Städtereisen - Kulturreisen - Kurztripps – Casablanca und El Jadida: mehr als nur Rick´s Café – Bernd Kregel / Gastautor
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Marokko Casablanca und El Jadida: mehr als nur Rick´s Café

Bernd Kregel / Gastautor

28.02.2010

Filigraner Eingang im Gegenlicht: Moschee Hassan II. in Casablanca. Foto: Bernd Kregel
Filigraner Eingang im Gegenlicht: Moschee Hassan II. in Casablanca.

Foto: Bernd Kregel

Afrika schöpft seine Attraktivität aus seinen Mythen. Von Tutanchamun über Livingstone und Stanley bis hin zu Nelson Mandela. Einer davon fällt aus dem Rahmen. Es ist der Mythos von „Casablanca", dem „Rick's Café Américain" den räumlichen Rahmen, Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann jedoch ihre unvergesslichen Gesichter gaben. Ein Mythos aus der Kriegszeit der Vierzigerjahre, als die brüchige Weltordnung erneut aus den Fugen geraten war.

Casablanca in Rick's Cafe

Mit seinem Ursprung in Hollywood ist dieser Mythos vor fünf Jahren an seinem Originalschauplatz zu neuem Leben erwacht. In Form von „Rick's Café", das seit 2004 mit diesem dunklen Schriftzug an seiner weißen Hausfassade einlädt zum Nacherleben jener Zeit, als die Stadt Casablanca für wenige zu einem riskanten Schlupfloch wurde in die ersehnte Freiheit. Stilvoll wie damals eingerichtet und dekoriert mit Filmpostern aus jener Zeit, wird „Rick's Café" nun zu einem Treffpunkt für all jene, die schon lange davon träumen, den unverwechselbaren Geist jener Zeit einmal persönlich in sich einzusaugen.

Anlass dazu bietet, vorbei an gastlich gedeckten Tischen wie zu Rick's Zeiten, das gemütlich eingerichtete Café-Ambiente im ersten Stock. Hier läuft in einer Endlosschleife „Casablanca" mit französischen Untertiteln auf einem großen Flachbildschirm. Von „As time goes by" bis „Schau mir in die Augen, Kleines". So bedarf es schließlich nach dem „Beginn einer wunderbaren Freundschaft" einer erheblichen Kraftanstrengung, um sich loszureißen von seinem handlichen Glas mit schmackhaft-süßem Pfefferminztee.

Innenarchitektur in Ricks Café in Casablanca.
Innenarchitektur in Ricks Café in Casablanca.

Foto: Bernd Kregel

Doch es muss sein. Denn schließlich gilt es, die andere Attraktion von Casablanca zu bewundern, die mit zweihundert Metern Höhe weltgrößte Moschee nach Mekka und Medina. Benannt nach ihrem Erbauer, König Hassan II., ist sie ein gigantisches Gotteshaus, mit endlosen und dazu blitzsauberen Marmorfußböden und kostbar verzierten Zedernholzdecken. Ein orientalisches Bauwerk, in dessen weiten Ausmaßen der Mensch ähnlich klein wirkt wie in den gotischen Kathedralen des Abendlandes.

Eine Autostunde weiter südlich dagegen, immer entlang der malerischen Küstenstraße, wartet die kleine Küstenstadt El Jadida auf ihre Entdeckung. Seit portugiesischen Zeiten hat sie ihr traditionelles Antlitz bewahrt: die Altstadt mit ihrer lehmfarbenen Stadtmauer, der kleine Fischereihafen, die märchenhafte unterirdische Zisterne sowie - außerhalb der Mauer - der quirlige Markt mit reichhaltigen Angebot. Eine Stadt, die über die Jahrhunderte hinweg authentisch geblieben ist, und in der sich jenseits jeglichen modischen Schnickschnacks das alte Marokko original widerspiegelt. Zu Recht darf sich El Jadida inzwischen mit dem Ehrentitel des Unesco-Weltkulturerbes schmücken.

Unesco-Weltkulturerbe El Jadida.
Unesco-Weltkulturerbe El Jadida.

Foto: Bernd Kregel

Genau hier in ...

... El Jadida, auf einer riesigen Strandfläche am nördlichen Stadtrand, entstand nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit eine neue Attraktion: das „Mazagan Casino & Golf Resort". Eine Anlage, wie sie Nordafrika noch nicht gesehen hat und daher mit guten Chancen versehen ist - ähnlich wie „Die Palme" in Dubai - selbst einmal in den Rang eines Mythos erhoben zu werden. Ein nordafrikanischer Anziehungspunkt mit Ausstrahlungskraft bis hinüber in das ferne Europa. So jedenfalls wünscht es sich Direktorin Marie-Béatrice.

Lallemand, die das „Mazagan" im Oktober 2009 nach nur zweijähriger Bauzeit in großem Stil eröffnete. Bis zum Schluss wurde gewienert und poliert, um den zahlreichen geladenen Gästen, beginnend beim marokkanischen Königshaus bis hin zu internationalen Stars wie Naomi Campbell, von Anfang an den richtigen Eindruck zu vermitteln.

Allein die Empfangshalle präsentiert sich wie ein Traum aus 1001 Nacht, erbringt sie doch den Beweis, dass sich moderner Baustil und traditionelles orientalisches Lebensgefühl nicht gegenseitig ausschließen. Die Mitte der Halle ziert ein erhabener weißer Marmorbrunnen, dessen plätschernde Fontänen im hohen Bogen von außen nach innen zusammenströmen. Aus der Perspektive des Betrachters wirken sie wie ein überdimensioniertes Swarowski-Krönchen der Debütantinnen beim Wiener Opernball.

