Aktuelle Nachrichten – Sport
26.01.2012
Foto: AP Photo/Rick Rycroft
Melbourne – Es war die altbekannte Pose, mit der Rafael Nadal seinen Sieg im Tennis-Klassiker gegen Roger Federer feierte. Er sank auf die Knie, beugte den Oberkörper weit nach hinten und jubelte, als hätte er gerade sein elftes Grand-Slam-Turnier gewonnen. Ist ja seit fast sieben Jahren auch immer so gewesen, dass Erfolge gegen den Schweizer bei den vier großen Turnieren gleichbedeutend waren mit dem letzten Triumph. Doch diesmal entschied Nadal eben nur die Vorschlussrunde bei den Australian Open für sich. Seinen Gegner am Sonntag machen an diesem Freitag (9.30 Uhr deutscher Zeit) Titelverteidiger Novak Djokovic aus Serbien und der Brite Andy Murray untereinander aus.
Der 25 Jahre alte Mallorquiner ist es gewohnt, sich alle paar Monate einen "Traum" zu erfüllen, als einen solchen bezeichnete Nadal auch die Zugangsberechtigung in die Rod-Laver-Arena am Sonntag. Vor drei Jahren hatte er gegen Federer das epische Endspiel in fünf Sätzen gewonnen, bei der Revanche mit finalem Charakter war er schneller fertig. Nach 3:42 Stunden stand sein 6:7 (5:7), 6:2, 7:6 (7:5), 6:4-Sieg gegen den von ihm danach wieder als "größten Spieler der Geschichte" gelobten 16-maligen Grand-Slam-Sieger fest.
Nadal hat in einem von ihm als "weiteres fantastisches Match" bezeichneten Spiel wieder einmal bewiesen, dass der eidgenössische Tennisheros schon lange nicht mehr groß genug ist, um ihn bei Grand-Slam-Turnieren zu besiegen. Auf 8:2 baute er seine Matchbilanz gegen Federer bei Duellen in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York aus, insgesamt standen sich die beiden Rivalen bislang 27 mal gegenüber. Nadal führt jetzt 18:9, er ist Federers Angstgegner. "Er spielt gegen mich immer besser als gegen die anderen, keine Ahnung warum", rätselte der Weltranglistendritte.
Federer hatte den besseren Start, dennoch ging es im ersten Satz in den Tiebreak. Nach einer von Nadal beim ersten Satzball hinter die Grundlinie geschlagenen Rückhand schrie Federer vor Erleichterung laut auf. Im zweiten Durchgang zog der Spanier das Tempo noch einmal an. "Ich habe dann meinen Rhythmus gefunden", sagte Nadal. Federer erhöhte dagegen die Zahl seiner unerzwungenen Fehler deutlich. Insgesamt unterliefen ihm 63 leichte Fehler, Nadal nur 34.
Nach einer zehnminütigen Unterbrechung wegen eines Feuerwerks anlässlich des Nationalfeiertags Australian Day im zweiten Durchgang traf Federer fast keinen Ball mehr korrekt, Nadal machte elf Punkte hintereinander, darunter den Satzball zum 6:2. Federer fand wieder ins Spiel zurück, aber nicht die Lösung seiner Probleme. Das Break zum 4:3 gab er postwendend wieder ab. Den Tiebreak sicherte sich diesmal der Mann aus Manacor.
"Er hatte seine Chancen, es war eng", sagte Nadal, der im vierten Satz Federer den Aufschlag zum 5:4 abnahm. Federer wehrte einen Matchball ab, verpasste es dann aber, zwei Breakbälle zu nutzen. Wie so oft in dem Match landete der Ball an der Netzkante. Der zweite Matchball gegen sich war dann einer zuviel für den Schweizer.
Er sei natürlich enttäuscht, sagte Federer, "aber wichtig ist jetzt eine so gute Reaktion wie nach den US Open". In New York verlor er im Halbfinale gegen Djokovic. Danach gewann Federer alle seine offiziellen Spiele. "Ich habe fünf Monate lang nicht verloren", meinte Federer, "das ist nicht so schlecht." Dann kam Nadal.
(dapd)
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