Gesellschaft - Aktuelle Nachrichten – Karneval von A bis Z – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Gesellschaft

Vokabular im Schnellkurs Karneval von A bis Z

DAPD

11.02.2010

Foto: Frank Augstein/AP Photo

Foto: Frank Augstein/AP Photo

Frankfurt/Main (apn) Die Fastnacht hat ihre ganz eigenen Regeln. Nachfolgend ein ABC der wichtigsten närrischen Begriffe:

A – Alaaf: Zusammen mit „helau“ der wohl bekannteste Narrenruf. „Alaaf“ hat seinen Ursprung in „Cölle al aaf“ (“Köln allein“).

- Aschermittwoch: Dann ist bekanntlich alles vorbei. An diesem Tag beginnt die Fastenzeit, und die Fastnacht wird vielerorts zu Grabe getragen.

B – Bütt: Hier darf in der tollen Zeit nach Herzenslust geschimpft, geschlaumeiert und gealbert werden. Das Wort meint im Rheinischen das fassförmige Rednerpult (“bütt“: Bottich, Waschzuber), von dem aus die Narren ihre bissigen Kommentare zum großen Weltgeschehen, zur Lokalpolitik oder zu den Wirren des Alltags zumeist in Reimen in den Saal schmettern.

- Bützje: Gerade im Kölner Karneval ist das Küssen (“Bützje“) ausdrücklich erlaubt, verpflichtet aber zu nichts.

C – Clown: Rote Nase, breiter roter Mund, grell geschminktes Gesicht – der Clown ist wohl eine der beliebtesten Fastnachtsverkleidungen.

D – Dreigestirn: Prinz, Bauer und Jungfrau sind so etwas wie die Chefkarnevalisten. Ihre Tradition geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. An Weiberfastnacht um 11.11 Uhr eröffnet das Dreigestirn in Köln traditionell den Straßenkarneval.

E – Elf: Ist die jecke Zahl überhaupt und Symbol der Narretei. Die fünfte Jahreszeit beginnt am Elften im Elften (11.11.). Und die meisten Umzüge, Sitzungen und Veranstaltungen der fünften Jahreszeit beginnen elf Minuten nach der vollen Stunde.

F – Fastnacht, Fasching: Während der Begriff Fastnacht (aus dem althochdeutschen „fasta“ für Fastenzeit und „naht“ für Vorabend) vor allem im südwestdeutschen Raum gebraucht wird, findet Fasching (mittelhochdeutsche Zusammensetzung „vast-schanc“: Ausschank vor der Fastenzeit) vor allem in Bayern und Österreich Anwendung. Der Begriff Karneval ist dagegen im Rheinland verbreitet.

G – Guggemusik: Diese laute, stark rhythmisch geprägte und ziemlich schräge Musik ist fester Bestandteil der schwäbisch-alemannischen „Fasnet“.

H – Helau: In Köln heißt es „Alaaf!“ – in vielen anderen Karnevalshochburgen rufen die Narren dagegen „Helau!“. Möglicherweise kommt der Begriff von Halleluja.

I – Inthronisation: Die Proklamation von Prinzenpaar oder Dreigestirn gehört zu den wichtigsten Ereignissen der tollen Jahreszeit.

J – Jecken: Das Wort bezeichnet einerseits den Karnevalsteilnehmer, kann aber auch als Adjektiv verwendet werden.

K – Kamelle: Bei den Umzügen freuen sich die Narren auf diese kleinen Geschenke, zumeist Süßigkeiten oder Souvenirs, im Rhein-Main-Gebiet fliegen dagegen Gutsjen in die Menge.

L – Literat: Hinter den Kulissen eines Karnevalvereins ist er im Vorfeld für die Organisation der Auftritte der Künstler zuständig.

M – Mucker und Philister: Wollen von der „goldigen Fastnacht“ nichts wissen. Nach Artikel 7 des Närrischen Mainzer Grundgesetzes müssen alle Narren die Fastnacht vor ihnen beschützen.

N – Na(r)rhallamarsch: Vor allem in Mainz und Umgebung ist die Fastnacht ohne diesen Klassiker, der Mitte des 19. Jahrhunderts im Mainzer Carneval-Verein (MCV) entstand, nicht denkbar. Auch beim Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 gehört der Marsch bei jedem Heimspiel dazu – auch ohne Fastnacht.

O – Orden: Die Obrigkeit auf den Arm zu nehmen, spielt auch bei der närrischen Ordensvergabe eine große Rolle. Diese Tradition gibt es schon seit Beginn der organisierten Fastnacht.

P – Prinzenpaar: In den meisten Regionen herrscht in der tollen Zeit das Regentenpaar über das Narrenvolk.

Q – Quarkbällchen: Dieses und anderes Schmalzgebäck wird traditionell zur Fastnacht gegessen. Der Brauch geht darauf zurück, dass in der Fastenzeit früher nicht nur der Verzehr von Fleisch, sondern auch der von Eiern, Schmalz, Fett und Butter strengstens verboten war. Daher wurde während der Fastnachtszeit nochmals ausgiebig geschlemmt.

R – Rosenmontag: Diesem Tag fiebert die gesamte Narrenschar monatelang entgegen. In den Karnevalshochburgen säumen Hunderttausende die Umzüge. Der Begriff hat angeblich nichts mit Blumen zu tun, sondern leitet sich vom Verb „rasen“ ab, was so viel heißt wie „lustig sein“, „toben“, „sich toll gebärden“.

S – Schwellkopp: Die Figuren mit den charakteristischen überdimensionalen Gesichtern sind ein besonderes Symbol der Mainzer Straßenfastnacht und fester Bestandteil des Rosenmontagszugs. Erfinder dieser Ikonen, die typische Mainzer Typen überspitzt darstellen sollen, ist der 1945 verstorbene Unternehmer Ludwig Lipp.

T – Tollität: Anrede für den Regenten einer Karnevalsgesellschaft, meist für den Prinzen. Die Prinzessin oder Jungfrau wird dagegen „Ihre Lieblichkeit“ angeredet. Beim Kölner Dreigestirn ist für den Bauern die Bezeichnung „Seine Deftigkeit“ vorgesehen.

U – Uniform: Die unterschiedlichen Karnevalsuniformen gehen auf die Grundidee zurück, die Obrigkeit und ihre Insignien durch den Kakao zu ziehen.

V – Veilchendienstag: In Anlehnung an Rosenmontag der Tag vor Aschermittwoch, an dem in vielen Orten noch einmal Umzüge stattfinden.

W – Weiberfastnacht: Offizieller Beginn des Straßenkarnevals am Donnerstag vor Rosenmontag. Dann übernehmen die Frauen das Regiment und machen sich mit Scheren bewaffnet über Schlipse und Schnürsenkel der Männer her. Der Ausdruck zeigt, dass zur Fastnacht die sonst gültigen Regeln auf den Kopf gestellt werden, so dass neben den Narren auch die Frauen das Zepter in die Hand nehmen dürfen – was früher ungewöhnlich war.

- Wildpinkler: Sind gerade bei den Rosenmontagsumzügen überhaupt nicht gern gesehen und müssen in den Karnevalshochburgen mit empfindlichen Geldstrafen rechnen.

Z – Zugplakette: Dient häufig als „Eintrittskarte“ und damit als Finanzquelle für Fastnachtsumzüge. Eine besondere Tradition hat das Mainzer „Zuchplakettche“. (AP)

 

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