Aktuelle Nachrichten – China - Medien
10.03.2010
Peking (apn) Ein chinesischer Zeitungsjournalist ist nach eigenen Angaben für einen Kommentar bestraft worden, in dem er eine Reform des unpopulären Einwohnermeldesystems gefordert hat. Kritikern zufolge diskriminiert das System die arme Landbevölkerung. Der frühere Chefredakteur der Pekinger Zeitung „Economic Observer“, Zhang Hong, schrieb in einem vom „Wall Street Journal“ veröffentlichten Leserbrief, er sei für seine Kritik „entsprechend bestraft“ worden. Der Kommentar erschien am 1. März und erschien in 13 chinesischen Zeitungen.
„Andere Kollegen und Medienpartner fühlten ebenfalls Auswirkungen“ schrieb Zhang in dem auf Dienstag datierten Brief. Er teilte nicht mit, ob er seines Postens enthoben worden sei. Er sei nun ein „unabhängiger Kommentator“, erklärte er.
Direkte und öffentliche Kritik an der chinesischen Regierung ist höchst ungewöhnlich. Zwar berichten Zeitungen verstärkt über kontroverse Themen, um Leser zu gewinnen, Kommentare halten sich aber in der Regel eng an die Parteilinie.
Zhang schrieb, er habe seinen Artikel bewusst kurz vor dem Beginn der jährlichen Parlamentssitzung platziert, in der sich zwei Wochen Abgeordnete aus allen Provinzen in Peking versammeln. „Um es ganz offen zu sagen: In den 36 Jahren meines Lebens habe ich nie gewusst, welche Vertreter von mir gewählt worden sind, welche in der Lage sind, für mich Gerechtigkeit zu erwirken“, schrieb Zhang. (AP)
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