Bagdad (apn) Zum zweiten Mal seit dem Sturz Saddam Husseins sind die Iraker aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Die wichtigsten Daten in der Entwicklung des Landes seit der US-Invasion:
2003:
20. März – US-Streitkräfte greifen den Irak an.
9. April – US-Kommandeure erklären Saddam Husseins Herrschaft für beendet.
13. Juli – Der von den USA eingesetzte Regierungsrat mit 25 Mitgliedern konstituiert sich in Bagdad.
15. November – US-Zivilverwalter Paul Bremer und der Regierungsrat verständigen sich auf einen Plan zur Machtübergabe an die Iraker bis zum 1. Juli 2004.
13. Dezember – Saddam Hussein wird in einem Bunker bei Tikrit gefunden.
2004:
April – Fotos dokumentieren den Missbrauch irakischer Gefangener im Gefängnis Abu Ghraib. US-Offensive gegen Rebellen in Falludschah.
8. August – Der Irak führt die Todesstrafe wieder ein.
1. November – Trotz anhaltender Anschläge und Kämpfe beginnt die Wählerregistrierung für die Wahl Ende Januar.
8. November – Angesichts der zunehmenden Gewalt verhängt die Regierung den landesweiten Ausnahmezustand.
2005:
30. Januar – Wahl eines Übergangsparlaments, der Nationalversammlung. Die klerikalen Schiiten gehen als Sieger aus der Wahl hervor, die von den Sunniten mehrheitlich boykottiert wird.
3. Mai – Der schiitische Politiker Ibrahim al Dschaafari wird als Ministerpräsident vereidigt.
28. August – Der Verfassungskonvent legt nach wochenlangem Ringen und gegen den Widerstand der Sunniten den Entwurf für eine neue Verfassung vor.
15. Oktober – Die Verfassung wird bei einem Referendum mehrheitlich von Schiiten und Kurden angenommen, die Sunniten sind zu großen Teilen dagegen.
15. Dezember – Bei der Parlamentswahl auf Grundlage der neuen Verfassung werden die schiitischen Parteien stärkste politische Kraft.
2006:
22. Februar – Nach einem Anschlag auf einen schiitischen Schrein in Samarra kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen.
20. Mai – Nuri al Maliki wird als Ministerpräsident vereidigt.
7. Juni – Bei einem US-Luftangriff wird der Anführer der Al Kaida im Irak, Abu Mussab al Sarkawi, getötet.
September – In der Provinz Anbar bilden erstmals sunnitische Stammesvertreter einen Erweckungsrat, um über das Vorgehen gegen Al Kaida zu beraten.
5. November – Saddam Hussein wird zum Tode verurteilt.
30. Dezember – Saddam Hussein wird hingerichtet.
2007:
10. Januar – US-Präsident Bush kündigt die Entsendung von mehr als 20.000 zusätzlichen Soldaten in den Irak an.
14. August – Bei Selbstmordanschlägen auf Siedlungen der kurdischen Jasiden werden mindestens 520 Bewohner getötet.
2008:
1. Februar – Bei Anschlägen auf zwei Kleintiermärkte in Bagdad werden rund 100 Menschen getötet.
1. September – Die US-Streitkräfte übergeben die Kontrolle über die Provinz Anbar an die Iraker.
4. Dezember – Die irakische Regierung stimmt dem Abzugsplan der USA zu.
2009:
1. Januar – Die USA übergeben die Kontrolle über die schwer gesicherte „Grüne Zone“ im Zentrum Bagdads an irakische Behörden.
27. Februar – US-Präsident Obama verkündet, bis zum 31. August alle Kampftruppen abzuziehen, bis Ende 2011 soll der letzte US-Soldat das Land verlassen.
30. Juni – Die US-Streitkräfte ziehen sich aus den Städten zurück.
19. August – Selbstmordattentäter greifen das Finanz- und das Außenministerium an, mehr als 100 Menschen werden getötet.
25. Oktober – Zwei Autobomben töten mindestens 155 Menschen im Zentrum Bagdads.
8. Dezember – Bei einem Anschlag kommen 127 Menschen ums Leben. Der 7. März 2010 wird als Datum für die nächste Parlamentswahl festgelegt.
2010:
25. Januar – Saddam Husseins Cousin, der berüchtigte „Chemie-Ali“, wird hingerichtet.
14. Februar – Ein von Schiiten dominiertes Gremium schließt 440 Kandidaten von der Wahl aus, die verdächtigt werden, Kontakte zu Saddam Husseins Baath-Partei gehabt zu haben. (AP)