Menschen & Meinungen – UN-Bericht kritisiert drastische Benachteiligung von Frauen in Asien – Muneeza Naqvi
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Zum internationalen Frauentag UN-Bericht kritisiert drastische Benachteiligung von Frauen in Asien

Muneeza Naqvi

08.03.2010

Die UN sprechen von einer wachsenden Lücke zwischen den Geschlechtern. Der Bericht wurde am Internationalen Frauentag vorgestellt und macht darauf aufmerksam, dass Süd- und Ostasien in fast allen Fragen der Gleichberechtigung weit zurückliegt. Foto: Aaron Favila/AP Photo
Die UN sprechen von einer wachsenden Lücke zwischen den Geschlechtern. Der Bericht wurde am Internationalen Frauentag vorgestellt und macht darauf aufmerksam, dass Süd- und Ostasien in fast allen Fragen der Gleichberechtigung weit zurückliegt.

Foto: Aaron Favila/AP Photo

Neu-Delhi (apn) Die gezielte Abtreibung weiblicher Föten, schlechtere Ernährung und Gesundheitsfürsorge für Frauen in Asien haben dramatische Folgen: Allein im Jahr 2007 seien knapp 100 Millionen Frauen einfach „verschwunden“, schreiben die Vereinten Nationen in einem am Montag veröffentlichten Bericht. Die Mädchen kamen entweder nie zur Welt oder sie starben, weil sie schlechter behandelt wurden als Jungen. Die UN sprechen von einer wachsenden Lücke zwischen den Geschlechtern.

Der Bericht wurde am Internationalen Frauentag vorgestellt und macht darauf aufmerksam, dass Süd- und Ostasien in fast allen Fragen der Gleichberechtigung weit zurückliegt. Demnach betreffen die Ungleichheiten bettelarme Länder wie Bangladesch, aber auch Industrienationen wie Japan.

In Ostasien ist der Unterschied von Mädchen und Jungen demnach schon bei der Geburt am höchsten. Da weibliche Föten viel öfter abgetrieben werden als männliche, kommen auf 100 geborene Mädchen 119 Jungen. Weltweit beträgt das Verhältnis 107 Jungen zu 100 Mädchen, wie die Wissenschaftler schreiben. „Die Zahlen sind erschreckend, und die Kluft wächst weiter“, sagte Anuradha Rajivan, der die Studie leitete.

Höhere Sterblichkeit wegen schlechter Ernährung

Überdies würden Frauen und Mädchen beim Zugang zu Gesundheitsversorgung und ausreichender Nahrung benachteiligt. Dies führe zu einer höheren Sterblichkeit. Die Forscher vermuten, dass allein 2007 rund 96 Millionen Frauen dadurch „verschwunden“ seien. China und Indien sind demnach für je 43 Millionen „vermisste“ Frauen verantwortlich, in Pakistan sind es 6,1 Millionen und in Südkorea 200.000. Untersucht wurden sieben Länder: Indien, China, Pakistan, Bangladesch, Iran, Südkorea und Nepal.

In Südasien sterben der UN-Untersuchung zufolge 500 Frauen auf 100.000 lebend geborene Kinder. Das sei der schlechteste Wert außerhalb Schwarzafrikas. Nur wenig mehr als die Hälfte der Frauen in der Region lernt demnach lesen und schreiben – nirgends auf der Welt sind es weniger.

Politische Beteiligung in Japan schlechter als in Nepal

In Fragen der politischen Beteiligung von Frauen liegt nur der arabische Raum noch hinter Asien. Ausgerechnet die wohlhabenden ostasiatischen Staaten schneiden hier am schlechtesten ab: Japanerinnen kommen nur auf einen Anteil von zehn Prozent in den Parlamenten, Südkoreanerinnen auf 14 Prozent. Im konservativen Nepal dagegen ist immerhin ein Drittel der Abgeordneten weiblich.

Oft verdienen Arbeitnehmerinnen in Asien nur die Hälfte dessen, was Männer bekommen, heißt es in dem UN-Bericht. Überdies müssten sie die Jobs machen, für die sich kein Mann hergebe.

Auch häusliche Gewalt sei weitverbreitet: Jede zehnte Frau in Südostasien berichtete der Untersuchung zufolge, ihr Partner sei schon einmal handgreiflich geworden.

Um die Benachteiligung von Frauen zu verringern, schlagen die UN Verfassungsreformen und eine bessere Ausbildung von Polizisten und Richtern vor. Außerdem sollten religiöse Gesetze fortschrittlicher interpretiert werden, um Gleichberechtigung zu gewährleisten. (AP)

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