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Über 30.000 Tote bei Erdbeben in Kaschmir

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09.10.2005

ERDBEBEN in Pakistan Südasien - Anblick einer zerstörten Schule, Sonntag den 9. Oktober  2005 in der über 100 Schüler während eines schweren Erdbebens getötet wurden. Gari Habibullah, 90 Kilometer (56 Meilen) von Islamabad, Pakistan. (AP Foto/B.K.Bangash)
ERDBEBEN in Pakistan Südasien - Anblick einer zerstörten Schule, Sonntag den 9. Oktober 2005 in der über 100 Schüler während eines schweren Erdbebens getötet wurden. Gari Habibullah, 90 Kilometer (56 Meilen) von Islamabad, Pakistan. (AP Foto/B.K.Bangash)

Balakot/Pakistan - Zehntausende Tote sind die Bilanz der Erdbebenkatastrophe in Südasien: Allein im pakistanischen Teil der Region Kaschmir kamen nach offiziellen Angaben mehr als 30.000 Menschen ums Leben. Der Erdstoß der Stärke 7,7 hatte am Samstag Dutzende Ortschaften dem Erdboden gleichgemacht. Das Beben ist die schwerste Naturkatastrophe in der Geschichte Pakistans, auch in Indien wurden mehrere hundert Menschen getötet. Weltweit wurde eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst.             

Das Innenministerium in Islamabad bestätigte am Sonntag zunächst 19.136 Tote in Kaschmir und Nordwestpakistan, mehr als 42.000 Menschen wurden verletzt. Am schlimmsten getroffen sei die Provinzhauptstadt Muzaffarabad mit 11.000 Toten, erklärte Innenminister Aftab Khan Sherpao. Später sagte der Kommunikationsminister von Kaschmir, Tarik Mahmmod, allein in dieser Region seien mehr als 30.000 Menschen ums Leben gekommen. Viele der Opfer seien Schüler, sagte er der Nachrichtenagentur AP.             

Behörden in Indien meldeten 600 Toten und mehr als 900 Verletzte. In Afghanistan kamen mindestens vier Menschen ums Leben.                 

Zahlreiche Überlebende mussten in Pakistan die Nacht bei eiskalten Temperaturen unter freiem Himmel verbringen. Kommunikationsminister Mahmmod erklärte, die Streitkräfte könnten bislang nur den Opfern in größeren Städten helfen. In den ländlichen Gebieten »sind die Leute noch immer unter Trümmern begraben«. In der pakistanischen Stadt Balakot lagen am Sonntag Tote auf den Straßen. Einwohner suchten mit bloßen Händen nach Überlebenden unter den Trümmern der eingestürzten Häuser.               

Der Erdstoß brachte auch ein zehngeschossiges Hochhaus der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zum Einsturz, mindestens 24 Menschen kamen dabei ums Leben. Am Sonntag bargen Einsatzkräfte zwei verschüttete Bewohner, eine Frau und einen Jungen. Die beiden seien außer Lebensgefahr, sagte ein Klinikarzt.         

Zwtl: Zahlreiche heftige Nachbeben registriert        

Der pakistanische Staatspräsident Pervez Musharraf bat die internationale Gemeinschaft um finanzielle Unterstützung. Pakistan brauche dringend Medikamente, Zelte, Transporthubschrauber und Finanzhilfe, sagte Musharraf, der selbst zu einer Reise in das Katastrophengebiet aufbrach.          

Zahlreiche Länder, darunter Deutschland, die Schweiz, die Türkei, Japan und internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen sicherten Unterstützung zu. Die EU stellte Soforthilfe von 3,6 Millionen Euro bereit. Papst Benedikt XVI. rief am Sonntag zu einer »raschen und großzügigen« Hilfe für die Opfer des Erdbebens auf. Auch die indische Regierung bot dem langjährigen Rivalen Pakistan Unterstützung an. Indien werde alle Hilfe zur Verfügung stellen, die Pakistan für geeignet halte, erklärte Ministerpräsident Manmohan Singh in einem Schreiben an Musharraf.            

Das Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte vom Sonntag eine Stärke von 7,7. Der Erdstoß erschütterte die Region am Samstagmorgen kurz vor 09.00 Uhr Ortszeit, sein Zentrum lag rund 100 Kilometer nordöstlich von Islamabad. Hochhäuser schwankten etwa eine Minute lang, Menschen liefen in Panik auf die Straßen. Telefonverbindungen brachen zusammen. Krankenhäuser brachten ihre Patienten ins Freie, weil sie den Einsturz ihrer Gebäude fürchteten. Die amerikanische Erdbebenwarte zählte in den 24 Stunden nach dem ersten Erdstoß 22 Nachbeben, darunter eines mit der Stärke 6,2. (AP)         

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