Gesundheit - Aktuelle Nachrichten, Ratgeber und Berichte – Unbeständiger Blutdruck erhöht Infarktrisiko – Maria Cheng
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Gesundheit

Häufige Messungen sinnvoll Unbeständiger Blutdruck erhöht Infarktrisiko

Maria Cheng

12.03.2010

Menschen mit schwankenden Blutdruckwerten sind stärker infarktgefährdet. Foto: Rainer Sturm/www.pixelio.de
Menschen mit schwankenden Blutdruckwerten sind stärker infarktgefährdet.

Foto: Rainer Sturm/Pixelio

London (apn) Wenn der Blutdruck nur ab und zu hoch ist, könnte das schlimmer sein als ein dauerhaft erhöhter Wert. Das geht aus vier Studien hervor, die am Freitag in den medizinischen Fachzeitschriften „Lancet“ und „Neurology Lancet“ veröffentlich wurden. Europäische Forscher legen darin nahe, die derzeitigen Empfehlungen für Bluthochdruck-Patienten zu überarbeiten.

Der Arzt Peter Rothwell untersuchte in einem Krankenhaus in Oxford rund 8.000 Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten hatten. Sein Ergebnis: Wer an einem ständig schwankenden Blutdruck litt, hatte ein sechs Mal höheres Infarktrisiko als Patienten mit konstant erhöhtem Blutdruck. Zusammen mit Kollegen wies Rothwell in zwei anderen Studien nach, dass Medikamente, die Spitzen im Blutdruck reduzierten, am besten zur Verhinderung von Infarkten geeignet waren.

Nach Ansicht Rothwells könnten die neuen Erkenntnisse zu einer Verdoppelung der Bluthochdruck-Patienten führen. Die Krankheit ist für etwa die Hälfte aller Schlaganfälle und Herzinfarkte verantwortlich. Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen hat zu hohen Blutdruck.

US-Herzgesellschaft empfiehlt häufige Messungen zu Hause

Experten hatten schon länger untersucht, ob Menschen mit schwankenden Blutdruckwerten stärker gefährdet sind. Die nun veröffentlichten Studien sind aber die ersten, die den Zusammenhang über mehrere Jahre nachweisen.

Die Schlussfolgerungen aus den neuen Forschungsergebnissen sind noch umstritten. Die Amerikanische Herzgesellschaft rät jedem, der an Bluthochdruck leidet, seine Werte regelmäßig zu Hause zu messen. Die gelegentlichen Untersuchungen beim Arzt könnten nicht ausreichend sein, um die Schwankungen nachzuweisen.

Andere Mediziner nannten die Ergebnisse Rothwells und seiner Kollegen zwar interessant, rieten aber dazu, erst weitere Untersuchungen abzuwarten. „Wir können nicht jedes Mal die Richtlinien ändern, wenn etwas Neues herauskommt“, sagte Lars Hjalmar Lindholm, Forscher an der Uniklinik im schwedischen Umea.

„Schädigungen brauchen Monate und Jahre“

Rothwell riet Patienten mit schwankend hohem Blutdruck dazu, nicht übereilt ihre Therapie zu ändern. Die Betroffenen sollten zunächst mit ihrem Arzt sprechen. „Die Schädigungen brauchen Monate und Jahre, um sich zu entwickeln.“

Die neuen Erkenntnisse sollten seiner Ansicht nach auch niemanden dazu bringen, die Behandlung von gewöhnlichem Bluthochdruck abzubrechen. „Ich will auf keinen Fall, dass die Leute jetzt denken, ihr konstant hoher Blutdruck sei kein Problem.“ Es ginge allein darum, künftig auch diejenigen zu behandeln, deren Blutdruck nur ab und zu nach oben gehe. (AP)

 

 
Anzeige
Anzeige
Anzeige