Umwelt – Bundesamt will mehr Wildnis in Deutschland – DAPD
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Naturschutz Bundesamt will mehr Wildnis in Deutschland

DAPD

12.05.2010

Bonn (apn) Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) will „mehr Mut zur Wildnis“ in Deutschland. „In Deutschland gibt es kaum noch Wildnisgebiete, die als natürlich bezeichnet werden können oder in denen eine ungelenkte Entwicklung stattfinden kann“, sagte die Präsidentin des Amtes, Beate Jessel, am Mittwoch in Bonn. Dringend erforderlich seien zusätzliche großflächige Gebiet, in denen sich die Natur ungestört entwickeln könne.

Optimistische Schätzungen kalkulieren den Anteil von Wildnisgebiet in Deutschland laut BfN aktuell auf maximal 0,5 Prozent der Landfläche. Hierbei handele es sich fast ausschließlich um die Kernzonen der deutschen Nationalparke. „Wildnis“-Lebensräume seien jedoch für viele Arten besonders bedeutsam. „Wir brauchen daher auch in Deutschland mehr Mut zur Wildnis“, hob die BfN-Präsidentin hervor. Allerdings rufe die Rückkehr von „wilden Tieren“ wie Wolf, Luchs oder Bär in Teilen der Bevölkerung oft erhebliche Vorbehalte und Ängste hervor.

Jessel betonte, die gut 50 Millionen Besucher der Nationalparke bewiesen, dass die Naturschutzgebiete auch wirtschaftlich interessant seien. Immerhin belaufe sich die Wertschöpfung dort auf 2,1 Milliarden Euro.

Ziel müsse es sein, auf zwei Prozent der Fläche Deutschlands Wildnis zuzulassen. Neben den Kernzonen bestehender und künftiger Nationalparke und ausgewählten Waldflächen seien ehemalige Truppenübungsplätze und Bergbaufolgelandschaften, aber auch Bereiche der Binnengewässer und Auen, der Küsten, der Gebirge und der Moore für die Umsetzung geeignet. „Deutschland ist hier insgesamt gefordert, auch um ein gutes Beispiel zu geben, wenn es darum geht, unberührte Natur in anderen Teilen der Erde zu bewahren“, sagte Jessel. (AP)

 

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