Aktuelle Nachrichten – Medizin
07.04.2010
Berlin (apn) Die Belastung von Wohnhäusern mit dem Gas Radon kostet jährlich rund 1.900 Bundesbürger das Leben. Das radioaktive Gas sei nach Tabakkonsum die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs, betonen Umweltmediziner der Universität Erlangen. Wie die Forscher in der Zeitschrift „Deutsches Ärzteblatt International“ schreiben, wurden in Studien in 36 Prozent der Wohnhäuser Radonwerte oberhalb von 100 Becquerel pro Kubikmeter gemessen. In 18 Prozent der Gebäude wurden sogar 200 Becquerel überschritten. Zum Vergleich: In der Außenluft liegen die Werte bei 1 bis 15 Becquerel.
Radon kommt vor allem in deutschen Mittelgebirgen vor, etwa im Erzgebirge, im Bayerischen Wald oder im Schwarzwald. Das Gas entweicht aus dem Boden, kann durch Risse und Öffnungen in Innenräumen gelangen und sich dort anreichern. Die Forscher raten, die besonders gefährdeten Gebäude zu identifizieren und radonsicher zu sanieren.
(Quelle: „Deutsches Ärzteblatt International“, Vol. 107, S. 181-186) (AP)
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