Aktuelle Nachrichten – Deutschland
19.02.2010
Berlin (apn) Die Union im Bundestag hat konkrete Vorschläge vorgelegt, wie der massenhafte Missbrauch der Zeitarbeit in Deutschland eingedämmt werden könnte. Der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe, Peter Weiß, forderte am Freitag in Berlin eine Verschärfung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes. Künftig sollten Leiharbeiter längstens ein Jahr für weniger Lohn als die Stammbelegschaft arbeiten dürfen. Zudem müsse festgelegt werden, wie hoch die Abweichung vom Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ maximal ausfallen darf, sagte er.
Weiß forderte, die Kontrolle der Branche müsse dringend verschärft werden. „Wenn Zeitarbeit nur dazu dient, Lohndumping zu betreiben, hat sie ihre Berechtigung verloren.“ Weiß sagte, Leiharbeiter müssten nicht zwangsläufig im Nachteil sein. Er könne sich gut vorstellen, dass Firmen wegen Fachkräftemangel im nächsten Aufschwung sogar Lohnzuschläge für Zeitarbeiter als Ausgleich für die unsichere Beschäftigung zahlen.
Zuvor hatte bereits Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) angekündigt, die Zeitarbeitsbranche unter die Lupe nehmen zu wollen und eine Verschärfung der Gesetze angedroht. Hintergrund ist unter anderem der Fall Schlecker. Die Drogeriekette wollte angeblich Teile der Stammbelegschaft durch Leiharbeiter ersetzen, die nur die Hälfte des üblichen Gehalts bekommen und von der konzerneigenen Leiharbeitsfirma Meniar vermittelt wurden. Das Unternehmen beschloss aber inzwischen, mit sofortiger Wirkung keine neuen Arbeitnehmerüberlassungsverträge mit Meniar mehr abzuschließen. (AP)
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