Aktivurlaub – Schnee-Treiben im „Alpendorf“ von St. Johann – Bernd Kregel / Gastautor
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Skiurlaub in Salzburg Schnee-Treiben im „Alpendorf“ von St. Johann

Bernd Kregel / Gastautor

21.01.2010

Mit einer Schartenhöhe von 2.181 m gehört der Hochkönig zu den geografisch prominentesten Bergen der Alpen. Foto: Bernd Kregel
Mit einer Schartenhöhe von 2.181 m gehört der Hochkönig zu den geografisch prominentesten Bergen der Alpen.

Foto: Bernd Kregel

Wuchtig recken sich die von Eis verzierten Zinnen einer Götterburg  hinauf in den wolkenlosen Winterhimmel. Der erste Eindruck täuscht – es ist nicht das von Riesen erbaute Walhall mit Wotan und Walküren. Vielmehr entpuppt sich die vermeintliche Götterfestung als das gewaltige Felsmassiv des Hochkönigs, der bei aufsteigender Sonne über die mit Schnee beladenen Baumkronen hinweg alle Blicke auf sich zieht.

Doch damit nicht genug. Der Morgennebel lichtet sich und gibt rechts die Sicht frei auf eine riesige „Bischofsmütze“ aus Fels und Stein, aus dieser Perspektive gleichsam ein Vorbote der Dachstein-Silhouette und des damit verschmelzenden Tennengebirges. Links hingegen die scharf gezackten Gipfel der Hohen Tauern, die den Blick hinüber lenken zum gleichnamigen Nationalpark im Schatten des Großglockner-Massivs.

Humboldt schwärmte

Hier oder an einer ähnlichen Stelle muss seinerzeit Alexander von Humboldt gestanden haben, als er von der Berglandschaft des Salzburger Landes schwärmte und sie zu einer der drei schönsten Gegenden der Welt erklärte. Doch während der Pionier des Alpinismus damals noch bei der Eroberung der Anden im Gletschereis des Chimborazo stecken blieb, machen heute moderne Seilbahnen den Aufstieg ins heimische Hochgebirge zu einem Kinderspiel.

Ein Skiparadies

Wie hinauf zu diesem bezaubernden Aussichtspunkt am Hang des Gernkogels, dessen mit Holz verkleidete Bergstation zunächst mit einer verschneiten Almhütte verwechselt werden könnte. Hier tummeln sich in 1575 Metern Höhe vor allem Kinder und Lernwillige, die sich an dieser markanten Stelle vor ihrem Aufbruch in die Winterfreuden des Gebirges unter professioneller Anleitung durch einen Skilehrer die nötige Sicherheit verschaffen.

Die Fortgeschrittenen hingegen zieht es mit Schlepplift oder Sessellift sofort weiter bergauf.

So geht es durch drei Täler in einem stetem Auf und Ab über Wagrain bis hinüber nach Flachau  –  und zurück. Ein groß angelegtes alpines Skiparadies im Rahmen des Salzburger „Ski amadé“-Angebots mit viel Planungsspielraum für Eigeninitiative.

Selbst die abschließende Talfahrt mit der Kabinenseilbahn hinab von der Gernkogel-Bergstation  wird zu einem besonderen Erlebnis. Zunächst dominiert noch das nachmittägliche, ständig wechselnde Licht- und Schattenspiel in den Gipfellagen des alles überragenden Hochkönigs. Bald öffnet sich hinter einem Wall von Baumwipfeln das breite Tal der Salzach. In Schlangenlinien hat sie sich hier ihren eigenen Durchfluss geschaffen durch die Bergregion des Pongaus, einen der sechs Bezirke im Salzburger Land. An ihren Ufern liegen märchenhafte mit einer dicken Schneeschicht  überpuderte Ortschaften wie Schwarzach oder St. Veit. Und natürlich das Städtchen St. Johann, leicht erkennbar an den beiden spitz empor ragenden  Türmen des im neugotischen Stil errichteten „Pongauer Domes“, eindrucksvolles architektonisches Wahrzeichen dieser überaus malerischen Landschaft.

Alpendorf St. Johann

Doch nicht dort unten an der Salzach endet die Kabinenbahn, sondern im weit höher gelegenen „Alpendorf“, einem Stadtteil von St. Johann, der sich seit etwa dreißig Jahren als ein Zentrum des alpinen Sports zu einem Tor in die Bergwelt der Hohen Tauern entwickelt hat. Im Sommer zum Bergwandern auf den Almen und im Winter zum Skifahren auf den weitläufigen Pisten. Keine Anfahrt mit Bus oder Bahn ist hier erforderlich, um zu den Liften zu gelangen. So sind es nur ein paar Gehminuten vom jeweiligen Hotel zu einer der beiden Liftstationen – und schon steht den Winterfreuden auf Skiern und Snowboards nichts mehr im Weg. Insgesamt eine Winteridylle wie aus dem Bilderbuch.

Gepflegtes Wohnen im "Alpendorf".
Gepflegtes Wohnen im "Alpendorf".

Foto: Bernd Kregel

Gediegene Wohnkultur

Zu diesem Gesamteindruck tragen auch die Hotels beiderseits der Dorfstraße bei, die sich der Berglandschaft mit ihrer heimischen Architektur bestens anpassen. Nein, einen Massenandrang findet man hier nicht. Vielmehr eine gediegene Wohnkultur, die in geräumigen Zimmern auch genügend Raum für Familien bereithält. Durchweg sind es Familienbetriebe, in denen es natürlich auch familiär zugeht.

Zugleich bieten sie eine stilvoll-elegante Umgebung, die die Phantasie anregt: War das soeben im Salon nicht gerade Franziska von Almsick? Und dort an der Hausbar Ralph Schumacher und Henry Maske? Und erhob sich in der kleinen Nische am Ende des Speiseraumes nicht gerade Otto Waalkes von seinem Tisch? Sie alle wurden hier schon mit Partner oder Familie gesehen, und Autogrammfotos in langen Bildergalerien erbringen dafür den Beweis.

Im „Alpendorf“ ist jedoch mehr als nur die Ruhe nach dem Sport angesagt. Denn auch der Après Ski-Bereich hat hier inzwischen Einzug gehalten und kommt, so der Trend, nicht nur dem Bedürfnis jugendlicher Gäste entgegen.

Das „Alpendorf“ von St. Johann im Salzburger Pongau hat sich in den letzten drei Jahrzehnten gemausert zu einer der ersten Adressen im touristischen Österreich.

Reiseinformation:

Tourismusverband Sankt Johann-Alpendorf, www.alpendorf.com; www.salzburgerland.com

 
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