Hannover (apn) Eine hohe Formaldehyd-Belastung in Innenräumen erhöht bei Kindern das Asthma-Risiko. Deshalb sollte der giftige Stoff in Wohnungen so weit wie möglich reduziert werden, rät die Deutsche Lungenstiftung. Formaldehyd könne vor allem in Spanplatten, Dämmstoffen, Teppichböden und Möbeln enthalten sein. „Polstermöbel werden zum Beispiel mit Formaldehyd eingesprüht, um sie widerstandsfähiger gegenüber Flecken, Schimmel und Krumpeln zu machen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Harald Morr.
Auch Betten werden nach Angaben des Facharztes mit formaldehydhaltigen Flammschutzmitteln behandelt. All diese Erkenntnisse müsse man bei der Wohnungseinrichtung berücksichtigen und entweder konsequent auf unbehandelte Holzmöbel bestehen oder alternative Materialien wie Metall oder Edelstahl wählen, rät Morr. Den Herstellerangaben zu den verwandten Materialien könne man im übrigen nicht vollends trauen, zumal sie nur auf freiwilliger Basis publik gemacht werden müssten. Wer sichergehen möchte, sollte beispielsweise Kissenbezüge besser selber nähen.
Auch viele Kleidungsstücke werden mit Formaldehyd behandelt, um sie schmutzabweisend, knitter- und bügelfrei zu machen. „Insbesondere für Kinder sollte man daher möglichst unbehandelte Kleidung aus natürlichen Materialien wählen“, betont Morr. Textilien, die mit der Haut in Berührung kämen und mehr als 0,15 Prozent freies Formaldehyd enthielten, müssten prinzipiell wie folgt gekennzeichnet werden: „Enthält Formaldehyd. Es wird empfohlen, das Kleidungsstück zur besseren Hautverträglichkeit vor dem ersten Tragen zu waschen.“ Die Einhaltung dieser Vorschrift liege allerdings – ähnlich wie bei den Möbeln – in der Eigenverantwortung der Hersteller. (AP)
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