Psyche – Alarmzeichen für Rückfall bei Schizophrenie erkennen – DAPD
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Kognitiven Defiziten entgegenwirken Alarmzeichen für Rückfall bei Schizophrenie erkennen

DAPD

05.03.2010

Frankfurt/Main (apn) Schizophrenie-Patienten können gezielt am Behandlungsprozess mitwirken, indem sie frühe Anzeichen für einen Rückfall wahrnehmen und rechtzeitig gegensteuern. „Solche Alarmzeichen können beispielsweise erhöhter Nikotinkonsum, Reizbarkeit, Angst und Depressivität, eine veränderte Körperwahrnehmung sowie Schlafstörungen oder sozialer Rückzug sein“, berichtet der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), Frank Schneider.

Im Rahmen sogenannter psychoedukativer Verfahren könnten Patienten erlernen, auf welche Verhaltensweisen oder psychischen Befindlichkeiten sie bei sich achten sollten, die einer möglichen neuerlichen Erkrankungsphase vorausgehen, erläutert der Professor: „In der Psychoedukation trainieren Patienten Strategien, um seelische Belastungen wahrzunehmen und zu reduzieren.“ Sie lernten darüber hinaus, Möglichkeiten zur Bewältigung von beginnenden Krisen zu entwickeln – wie etwa einen persönlichen Notfallplan unter therapeutischer Anleitung auszuarbeiten und bereitzuhalten.

Als günstig habe sich auch erwiesen, wenn Familienangehörige an einer solchen Therapie teilnähmen und ihre erkrankten Partner oder Angehörigen dabei unterstützten, Warnzeichen eines Rückfalls zu erkennen. Schließlich könnten schizophrene Menschen auch durch ein Training ihrer kognitiven Fähigkeiten den Umgang mit der Krankheit erleichtern und die Bewältigung alltäglicher Aufgaben verbessern, sagt der Experte.

Kognitiven Defiziten entgegenwirken

Teil des Krankheitsbildes sind laut Schneider kognitive Störungen, die Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration und die Gedächtnisleistung beeinträchtigen und das alltägliche Leben trotz guter Kontrolle von psychotischen Symptomen sehr belasten können. „Durch gezieltes Training, für das inzwischen auch spezielle Computerprogramme zur Verfügung stehen, können Betroffene kognitiven Defiziten entgegenwirken“, erklärt der Psychiater. Indem sie an sich arbeiteten, könnten sie lernen, ihre soziale Wahrnehmung zu verbessern und zwischenmenschliche Situationen richtig zu interpretieren und zu verarbeiten.

Eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten solle Patienten dabei unterstützen, mehr Kontrolle über ihr Leben zu bekommen. Auch seien sie eine wichtige Voraussetzung, um möglichst nicht aus dem beruflichen oder privaten Bezug herauszufallen. Auch in Rollenspielen könnten Betroffene unter therapeutischer Anleitung Selbstsicherheit trainieren und Verhaltensweisen üben, die für eine erfolgreiche Interaktion mit anderen Menschen erforderlich seien, sagt Schneider.

Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, von der etwa ein Prozent der Bevölkerung weltweit zumindest ein Mal im Leben betroffen ist. Etwa 13.000 Menschen werden in Deutschland pro Jahr erstmals mit dieser Diagnose konfrontiert. Der Zeitpunkt der Ersterkrankung liegt bei Männern meist zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr, bei Frauen im Durchschnitt zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr. (AP)

www.psychiater-im-netz.de

 

 
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