Aktuelle Nachrichten – Energie
24.01.2010
Foto: apn Photo/Roberto Pfeil
Frankfurt/Main (apn) Nach dem Strahlenunfall in der Atomanlage Gronau befindet sich der verletzte Arbeiter nach Darstellung des Krankenhauses in guter Verfassung. „Der Mann erhält Infusionen und trinkt viel, damit die aufgenommen Substanzen schneller ausgeschieden werden“, erklärte der Direktor des Uniklinikums Münster, Otmar Schober, am Wochenende. In seinem Urin wurden demnach aber Uranspuren festgestellt.
Der Mann wird auf der Station der Klinik für Nuklearmedizin behandelt. Das Personal der Station ist besonders geschult. Schober erklärte: „Von dem Mann geht keine Gefahr für andere Menschen aus.“ Bereits am Donnerstag sei festgestellt worden, dass von ihm keine Strahlung ausgehe. Gewissheit über Frühschäden hat die Klinik nach eigenen Angaben erst am (morgigen) Montag. „Für eine langfristige Prognose sei es derzeit allerdings noch zu früh“, erklärte das Klinikum.
Der Stoff Uranhexafluroid wurde am Donnerstagnachmittag in einem Gebäude der Urananlage Gronau freigesetzt. Laut Betreiber Urenco sollte ein als „leer und gewaschen“ angelieferter Uranbehälter von dem Mitarbeiter für eine Druckprüfung vorbereitet werden. Dabei kam es aus noch ungeklärter Ursache zur Freisetzung des Stoffes.
Scharfe Kritik kam unterdessen von den Grünen und der Umweltorganisation Greenpeace. „Der Vorgang lässt auf grobe Probleme in der Sicherheitskultur schließen“, sagte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Selbst Bruchteile eines Gramms Uranhexafluorid in der Atemluft könnten tödlich sein. In Gronau demonstrierten am Samstag Atomkraftgegner für ein Festhalten am Atomausstieg. „Atomausstieg schützt!“ projizierten die Aktivisten auf die Urananreicherungsanlage.
Die Grünen forderten eine unabhängige Untersuchung. Die frühere Landesumweltministerin Bärbel Höhn sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, man müsse sich fragen, ob Sicherheitsmaßnahmen nicht beachtet worden seien. „Die Betreiber der Anlage haben immer wieder betont, dass die Urananreicherung absolut sicher sei. Mal wieder hat sich eine solche Behauptung in Luft aufgelöst.“ (AP)
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