Aktuelle Nachrichten – Europa
18.09.2006
Paris - Die französischen Behörden haben knapp 7.000 Zuwanderern ohne Papiere eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt. Dies sagte Innenminister Nicolas Sarkozy am Montag in einem vorab veröffentlichten Fernsehinterview. Im Zuge einer Sonderreglung Sarkozys vom Juni, die sich an Einwandererfamilien mit Schulkindern richtete, waren fast 30.000 Anträge auf Aufenthaltsgenehmigungen eingegangen. Die Familien, deren Anträge abgelehnt wurden, müssen nun mit ihrer Abschiebung rechnen.
Sarkozy hatte zunächst 6.000 Genehmigungen in Aussicht gestellt und damit die Kritik von Menschenrechtsorganisationen auf sich gezogen. Sie warfen den Behörden Willkür bei der Auswahl vor. Der Innenminister wies den Vorwurf zurück. Jeder, der die Bedingungen erfüllt habe, dürfe im Land bleiben. Allerdings waren einige Kriterien interpretationsbedürftig. Neben einem eingeschulten Kind und einem Aufenthalt von mindestens zwei Jahren mussten die Bewerber auch ihren Willen zur Integration beweisen.
Sarkozy sagte in dem Interview, insgesamt seien 6.924 Anträge angenommen worden. «Das ist die endgültige Zahl, jetzt werden wir zu den alten Verfahren zurückkehren.» In der Vergangenheit hatte Sarkozy mehrfach bekräftigt, wer keine Dokumente habe, sei zur Abschiebung bestimmt.
(AP)
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