Chinas Kultur – Das Leben der tibetischen Nomaden ist mühsam ... – Christine Riese
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Das Leben der tibetischen Nomaden ist mühsam ...

Christine Riese

17.12.2006

Das Mani-Handrad ist mit Zetteln gefüllt,  auf  denen  Mantras  und Gebete stehen. Die Betende verstärkt durch das ständige Drehen  der  Gebetsmühle die Wirkung der Mantras, die sie spricht. (Foto: China Photos/Getty Images)
Das Mani-Handrad ist mit Zetteln gefüllt, auf denen Mantras und Gebete stehen. Die Betende verstärkt durch das ständige Drehen der Gebetsmühle die Wirkung der Mantras, die sie spricht. (

Foto: China Photos/Getty Images)

Tibetische Nomaden leben nicht nur in der Autonomen Region Tibet (TAR), sondern auch auf dem Hochplateau der chinesischen Provinz Qinghai im Nordwesten Chinas. In Chinas größter Provinz mit etwa 700.000 Quadratkilometern Fläche leben nur fünf Millionen Menschen, davon sind ein Drittel Han-Chinesen. (Zum Vergleich: In Bayern leben auf rund 70.000 Quadratkilometern mehr als 12 Millionen Menschen.)

Im gebirgigen Westen von Qinghai führen viele Tibeter und auch Mongolen ein Leben als Nomaden. Auf dem Hochplateau von Qinghai, das im Süden bis in die sogenannte Autonome Region Tibet (TAR) hineinreicht, betreiben sie vor allem Wanderviehwirtschaft.

Über die Hälfte der Provinz Qinghai befindet sich in einer Höhe von 4.000-5.000 Metern. In diesen Höhen ist eine sesshafte Landwirtschaft nicht möglich. In den Sommermonaten nutzen die Nomaden die weiten und rauen Hochtäler extensiv als Weiden für ihre Schafe, Ziegen und Yaks.

Das trockenkalte Klima dieser Region mit einer Durchschnittstemperatur von 0 Grad Celsius hat lange Winter und kurze Sommer. Das Volk der Tibeter ist tief religiös. Der tibetische Buddhismus wurde auf der ganzen Welt bekannt, als das politische und geistliche Oberhaupt der Tibeter, der 14. Dalai Lama, im Jahre 1959 vor den chinesischen Invasoren fliehen musste. Die Tibeter wurden mit Gewalt unter die Herrschaft der atheistischen chinesischen KP-Regierung gezwungen. Auf unterschiedliche Weise werden heutzutage alle Tibeter, ob sie in der Autonomen Region Tibet oder in angrenzenden chinesischen Provinzen leben, an der Ausübung ihrer Religion gehindert: Bilder des Dalai Lama sind verboten, Klöster und heilige Stätten wurden in großem Umfang zerstört, Mönche und Nonnen vertrieben, so dass Kinder aus kinderreichen Familien hier nicht mehr wie früher als Mönche oder Nonnen eine Bleibe finden können.

Über die Religionsausübung der tibetischen Menschen außerhalb der Autonomen Region Tibet ist wenig bekannt. Tibet-Reisende berichten von in die Landschaft gebauten buddhistischen Altären und von religiösen Zeremonien.

Wie können die tibetischen Nomaden in der Provinz Qinghai ihren Glauben trotz der strengen Reglementierung durch die chinesische Zentralregierung ausüben? Kann man Menschen überhaupt ihres Glaubens berauben?

Ein Fotograf zeigt uns eine Versammlung von etwa 10.000 tibetischen Nomaden und Mönchen, die sich auf dem Hochland zu einer siebentägigen Gebetszeremonie eingefunden haben. Solche Zeremonien werden meistens in freier Natur rund um Heiligtümer und Klöster abgehalten. Dann treffen sich gläubige Menschen, um Gottheiten zu verehren, indem sie den Mönchen beim Rezitieren heiliger buddhistischer Schriften zuhören oder ihnen bei ihren Tänzen zuschauen.

 
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