Berlin - Die Deutschen haben nur wenig Zutrauen zur Regierung der neuen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Laut einer am Dienstag von N24 veröffentlichten Emnid-Umfrage glauben nur 36 Prozent der Bundesbürger, dass die Ministerriege gut mit den künftigen Problemen fertig wird. 61 Prozent trauen das der neuen Regierung nicht zu.
Damit hat die neue Regierung dem Nachrichtensender zufolge einen ähnlich schlechten Eröffnungswert wie die Regierung Schröder 2002. Auch damals gaben nur 34 Prozent der Befragten der Regierung einen Vertrauensvorschuss, 62 Prozent jedoch nicht.
Besser beurteilt wurde in der Befragung Merkel selbst. Bei der Kanzlerfrage lag die CDU-Chefin mit 46 Prozent vor dem neuen SPD-Chef Matthias Platzeck, der auf 43 Prozent kam. Wurde nach den persönlichen Stärken der Bundeskanzlerin gefragt, so meinten 78 Prozent, dass sie sich für Deutschland einsetzt. 71 Prozent bezeichneten sie als kompetent, 69 Prozent als durchsetzungsstark und je 52 Prozent schätzten sie als sozial und vertrauenswürdig ein. Als sympathisch wurde sie dagegen nur von 48 Prozent wahrgenommen. 44 Prozent hielten sie für bürgernah. Nur 36 Prozent meinten, dass sie Deutschland nach vorne bringen werde.
Emnid befragte am (gestrigen) Montag 1.000 Bürger. Die mittlere Fehlertoleranz wurde mit plus/minus 2,5 Prozentpunkten angegeben.
Ein ähnliches Bild zeigt die jüngste monatliche Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Mittwochausgabe). Demnach erwarten nur 35 Prozent der Bevölkerung, dass die neue Bundesregierung große Fortschritte bei der Ankurbelung der Wirtschaft erreichen wird. Jeder Zweite erwartet keine großen Fortschritte.
Dass die Staatsverschuldung nicht weiter steigt, erwarten nur dreißig Prozent, 56 glauben an keine wesentlichen Fortschritte. Bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit trauen lediglich 27 Prozent der großen Koalition Erfolge zu, 66 Prozent glauben nicht an wesentliche Fortschritte.
Ähnlich schätzen die Bürger die Chancen auf die Kostendämpfung im Gesundheitswesen und bei der Sicherung der Rente ein. Die Zuversicht, daß die schwarz-rote Regierung für soziale Gerechtigkeit sorgen werde, haben demnach nur 18 Prozent. 63 Prozent teilen diese Zuversicht nicht. Die geringsten Hoffnungen haben die Bürger in finanziellen Fragen. Sowohl bei der Deckelung der Energiepreise als auch der Steuern und Abgaben, trauen der Regierung Merkel lediglich 15 Prozent große Fortschritte zu, gut 70 Prozent sind gegensätzlicher Überzeugung. Die Umfrage wurde Mitte November unter rund zweitausend Befragten gemacht. (AP)
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