte. „Wenn auf einem Produkt 'Fitness' draufsteht, heißt das noch lange nicht, dass nicht ganz viel Zucker drin ist.“

Foto: Michael Probst/AP Foto

Frankfurt/Main (apn) Versuchungen der Lebensmittelindustrie locken an jeder Ecke – reichlich Fett und Zucker inklusive. Oft ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen, wie zuträglich das Essen für die eigene Gesundheit ist. Einige Fragen und Antworten:

- Kann ich Lebensmitteln ansehen, wie gesund sie sind?

„Vieles kann man schlicht und ergreifend nicht erkennen“, sagt Martin Rücker von der Organisation Foodwatch. Es gebe zu wenig gesetzliche Vorschriften zur Kennzeichnung von Lebensmitteln. Und die bestehenden Regeln ließen sich leicht aushebeln. So dürften Hersteller etwa nach der EU-Verordnung für Zusatzstoffe den Hinweis „ohne Geschmacksverstärker“ auf Lebensmittel drucken, zugleich dürften diese aber Hefeextrakt enthalten, das zum Teil aus Glutamat bestehe.

- Welche Tricks wenden die Hersteller noch an?

Zwar müssen die Zutaten auf der Packung in der Reihefolge ihres Anteils angegeben werden, doch auch diese Bestimmung lässt sich laut Rücker austricksen. Zucker kann etwa in die einzelnen Sorten unterteilt werden, die dann weiter hinten in der Liste stünden. „Alles mit der Endung '-ose'“ kann demnach dazu zählen, wie der Experte erklärt, etwa Fructose, Glucose oder Laktose.

„Schauen Sie nicht aufs Marketing und nicht auf die Werbung“, sagt der Lebensmittelexperte. „Wenn auf einem Produkt 'Fitness' draufsteht, heißt das noch lange nicht, dass nicht ganz viel Zucker drin ist.“

- Was ist denn davon zu halten, wenn Lebensmittel einen positiven Effekt auf die Gesundheit versprechen?

„Wenn man krank ist, sollte man besser in die Apotheke gehen als in den Supermarkt“, sagt Rücker. Auf die Versprechungen einer besonders gesunden Ernährung sollten Verbraucher nichts geben. Mit sogenanntem Functional Food, also Lebensmitteln mit versprochenem Zusatznutzen, versuche die Lebensmittelindustrie vor allem, höhere Preise zu erzielen.

Es gebe zum Beispiel einen aufwendig beworbenen Joghurt, der einen besonderen Nutzen für das Immunsystem verspreche, aber nicht besser sei als der deutlich günstigere Naturjoghurt, erklärt Rücker. „Kein Mensch braucht Functional Food, um sich gesund zu ernähren.“ Einige Beispiele für falsche Versprechen der Lebensmittelindustrie finden sich auf der Internetplattform abgespeist.de, die von Foodwatch betrieben wird.

- Auf was kann man im Supermarkt achten?

Wer einige einfache Grundregeln beachtet, kann sich nach Ansicht der Lebensmittelexpertin Brigitte Ahrens von der Verbraucherzentrale Niedersachsen trotz der undurchsichtigen Kennzeichnung ausgewogen ernähren. „Kaufen Sie einfach immer die Grundlebensmittel“, rät sie. Wer Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte frisch kaufe und auf Fertignahrung weitgehend verzichte, könne vielen ungesunden Zusatzstoffen aus dem Weg gehen. Gut seien in der Regel auch saisonale Produkte aus der Region.

Wer am Tag fünf Portionen Obst oder Gemüse von der Größe der eigenen Faust isst, kann demnach relativ leicht das Hungergefühl in den Griff kriegen. „Das heißt aber nicht, dass man einfach fünf Äpfel essen soll“, sagt Ahrens. Zum Frühstück ein Saft aus echten Früchten oder Obst, ein Salat zum Mittag oder ein Obstkuchen am Nachmittag – Möglichkeiten gibt es viele. Die Früchte und das Gemüse sorgen für einen ausgewogenen Stoffwechsel.

- Ist „bio“ gleichbedeutend mit „gesund“?

Nein. Das sind sich die Experten einig. Es besteht aber die begründete Hoffnung, dass mit einem Biosiegel gekennzeichnete Lebensmittel weniger Pestizide enthalten als konventionell hergestellte. Laut Rücker dürfen in Bioprodukten nur 47 der rund 320 erlaubten und mit „E“ gekennzeichneten Zusatzstoffe verwendet werden.

Nach Einschätzung von Ernährungsexpertin Ahrens können sich Verbraucher mit Essen aus dem Discounter aber ebenso gesund ernähren wie mit Lebensmitteln aus dem Bioladen. Wichtiger sei es, die Ernährung umzustellen und sich zum Beispiel an die Regel mit den fünf Portionen Obst oder Gemüse zu halten. (AP)

http://www.abgespeist.de http://www.footwatch.de http://tinyurl.com/yb3n2jb

 

 
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