Umwelt – Regierung bei Laufzeitverlängerung noch uneins – DAPD
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Keine Einigung Regierung bei Laufzeitverlängerung noch uneins

DAPD

30.08.2010

Berlin (apn) Auch nach Auswertung eines wissenschaftlichen Gutachtens ist sich die Bundesregierung noch nicht über längere Laufzeiten von Atomkraftwerken einig. Umweltminister Norbert Röttgen sagte am Montag in Berlin, es gebe verschiedene „Akzente und keine generellen Unterschiede„. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle erklärte, die Gutachter sähen den größten Nutzen bei einer um 12 bis 20 Jahren längeren Laufzeit.

In den Szenarien hatten die Gutachter dreier Institute Pfade in die Energiewirtschaft der Zukunft beschrieben. Analysiert wurden dabei auch die Kosten, die durch einen Atomausstieg im Jahr 2022 entstehen und bei Laufzeitverlängerungen zwischen 4 und 28 Jahren.

Brüderle sagte, das wichtigste Ergebnis der Gutachtens sei: „Der Weg in das regenerative Zeitalter ist möglich und auch gangbar.„ Allerdings müsse dazu das Energiekonzept grundlegend umgebaut werden. Eine Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke stehe dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht entgegen, sondern helfe dabei, sagte der FDP-Politiker.

Brüderle erklärte, wenn es beim geplanten Ausstieg aus der Atomenergienutzung bleibe, müssten die Kohlekraftwerke hochgefahren werden. Heute werde 40 Prozent des Stroms ohne Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid produziert, mit Atomkraftwerken und erneuerbaren Energien. Bei einer Laufzeitverlängerung um 12 Jahre gebe es 2030 dann 65 Prozent CO2-freien Strom, bei einer Verlängerung um 20 Jahre sogar 75 Prozent.

Röttgen sagte, bei allen untersuchten Laufzeitverlängerungen würden die Ziele der Bundesregierung erreicht, nämlich eine umweltschonende, sichere und bezahlbare Energieversorgung. So gesehen habe die „Laufzeitverlängerung allenfalls marginale Bedeutung„. Der CDU-Politiker wies darauf hin, dass Strom nur ein Drittel des Energieverbrauchs ausmacht. 40 Prozent entfielen auf die Gebäude und 20 Prozent auf den Verkehr. „Wir müssen ran an die Effizienz„, sagte der Umweltminister.

Röttgen erklärte, die Gutachter hätten bei ihren Berechnungen unterstellt, dass es die Infrastruktur für den Ausbau der erneuerbaren Energien bereits gebe. Aber es fehlten sowohl geeignete Netze als auch die Speicherkapazität. Da könne die Regierung nicht einfach beschließen, nur noch regenerative Energieträger einzusetzen, sagte der CDU-Politiker.

Das Gutachten ist die Grundlage für das Energiekonzept, das am 28. September im Bundeskabinett verabschiedet werden soll. Die Szenarien wurde berechnet vom prognos-Institut Basel, vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität Köln und von der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung Münster.

http://www.bmwi.de/ (AP)

 
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