Entsprechend stilvoll erweist sich auch der phantasievoll verwinkelte Pool im Atriumbereich des Resorts. Ein wahrer „Garten Allahs", in dem blaues Quellwasser und grünes Palmendach zu einer perfekten Einheit verschmelzen. Eine echte Alternative zu dem unmittelbar an den Hotelkomplex angrenzenden kilometerlangen Badestrand, an dem sich die Brandung des Atlantischen Ozeans auf feinsandigem Küstenstreifen bricht.

Mazagan Resort: „Garten Allahs“ mit Quellwasser und Palmendach.
Mazagan Resort: „Garten Allahs“ mit Quellwasser und Palmendach.

Foto: Bernd Kregel

Von dieser exzellenten Lage profitieren natürlich auch die fünfhundert Räume des Hotels, von den King Deluxe Rooms bis hin zu den Presidential und Royal Suites. Denn es gibt keinen einzigen Raum ohne den weiten Blick auf das Meer, den Poolbereich, die Lagune oder einen der Landschaftsgärten, deren zukünftige Pracht sich bereits jetzt im Anfangsstadium erahnen lässt.

Ein Golf-Eldorado

Bleibt noch der Blick auf den Golfplatz, der sicherlich bei einer Mehrzahl der Gäste die Herzen höher schlagen lässt. Es ist ein Links-Course nach schottischem Vorbild, der mit seinen Fairways und Greens aus einer leicht gewellten Dünenlandschaft herauswächst, wie die überall mit deutlichen Kanten aus den Rasenflächen herausgeschnittenen natürlichen Sandbunker beweisen. Mit achtzehn Löchern in unmittelbarer Strandnähe ist er ein riesiger, auf einen Blick nicht zu überschauender Komplex mit einer Gesamtlänge von sechseinhalb Kilometern. Ein Golf-Eldorado wie nirgendwo sonst in Nordafrika.

„Für den, der's kann, sicherlich ein Stück Himmel auf Erden", heißt es hier. „Und für den Anderen ein Stück Erde im Himmel." Damit es nicht soweit kommt und die Schläge die gewünschte Präzision erreichen, steht im Clubhaus Golflehrer Yan bereit, der für Anfänger oder zum Auffrischen der Kenntnisse die erforderlichen Übungsstunden erteilt. Mit Technik und Verstand, um auf schrägen oder abschüssigen Greens den Neigungswinkel richtig vorauszuberechnen.

Gleich neben dem Clubhaus, etwas abseits vom übrigen Hotelbereich, liegt die Wellness- und Spa-Anlage zwischen Palmen und Orangenbäumen. Stolz zeigt Spa-Direktor Kamal Khalil die zwölf Behandlungsräume mit Meeresblick, den Doppelraum für Ehepaare und, als absoluter Höhepunkt, eine Luxus-Suite für zwei Personen. Alle Sinne will er bei der Behandlung angesprochen wissen und hält neben den taktilen Genüssen während der Massagebehandlung auch noch ein ausgefallenes Geruchs- und Musikprogramm bereit.

Fitness und Gourmetköche

Auch Fitness wird in diesem Bereich groß geschrieben, von Nordic Walking über Tennis bis hin zum Reiten am Strand. Sicherlich eine gute Alternative zu den kulinarischen Überraschungen und Verführungen, die den Gast in den elf Restaurants des Hauses erwarten, in denen Gourmetköche sich auf internationale Regionen der guten Küche spezialisieren. Allen voran das Mittelmeer-Restaurant „Olives" im Zentrum des Resorts, gefolgt vom „Market Place", wo nordafrikanische, orientalische und indische Speisen geboten werden. Exquisit auch das marokkanische Restaurant „Morjanu" und das Fischrestaurant „Sel de Mer", die eintretende Gäste bereits mit ihrem stilvollen Ambiente verzaubern.

Chefkoch Patrick Morin, in allen Küchen der Welt zu Hause, schwärmt von der Vielfalt in dieser Region: alle Arten von Fisch, „wirklich gut und frisch", wie er betont. Dazu Gemüse aus der unmittelbaren Umgebung sowie schmackhaftes Fleisch, geliefert von heimischen Bauern. Nicht zu vergessen die marokkanischen Weine aus besten Anbaugebieten. Zweihundert Köche und Hilfskräfte stehen ihm in seiner Küche zur Verfügung für all die Restaurants und die zahlreich erwarteten Gäste. Voilà!

Keine schlechte Idee, nach dem Dinieren das Kasino oder den Nightclub des Hauses aufzusuchen. Ausgestattet mit Spielautomaten und fünfzig Spieltischen von Roulette über Poker bis hin zu Black Jack ist dieses Kasino im islamischen Umfeld sicherlich eine Besonderheit. Ebenso wie der „Sanctuary Nightclub", entworfen von dem New Yorker Stararchitekten Jeffrey Beers, mit zahlreichen Bars und Lounges für bis zu eintausend Gästen.

Das „Mazagan" - bereits bei seiner Eröffnung sagenhaft und wohl schon bald ein Mythos in Nordafrika. Zugleich aber auch ein Sprungbrett zu den anderen Höhepunkten des Landes, den Königsstädten Fez, Meknes, Rabat und besonders zu dem nicht weit entfernten Klassiker Marrakesch am Fuße des Hohen Atlas. Zusammen mit ihnen ist das „Mazagan" nun eingebunden in den märchenhaften Zauber des „afrikanischen Orients".

 
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