China News - Umwelt – 80.000 Chinesen wegen Flutgefahr in Sicherheit gebracht – Audra Ang
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Erdbeben schädigt Dämme 80.000 Chinesen wegen Flutgefahr in Sicherheit gebracht

Audra Ang

27.05.2008

Ein Wasserkraftsystem versinkt in den Fluten nach Erdrutschen im Dorf Sanjiang  in Wenchuan County. (AP Photo/Color China Photo)
Ein Wasserkraftsystem versinkt in den Fluten nach Erdrutschen im Dorf Sanjiang in Wenchuan County. (AP Photo/Color China Photo)

Mianyang/China – Aus Angst vor einer Überflutung haben sich hunderte Helfer und Soldaten im chinesischen Erdbebengebiet am Dienstag fieberhaft darum bemüht, weitere 80.000 Menschen in Sicherheit zu bringen. Die Evakuierungsaktion sollte bis Mitternacht (Ortszeit, 18.00 Uhr MESZ) abgeschlossen sein, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Bei dem Beben vom 12. Mai haben massive Erdrutsche Flussläufe verstopft. Dahinter bildeten sich riesige Stauseen, die sich in Flutwellen zu ergießen drohen.

Besonders gefährlich schien die Lage am Tangjiashan-See im Norden der Provinz Sichuan. Soldaten brachten schwere Baumaschinen in die Berge, um einen 200 Meter langen Kanal zu graben, über den das Wasser ablaufen soll. Auch Sprengungen wurden vorbereitet, wie die englischsprachige Zeitung „China Daily“ auf ihrer Website berichtete. Der Pegel des Tangjiashan steige jeden Tag um mehr als einen Meter, und die Wassermassen seien bereits auf 130 Millionen Kubikmeter angeschwollen, sagte Liu Ning, der Chefingenieur des Ministeriums für Wasser-Ressourcen.

Aus Dörfern und Städten unterhalb des Sees wurden bereits tausende Menschen in Sicherheit gebracht. Mit der Evakuierung vom Dienstag sollten insgesamt fast 160.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Einige Dörfer wurden durch die steigenden Wasserstände schon überflutet.

420.000 Häuser bei Nachbeben eingestürzt

Gewitter dürften die Lage in Sichuan in den nächsten Tagen noch verschlimmern. Das ist aber nur ein Vorgeschmack auf den kommenden Sommer, in dem in der Region normalerweise 70 Prozent des jährlichen Regens fallen. Die Gefahr von Dammbrüchen steigt auch durch die weiter anhaltenden Nachbeben, die nach Angaben von Experten noch Monate weiter gehen können.

Bei zwei Nachbeben im Bezirk Qingchuan stürzten am Dienstag laut Xinhua mehr als 420.000 Häuser ein, fünf Menschen wurden verletzt. Einer der Erdstöße hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte die Stärke 5,7.

Das Gesundheitsministerium berichtete unterdessen, das Beben vom 12. Mai habe einen Großteil der medizinischen Infrastruktur in der Region unbrauchbar gemacht. Inzwischen seien jedoch zwölf Feldlazarette errichtet und zehntausende Fachkräfte in das Gebiet entsandt worden. Die sanitären Bedingungen für die Bevölkerung hätten sich verschlechtert und die Menschen seien anfälliger für Krankheiten. Befürchtete Krankheiten wie Tuberkulose, Hepatitis oder Durchfall seien jedoch noch nicht ausgebrochen.

Bundeswehr und DRK liefern Zelte

Auch die Bundeswehr kommt den Not leidenden Opfern der Erdbebenkatastrophe zur Hilfe. Verteidigungsminister Franz Josef Jung ordnete die Lieferung von 80 Zelten nebst dazugehörigen Heiz- und Stromaggregaten an, wie sein Sprecher Christian Dienst in Berlin mitteilte. In den Zelten können etwa 700 Menschen Schutz finden. Das chinesische Verteidigungsministerium habe die Hilfe am Dienstag erbeten. Der Transport ist demnach am 2. Juni mit der Fluggesellschaft China Air geplant.

Das Rote Kreuz kündigte bis Donnerstag die Lieferung von insgesamt 1.500 Zelten als Notunterkünfte an. Sie würden vor Ort an die am stärksten betroffenen Regionen verteilt. Seit Montag hat das DRK nach eigenen Angaben auch ein mobiles Krankenhaus im Katastrophengebiet in Betrieb.

Die Zahl der Toten bei der Erdbebenkatastrophe ist nach amtlichen Angaben inzwischen auf 67.183 gestiegen. 20.790 Menschen wurden noch vermisst. (AP)

 

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