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Afghanistan Anschlagsserie erschüttert Kandahar

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14.03.2010

Kanadische Soldaten der International Security Assistance Force in derNähe der Explosion in Kandahar, Afghanistan. Foto: AP Photo/Allauddin Khan
Kanadische Soldaten der International Security Assistance Force in derNähe der Explosion in Kandahar, Afghanistan.

Foto: AP Photo/Allauddin Khan

Kandahar (apn) Eine schwere Anschlagsserie hat in der südafghanischen Provinzhauptstadt Kandahar mindestens 35 Menschen in den Tod gerissen. Der Gouverneur der gleichnamigen Provinz, Turjalai Wessa, forderte am Sonntag Verstärkungen afghanischer Truppen und eine engere Koordination mit den NATO-Truppen an.

Kandahar ist eine Hochburg der islamisch-extremistischen Taliban-Bewegung und soll Schauplatz der nächsten Offensive afghanischer und internationaler Truppen gegen die Aufständischen werden. Eine solche Offensive findet derzeit in der Nachbarprovinz Helmand statt.

Ein Einwohner der Provinzhauptstadt Kandahar, Dschawed Ahmad, sagte, derzeit könnten sich Taliban weitgehend unbehelligt in der Stadt und Provinz bewegen. „Sie können tun, was immer sie wollen, und die Regierung hat die Lage nicht unter Kontrolle“, sagte der 40-Jährige. „Wir fühlen uns in der Präsenz all der Truppen in Afghanistan nicht sicher und es ist für uns furchtbar, in so einer Situation zu leben. Noch nicht einmal zuhause fühlen wir uns sicher, und wir können nicht ausgehen.“

Nach Angaben des Kabuler Innenministeriums wurden nach den zwölf Anschlägen vom Samstag bis Sonntag 35 Tote gezählt – 13 Polizisten und 22 Zivilpersonen. Die meisten Opfer habe es bei einem Anschlag auf eine Polizeiwache gegeben, in deren Nachbarschaft eine Hochzeit gefeiert worden sei. Sechs Frauen und drei Kinder seien unter den Todesopfern. 57 Personen wurden verletzt und 42 Häuser beschädigt, hieß es weiter.

Hauptziel des Angriffs war nach Angaben von Ahmed Ali Karsai, einem Halbbruder von Präsident Hamid Karsai, ein kürzlich von kanadischen Soldaten neu befestigtes Gefängnis. Dieses war 2008 schon einmal Ziel eines Selbstmordanschlags, nach dem dann hunderte Gefangene fliehen konnten. Dieses Mal sei niemand entkommen, sagte Karsai. Die Kanadier hätten gute Arbeit geleistet.

Eine weitere Explosion habe sich sich vor dem Eingang zum Polizeihauptquartier in Kandahar ereignet, sagte Karsai. Dort habe es viele zivile Opfer gegeben. Mehrere Gebäude seien eingestürzt, berichtete Bürgermeister Gulam Hamidi.

Kandahar hat 800.000 Einwohner. Die Stadt ist das Wirtschaftszentrum Südafghanistans und die größte Stadt in der gleichnamigen Provinz. (AP)

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