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Ex-MI5-Chefin: USA hielten Infos über Misshandlung Terrorverdächtiger zurück

DAPD

10.03.2010

London (apn) Die USA haben wichtige Verbündete nach Aussage der früheren Direktorin des britischen Inlandsgeheimdienstes absichtlich über die Misshandlung von Terrorverdächtigen im Unklaren gelassen. Einzelheiten über den Umgang mit Häftlingen wie dem mutmaßlichen Drahtzieher von 9/11 Khalid Sheikh Mohammed seien bewusst zurückgehalten worden, sagte Eliza Manningham-Buller am Dienstag im Parlament. Washington sei wichtig gewesen, „dass Leute wie wir nicht herausfanden, was sie taten“, erklärte die frühere MI5-Chefin.

Die britischen Geheimdienste sind wegen möglicher Zusammenarbeit bei der Folter von Terrorverdächtigen im Ausland in die Kritik geraten. Ein Gericht erklärte im Februar, der MI5 habe das Parlament und die Justiz möglicherweise darüber getäuscht, wie viel er tatsächlich über die Misshandlungen von Gefangenen in Gewahrsam der CIA wusste. Entsprechende Beteuerungen seien unglaubwürdig, hatte Richter David Neuberger erklärt.

Manningham-Buller sagte, sie habe sich 2002 oder 2003 gefragt, wie die USA Großbritannien mit Informationen von Sheikh Mohammed versorgen konnten und „warum er redet“. Erst nach ihrem Rücktritt habe sie dann erfahren, dass der Gefangene 160 Mal dem sogenannten Waterboarding unterzogen wurde. Fälle von Misshandlung waren der britischen Regierung demnach aber schon vorher bekannt.

London habe in Washington wegen der Behandlung von Häftlingen offiziell Kritik vorgebracht, sagte Manningham-Buller weiter, ohne Einzelheiten zu nennen. Sie gab ihren Posten beim Inlandsgeheimdienst 2007 auf und ist seitdem Mitglied im Oberhaus. (AP)

 

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