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Hochrisikotechnologie Merkel will Atommeiler mindestens noch zehn Jahre am Netz halten

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30.08.2010

Frankfurt/Main (apn) Die deutschen Atomkraftwerke sollten nach Ansicht von Kanzlerin Angela Merkel 10 bis 15 Jahre länger am Netz bleiben als geplant. Aus fachlicher Sicht sei diese Dauer vernünftig, sagte die CDU-Vorsitzende am Sonntag in der ARD. Sie bezog sich dabei auf die Szenarien-Berechnung, die Schwarz-Gelb seit Freitag vorliegt. Als Regierungschefin müsse sie aber auch schauen, wie es um die Sicherheit bestellt sei, sagte Merkel. Demnach stellt sich auch die Frage, ob der Bundesrat den Plänen zustimmen muss.

Der Erhalt der Atomenergie als Brückentechnologie über das Jahr 2020 hinaus sei wünschenswert, betonte Merkel. Das betreffe sowohl die Versorgungssicherheit und den Strompreis als auch das Erreichen der Klimaziele. Deutschland habe Atomkraftwerke, die mit ihren Sicherheitsstandards weltweit führend seien. Nach ihrer Energiereise sei ihr klar, „dass das Thema Energie unauflösbar verbunden ist mit der Zukunft unserer Arbeitsplätze", sagte Merkel.

Gleichzeitig erneuerte Merkel ihre Forderung an die Atomindustrie nach einem Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien. Wie dieser Beitrag – der sich von einer Steuer unterscheiden müsse – ausgestaltet werde, müsse besprochen werden. Klar sei, dass es über die Brennelementesteuer hinaus einen Beitrag für erneuerbare Energien geben müsse, sagte Merkel.

Grüne: Verlängerung ist ideologisch beschlossen

Der „Spiegel" berichtete unterdessen, dass sich Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) auf eine Reihe von Maßnahmen für den Klimaschutz geeinigt hätten. Bei der Laufzeitverlängerungen lägen sie aber auseinander. Im Umweltministerium wird dem Bericht zufolge darüber nachgedacht, die Sicherheitsauflagen zum Schutz der Atommeiler vor entführten Passagierflugzeugen zu erhöhen. Die Betonhüllen der Meiler müssten verstärkt werden. Das sei aber bei alten Atomkraftwerken unrentabel.

Auf Nachfrage teilte ein Sprecher des Ministeriums lediglich mit, dass mit den Regierungsfraktionen noch ausführliche Gespräche geführt werden, bevor Entscheidungen fielen.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast erklärte, eine Laufzeitverlängerung sei längst ideologisch beschlossen, und es werde nach einer vorgeschobenen Begründung gesucht. „Atomenergie ist eine Hochrisikotechnologie, für deren Müll es kein Lager gibt und für dessen Kosten der Steuerzahler gnadenlos geschröpft wird", sagte sie. (AP)

 

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