Top-Themen – Trauerfeier für Chinas Ex-Parteichef Zhao Ziyang – Benjamin Kang Lim
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Trauerfeier für Chinas Ex-Parteichef Zhao Ziyang

Benjamin Kang Lim

30.01.2005

Eine weiße Papierblume als Zeichen der Trauer um Zhao Ziyang, den unvergessenen Reformer, der von der KPC entmachtet und bis zu seinem Tod unter Hausarrest gestellt wurde. Die Polizei riegelte den Friedhof ab gegen Trauernde, Dissidenten und Reporter. Foto: Getty Images
Eine weiße Papierblume als Zeichen der Trauer um Zhao Ziyang, den unvergessenen Reformer, der von der KPC entmachtet und bis zu seinem Tod unter Hausarrest gestellt wurde. Die Polizei riegelte den Friedhof ab gegen Trauernde, Dissidenten und Reporter.

Foto: Getty Images

Peking - Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und ohne den sonst bei derartigen Anlässen üblichen Pomp hat am Samstag in Peking die Trauerfeier für den ehemaligen Parteichef Zhao Ziyang stattgefunden.

Zhao, der als Ministerpräsident einst die Wende zur Marktliberalisierung in der kommunistischen Volksrepublik einleitete, war am 17. Januar 85-jährig gestorben. 15 Jahre lang hatte ihn der Partei- und Regierungsapparat Chinas wegen seiner Kritik an der blutigen Niederschlagung der Studenten-Proteste auf dem Tiananmen-Platz 1989 unter Hausarrest gehalten und politisch damit totgeschwiegen.

Polizei sicherte den Friedhof, nur geladene Gäste wurden nach entsprechender Visitation zur Trauerfeier vorgelassen. Offensichtlich fürchtete die Machtelite, es könne zu Demonstrationen von Gesinnungsgenossen Zhaos kommen. Mit Ausnahme des Politikers Jia Qinglin, der Nummer Vier in der chinesischen Hierarchie, ließ sich die politische Prominenz auf der Veranstaltung ebenfalls nicht blicken.

Ein paar Demonstranten außerhalb des Babaoshan-Friedhofs, die ein Transparent mit den Worten "Ziyangs Geist wird für immer leben" entrollt hatten, wurden von Sicherheitskräften gewaltsam weggebracht, aber offenbar nicht verhaftet.

Zhao war von seinem Posten als Parteichef entfernt worden, nachdem ihm öffentlich vorgeworfen worden war, sich der Anordnung des damaligen Großen Führers Deng Xiaping widersetzt zu haben, der gegen die friedlichen Proteste auf dem Tiananmen- Platz in Peking die Armee mit Panzern auffahren ließ. Bei der Gewaltaktion wurden hunderte Menschen getötet.

Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Neues China veröffentlichte am Samstag erstmals seit 15 Jahren einen Kommentar zum Thema Zhao, wobei Worte gewisser Anerkennung über dessen Beitrag zu den Wirtschaftsreformen fielen, zugleich aber erklärt wurde, Zhao habe "gravierende" Fehler gemacht im Umgang mit den Protesten der Demokratiebewegung von 1989.

Im Vordergrund der Berichterstattung in den amtlichen Medien in der Volksrepublik stand dann auch nicht Zhao, ins Blickfeld gerückt wurden statt dessen die ersten Nonstop-Direktflüge seit 55 Jahren zwischen Festland-China und Taiwan. (Reuters)

 
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