Aktuelle Nachrichten – Umwelt
28.06.2010
Potsdam (apn) Wer wenig Fleisch und Milchprodukte isst, leistet auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Mit einer bewussten Ernährung könne der Ausstoß der in der Landwirtschaft anfallenden Treibhausgase Methan und Lachgas bis 2055 um 80 Prozent reduziert werden, errechneten Potsdamer Klimaforscher in einer am Montag veröffentlichten Studie. Im Jahr 2005 fielen in der Landwirtschaft weltweit immerhin 14 Prozent der von Menschen verursachten Treibhausgase an.
„Milch und Fleisch machen wirklich einen Unterschied“, erklärte Alexander Popp vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung . „Vermindern wir den Konsum dieser Lebensmittel, könnten wir die künftigen landwirtschaftlichen Emissionen von Lachgas und Methan unter das Niveau von 1995 senken.“ Die Gase fallen vor allem bei der Düngung von Äckern für den großflächigen Anbau von Futtermitteln an. Lachgas trägt etwa 300 Mal stärker zur Erderwärmung bei als Kohlendioxid, Methan ist etwa 20 Mal wirksamer.
Den Berechnungen zufolge würde der Ausstoß dieser Klimakiller bis 2055 wegen des Bevölkerungswachstums schon dann deutlich zunehmen, wenn der Pro-Kopf-Verbrauch von Lebensmitteln aus Fleisch und Milch auf dem Niveau von 1995 bliebe. Wird ein mit steigenden Einkommen in Entwicklungsländern zunehmender Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten berücksichtigt, nehmen die Emissionen noch stärker zu.
Um die Emissionen in den nächsten 45 Jahren unter das Niveau von 1995 zu senken, müsste nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler der weltweite Bedarf an Fleisch- und Milchprodukten dagegen alle zehn Jahre um jeweils ein Viertel sinken. „Viele arme und unterernährte Menschen in Entwicklungsländern, die häufig an Proteinunterversorgung leiden, können ihren Konsum nicht weiter einschränken. Im Gegensatz dazu hätte eine weniger fleischhaltige Ernährung in Industrienationen positive Gesundheitseffekte“, heißt es in der Studie. (AP)
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