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Auch die Kirchen gratulieren Merkel

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22.11.2005

Frankfurt/Main - Auch führende Repräsentanten der Kirchen haben Angela Merkel zur Kanzlerwahl gratuliert. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, wünschte der ersten Bundeskanzlerin am Dienstag «zum Wohle unseres Gemeinwesens viel Glück und Gottes Segen». Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Bischof Wolfgang Huber, sicherte Merkel «die Fürbitte und aktive Unterstützung der evangelischen Kirche» zu.

Lehmann unterstrich in seiner in Bonn veröffentlichten Grußadresse, dass auf die neue Bundesregierung wichtige Aufgaben zukämen. Als Beispiele nannte er den Abbau von Arbeitslosigkeit und sozialer Ungleichheit, die Stärkung der sozialen Sicherungssysteme und der wirtschaftlichen Leistungskraft und die Konsolidierung des öffentlichen Haushaltes sowie die Gewährleistung des besonderen Schutzes von Ehe und Familie. Bei allen anstehenden Reformen sei es wichtig, diese so zu gestalten, dass die Menschen die einzelnen Reformschritte mit vollziehen könnten. Es müsse erkennbar werden, «dass sie zum Wohle aller erfolgen und sich die Politik in den Dienst der Allgemeinheit stellt», sagte der Kardinal.

Die evangelische Bischöfin Margot Käßmann begrüßte in einem Interview der «Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen», dass Merkel ihren Amtseid mit Gottesbezug gesprochen habe. Menschen, die die Formel «So wahr mir Gott helfe» benutzten, zeigten, «dass sie sich von Gott getragen fühlen und sich aber auch vor ihm verantworten müssen». Die Kanzlerin zeige damit, welcher Ethik und welcher Moral sie sich verpflichtet fühle.

Huber dankte überdies dem scheidenden Bundeskanzler Gerhard Schröder für seine Arbeit. Es sei ihm und seiner Regierung als besonderes Verdienst anzurechnen, die notwendige Reform der sozialen Sicherungssysteme trotz zum Teil massiven Widerstands in Angriff genommen zu haben, «ohne sich dabei notwendigen Korrekturen zu verschließen». Huber würdigte auch Schröders Engagement in der internationalen Entwicklungs- und Friedenspolitik. (AP)

 
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