China News - Politik – Aktuelle Ansichten aus Amerika über die Bedrohung durch Chinas Regime – D.J. McGuire / Gastautor
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Zeitgeist Aktuelle Ansichten aus Amerika über die Bedrohung durch Chinas Regime

D.J. McGuire / Gastautor

12.03.2010

Wie stark oder wie schwach ist die Bedrohung durch das chinesische kommunistische Regime tatsächlich? Foto: Feng Li/Getty Images
Wie stark oder wie schwach ist die Bedrohung durch das chinesische kommunistische Regime tatsächlich?

Foto: Feng Li/Getty Images

Der Zeitgeist zeigte uns unlängst an zwei Beispielen, wo wir uns vis à vis zum kommunistischen China befinden: Von den meisten Menschen wird die Bedrohung als höchst real verstanden, aber vielleicht stärker, als sie in Wirklichkeit ist. Unglücklicherweise ignorieren diejenigen, die genug wissen um zu verstehen, wie schwach das chinesische kommunistische Regime ist, immer noch die Motive der Partei.

Unser erstes Beispiel ist ungewöhnlich – Übertragung von Fernsehsendungen. CBS' „NCIS: Los Angeles“ ist ein neuer Favorit in den Haushalten, mit Handlungsabläufen, wo sich um die typischen Kriminalgeschichten herum eine militärische Fassade legt. Gelegentlich wagt sich die Show in moderne Geopolitik – und betrachtet fast immer den Wahhabist-Ba'athist-Khomeinischen Krieg (besser bekannt als Krieg gegen den Terror).

In dieser Woche jedoch wurden die Zuschauer mit einer der intensivsten anti-kommunistischen Fernsehsendungen konfrontiert, die es seit der Debatte über die festen Handelsbeziehungen vor einem Jahrzehnt gegeben hat. Die Untersuchung des Selbstmordes eines Marineoffiziers deckte den Spionagering chinesischer Familien auf, die zugestimmt hatten, ihre Kinder zu Geheimdienstlern zu erziehen im Austausch für ein Leben in Amerika – und die dann auch die Erlaubnis bekommen hatten, mehr als ein Kind zu haben. (Der Offizier war ein solcherart erzogener Spion, doch er nahm sich lieber das Leben, als die Vereinigten Staaten zu verraten.)

Ob nun der chinesische Geheimdienst schlau genug ist (vielleicht) und geduldig genug ist (absolut), einen solchen Plan auszubrüten, ist nicht der Punkt. Es geht um Folgendes: die Hauptthemen der anti-kommunistischen Bewegung – die Gefahr von Spionage durch die KPCh, die Notlage der Opfer des Regimes, die gezwungen wurden, Agenten des Regimes zu werden, das entsetzliche „ein Kind“ Fiasko – wurden durch einen wichtigen Sender im ganzen Land ausgestrahlt, so dass alle zuschauen konnten. Wenn selbst Hollywood bereit ist, die Bedrohung durch die kommunistischen Chinesen zu akzeptieren, dann ist Washington auch nicht weit davon entfernt.

Unglücklicherweise wird Washington in der Zwischenzeit ein unerträglicher Ort sein, solange es die Tom Friedmans (Kolumnist der New York Times) der Welt anzieht.

Darum ist – als zweites Ereignis – die Veröffentlichung der „Washington Post“ „Es gibt eine neue Rote Gefahr. Aber ist China tatsächlich so Angst einflößend?“ von Steve Mufson und John Pomfret so hilfreich – bis zu einem gewissen Punkt. Die ehemaligen Korrespondenten der „Washington Post“ im kommunistischen China beschreiben ausführlich die Löcher in der Theorie: „Chinesisches Jahrhundert“.

Zu den interessantesten Dingen gehören: „Die Prognosen über Chinas Wirtschaftswachstum scheinen die sich abzeichnende demografische Krise auszunützen. China wird das erste Land in der Welt sein, das erst alt wird bevor es reich wird. In der Mitte dieses Jahrhunderts wird der prozentuale Anteil der Bevölkerung über 60 höher sein als in den Vereinigten Staaten und mehr als 100 Millionen Chinesen werden über 80 sein.

