Aktuelle Nachrichten – Technik
18.02.2010
Foto: Mark Lennihan/AP Photo
New York – Vor einem New Yorker Gericht hat am Donnerstag eine Anhörung begonnen, die darüber entscheidet, ob Google die größte digitale Buchsammlung der Welt errichten kann. Der New Yorker Bezirksrichter Denny Chin hat Befürworter und Kritiker der jüngsten Vereinbarung mit Autoren und Verlagen geladen. Dabei geht es nur um Bücher, die in den USA, Kanada, Großbritannien oder Australien urheberrechtlich geschützt sind.
Zu der Vereinbarung sind bereits mehr als 500 schriftliche Eingaben eingereicht worden. Da gebe es „zu viel zu verdauern“, um zu einer schnellen Entscheidung zu gelangen, sagte Richter Chin.
Die beteiligten Parteien haben sich Mitte November nach monatelangen Verhandlungen auf eine Neufassung des „Google Book Settlement“ verständigt, das eine pauschale Zahlung von 125 Millionen Dollar vorsieht. Beide Seiten einigten sich auf eine Reihe von Änderungen gegenüber einem ersten Abkommen, das 2008 geschlossen wurde und auf Einwände des Justizministeriums gestoßen war. Bevor die neue Vereinbarung in Kraft tritt, muss sie von Bezirksrichter Chin gebilligt werden. Neue Bedenken des Justizministeriums wies Google vor einer Woche in einer 67-seitigen Antwort zurück.
Eine wichtige Rolle in den Verhandlungen spielten Bücher, die vergriffen sind und noch dem Urheberschutz unterliegen, ohne dass ein Kontakt zum Autor hergestellt werden kann. Die Einnahmen aus dem Verkauf der digitalen Ausgaben dieser „verwaisten Bücher“ sollen nun zehn Jahre lang eingefroren werden. In dieser Zeit können Copyright-Inhaber Ansprüche geltend machen. Auch erhalten die Autoren mehr Rechte, wenn ein Buch in den USA vergriffen, in einem anderen Land aber noch im Handel ist.
Die Zugeständnisse von Google gehen Kritikern nicht weit genug. Sie befürchten eine Monopolisierung im wachsenden Online-Büchermarkt. Die Google-Konkurrenten Microsoft, Yahoo und Amazon haben sich in der Open Books Alliance zusammengeschlossen.
Google hat bereits mehr als zwölf Millionen Bücher eingescannt und dafür unter anderem Vereinbarungen mit großen Bibliotheken getroffen. Das Angebot von Google Books macht bislang nur Ausschnitte davon im Internet sichtbar. Ein gerichtlich genehmigtes Abkommen mit den Verlegern würde es Google ermöglichen, digitale Kopien dieser Bücher zu verkaufen. (AP)
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