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Bangkok (apn) Thailand hat seinen Ruf als Urlaubsparadies zu verlieren. Die Unruhen der vergangenen Wochen belasten zusehends die Tourismusindustrie. Die feinsten Hotels der Hauptstadt Bangkok mussten diese Woche ihre Gäste fortschicken und zum Teil sogar schließen.
Die Hotels Grand Hyatt und Intercontinental in Bangkok stellten den Betrieb ein. Das Four Seasons ist zwar noch offen, hat aber all seine Restaurants geschlossen. Das Holiday Inn und das Continental brachten ihre Gäste in Sicherheit und teilten mit, bis kommenden Montag keine weiteren Reservierungen anzunehmen.
„Die Situation ist sehr angespannt. Wir verlegen unsere Gäste zu ihrer Sicherheit in andere Hotels“, sagt Patty Lerdwittayaskul, die Sprecherin des 380 Zimmer zählenden Grand Hyatt Erawan. Das Hotel soll bis Samstag geschlossen bleiben.
Die angespannte Lage zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften schien am Mittwoch erneut zu eskalieren. Die Demonstranten – offiziell nennen sie sich Vereinigte Front der Demokratie gegen Diktatur – wollen die Belagerung der Hauptstadt so lange fortsetzen, bis die Regierung nachgibt und zurücktritt.
Die Proteste der sogenannten Rothemden halten schon seit sechs Wochen an. Das Einkaufs- und Hotelviertel ist seit 19 Tagen unter Belagerung. Mehrere tausend Anhänger der Opposition schlafen auf den Gehsteigen. Sie haben Freiluftduschen errichtet und mobile Toiletten aufgestellt. Gleichwohl kommt es zunehmend zu Verschmutzungen.
Die Demonstranten haben die Zugänge zum Viertel abgeriegelt und Barrikaden aus Reifen mit angespitzten Bambusrohren und Stacheldraht errichtet. Haufen von Pflastersteinen liegen griffbereit auf der Straße. Schwarz gekleidete Wachen der Rothemden, teils in schusssicheren Westen, haben Kontrollstellen besetzt.
„Kein Land des Lächelns mehr, das Bild ist zerstört“, sagt Apichart Sankary von der thailändischen Tourismuszentrale. „Soldaten mit Gewehren verschrecken die Touristen. Sie können nicht glauben, dass das hier Thailand ist.“
Die Auslastung der Hotels zu dieser Jahreszeit beträgt normalerweise 60 oder 70 Prozent, jetzt liegt sie bei etwa 30 Prozent. Geschäftsleute und Händler in der Gegend beklagen Ausfälle in Millionenhöhe. Die thailändische Tourismusbranche macht sechs Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus.
Der Manager des Four Seasons, Rainer Stampfer, sagt, die Belegung sei minimal, und das Hotel werde bis mindestens Montag keine neuen Reservierungen annehmen. Zur Mittagszeit herrscht sonst reger Betrieb, jetzt liegt die Lobby verlassen da. Die Rezeption ist unbesetzt.
So wie alle Hotels in der Gegend hat auch das Four Seasons die Eingänge mit Absperrungen gesichert, um eine eventuelle Erstürmung abwehren zu können. Gegen den Gestank von etwa 30 mobilen Toiletten in der Nähe bieten die Absperrungen keine Abhilfe. Die Demonstranten hängen ihre Wäsche zum Trocknen über die Hoteltore.
Rothemden haben vor einer Einkaufspassage ein Transparent aufgehängt, um sich auf Englisch bei den ausländischen Besuchern zu entschuldigen: „Willkommen in Thailand. Wir wollen bloß Demokratie“.
Die Fronten zwischen beiden Lagern sind seit dem 10. April völlig verhärtet. Damals kamen bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern 25 Menschen ums Leben, etwa 800 wurden verletzt. Die Gewalt drohte Anfang dieser Woche erneut zu eskalieren, als Soldaten in voller Kampfmontur nahe des Einkaufsviertels Rajprasong aufmarschierten, um eine geplante Kundgebung in der Nähe des Banken- und Geschäftsbezirks Silom zu vereiteln. Der Protestmarsch wurde abgesagt, doch die Lage bleibt angespannt. (AP)
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