Auch sieht sich China großen Engpässen bei der Wasserversorgung gegenüber, was Unternehmen für den Weizenanbau ebenso betreffen wird wie die Fabriken für Mikrochips.

Und was ist mit all diesen Ingenieuren? Im Jahr 2006 berichtete die „New York Times“ dass in China 600.000 Ingenieure die Hochschule absolvieren, wohingegen es nur 70.000 in den Vereinigten Staaten sind. Der Bericht erschien im „Housefloor“. Es gibt allerdings ein Problem: Chinas Statistiker zählen auch alle Automechaniker und Fachleute für die Reparatur von Kühlschränken zu den Ingenieuren.

Mit anderen Worten: Die KPCh ist bei weitem nicht so stark wie viele fürchten.

Unglücklicherweise machen Pomfret und Mufson einen auch allgemein immer größer werdenden Fehler. Vor einigen Jahrzehnten hatten die Vereinigten Staaten mit einem anderen asiatischen Giganten zu tun, mit Japan. Aber dann geschah etwas. Japans Wirtschaft verlor das Spiel. Die 1990er Jahre wurden zu einer „verlorenen Dekade“ und zwar so sehr, dass Japan während der schlimmsten Tage der jüngsten Finanzkrise als warnendes Beispiel heraufbeschworen wurde, wenn wir nicht endlich etwas unternehmen, um unsere Wirtschaft anzukurbeln.

Ich erinnere mich in der Tat daran wie es war, als die Angst vor einem aufsteigenden Japan Amerika zu verschlingen schien. Es gibt nur ein Problem: Japan war Amerikas Alliierter, eine Tatsache, die die „Nipponphobie“ (vorausgesetzt das ist ein Begriff) bombastisch und lächerlich machte.

Im Gegensatz dazu ist die KPCh Amerikas Feind. Dieses Motiv, bei Mufson und Pomfret verloren gegangen, nicht aber bei „Writers' Guild“, macht den Unterschied aus.

In den 1979er Jahren war auch der europäische Kommunismus ein hoffnungsloser Fall. Die Sowjetunion hatte einen Führer, der sich mehr und mehr von der Realität entfernte, als sein Volk großen Leiden ausgesetzt war. Doch die Sowjets, wie die KPCh heute, sahen diese Schwächen als Grund an, ihre Macht auf dem Globus auszuweiten (um der Schwachheit etwas entgegenzusetzen). Und weil sie sich einem unsicheren und an sich selbst zweifelnden Amerika gegenüber sahen, wurde das Jahrzehnt, das eigentlich zu ihrem Untergang hätte führen müssen, zu einem Jahrzehnt ihres Aufstiegs zur Weltmacht.

Die KPCh befindet sich in ähnlich schwierigen Verhältnissen (wie damals die europäischen Kommunisten) und sieht sich vielleicht einem ähnlich verwirrten und an sich zweifelnden Amerika gegenüber. Die Schwäche der KPCh sollte uns über unsere Position beruhigen, aber sie sollte uns nicht darüber beruhigen, was die Motive dieser Partei angeht.

Das letztere ist etwas, das Washington immer noch nicht ganz erfasst hat. Dass ausgerechnet Hollywood dieses ergründet hat, ist ein gutes Zeichen, aber es erinnert uns auch daran, wie weit wir noch davon entfernt sind, dass China endlich wieder frei ist und Amerika in Sicherheit.

D.J. McGuire ist Mitbegründer der China e-Lobby und Autor des Buches „Drache im Dunklen: Wie und warum das kommunistische China unseren Feinden im Krieg gegen den Terror hilft" (Dragon in the Dark: How and Why Communist China Helps Our Enemies in the War on Terror)

 

Originalartikel auf Englisch: Deciphering Current Views on Chinese Regime Threat

 

 
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