Aktuelle Nachrichten – Panorama
04.05.2010
Foto: Mark Humphrey/AP Photo
Nashville (apn) Country-Musikern zerreißt es das Herz: Ihr Mekka, das Grand Ole Opry House in Nashville, steht unter Wasser. Nach starken Regenfällen trat der Cumberland River über die Ufer und überschwemmte die Stadt mitsamt dem Entertainment-Komplex, in dem die traditionsreiche Radiosendung zuhause ist. In der Grand Ole Opry aufzutreten, ist für Country-Musiker der Ritterschlag.
Entsprechend niedergeschmettert waren viele Stars der Branche, als sie von der Überflutung erfuhren. Vor allem sorgen sie sich um die Bühne: In der Mitte ist ein knapp zwei Meter messender Kreis aus Brettern eingelassen, die von der Bühne der früheren Spielstätte im Ryman Auditorium stammen. Hier schlägt für viele Fans das Herz der Country Music.
„Für jeden Country-Sänger gibt es nur einen Ort, an dem man einmal im Leben aufzutreten träumt, und das ist das Grand Ole Opry House“, weiß Blake Shelton aus Erfahrung. „In diesem Kreis aus Holz von der Ryman-Bühne zu stehen, ist für mich nie eine Selbstverständlichkeit. Die Geschichte und das Vermächtnis dieses Kreises ist ehrfurchtgebietend.“
Dierks Bentley musste am Wochenende zum ersten Mal in seiner Karriere Auftritte absagen, weil sein Haus unter Wasser stand. Doch das ist nichts im Vergleich zum Konzertsaal, findet er. „Es hat uns alle getroffen“, sagt er. „Die ganze Stadt ist verwüstet. Aber die Grand Ole Opry betroffen zu sehen, das war wirklich ein Schlag für mich, sogar noch mehr als das Wasser in meinem eigenen Haus.“
Die Schäden am Konzertgebäude seien Gesprächsthema Nummer eins unter den Kollegen, berichtet der Musiker. Wie groß sie sind, war zunächst nicht abzusehen. Auf freigegebenen Pressefotos ist zu sehen, dass das Wasser fast einen Meter hoch steht. Die für diese Woche geplanten Shows wurden an andere Spielstätten verlegt. „Das Opry House ist heiliger Boden“, erklärte Shelton. „Wir müssen alle mithelfen, damit es bestehen bleibt.“
Das Gebäude, in dem die Radio-Shows und auch andere Konzerte stattfinden, gehört zu einem Opryland genannten Hotel- und Entertainment-Komplex am Ufer des Cumberland. „Ich hatte meinen ersten Auftritt in Opryland“, erinnert sich der Sänger John Rich. „Es überschwemmt zu sehen, bricht mir das Herz. Ich bin sicher, die Welt der Country Music wird zusammenstehen und mithelfen, mit dieser Katastrophe fertig zu werden. Ich bin bereit, die Ärmel hochzukrempeln, sobald ich gerufen werde.“
Die Flut erwischte die Grand Ole Opry in den Vorbereitungen auf eine Feier zum 85. Geburtstag. Die Rundfunksendung wird seit 1925 aus Nashville übertragen. Seit 1974 findet sie im Opry House statt, mit einer Stippvisite jeden Februar im alten Domizil im Ryman Auditorium. Schon 1975 einmal mussten die Veranstaltungen wegen einer Überschwemmung in die Stadthalle ausweichen.
http://www.opry.com (AP)