Menschen & Meinungen – 96. Katholikentag in Saarbrücken eröffnet – Stephan Köhnlein
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96. Katholikentag in Saarbrücken eröffnet

Stephan Köhnlein

24.05.2006

Hunderte von Menschen verfolgen am Mittwoch, 24. Mai 2006, vor dem Schloss  in Saarbruecken die Eroeffnung des 96. Deutschen Katholikentages. (AP Photo/Michael Probst)
Hunderte von Menschen verfolgen am Mittwoch, 24. Mai 2006, vor dem Schloss in Saarbruecken die Eroeffnung des 96. Deutschen Katholikentages. (AP Photo/Michael Probst)

Saarbrücken - Unter dem Leitwort «Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht» hat am Mittwochabend in Saarbrücken der 96. Deutsche Katholikentag begonnen. Papst Benedikt XVI. forderte die Teilnehmer des Laientreffens in einem Grußwort dazu auf, ihren Glauben neu und lebendig zu bekennen. Zugleich mahnte das Kirchenoberhaupt aber, das Zeugnis der Kirche könne nur glaubwürdig bleiben, wenn die Laien mit Papst und Bischöfen einig blieben und die Vielfalt nicht in Beliebigkeit zerrinne.

Zugleich drückte das Kirchenoberhaupt seine Freude über ein neues Interesse am christlichen Glauben in Deutschland aus. Menschen fragten wieder mehr nach der Geschichte des Christentums und seiner Lehre, hieß es in der Botschaft, die der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender, bei der Eröffnungsfeier auf dem Saarbrücker Schlossplatz verlas.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyer, sagte, das Katholikentags-Motto sei eine Verpflichtung zum Nachdenken und zum Handeln. Ohne Gerechtigkeit gebe es keine Freiheit. Auch bei Freiheit ohne Gerechtigkeit könne immer nur die Freiheit weniger sein.

Die ökumenische Note des Treffens hob der Bischof der gastgebenden Diözese Trier, Reinhard Marx, hervor. Gerechtigkeit sei eine Herausforderung für alle Christen. Die Gesellschaft warte auf die Antworten der Kirche zu diesem Thema.

In seiner mehr als 150 Jahre langen Geschichte findet der Katholikentag erstmals in Saarbrücken statt. Bislang haben sich mehr als 26.000 Dauerteilnehmer angemeldet - mehr als erwartet und mehr als beim letzten Katholikentag in Ulm vor zwei Jahren, wie das ZdK mitteilte.

Zusammen mit den Tagesteilnehmern werden bei dem bis Sonntag dauernden Christentreffen 40.000 Gäste erwartet, darunter Bundespräsident Horst Köhler, Kanzlerin Angela Merkel, SPD-Chef Kurt Beck sowie der österreichische Bundeskanzler und EU-Ratspräsident Wolfgang Schüssel.

Mehr als 1.000 Veranstaltungen umfasst das Programm. Wegen der Grenznähe Saarbrückens zu Frankreich und Luxemburg ist es in besonderer Weise europäisch ausgerichtet.

Die Kosten für den Katholikentag sind mit 6,7 Millionen Euro veranschlagt, die vom Saarland, dem Bistum Trier, dem Verband der Diözesen Deutschlands, dem Bund sowie durch Spenden, Teilnehmerbeiträge und Sponsoren aufgebracht wurden.

Von den erwarteten Dauerteilnehmern sind nach Angaben der Veranstalter 91 Prozent katholisch und 8 Prozent evangelisch. Die Jugendlichen bis 18 Jahren stellen mit 22,8 Prozent der Teilnehmer die größte Gruppe. Es folgt die Altersgruppe der 49- bis 65-Jährigen, die rund 21,7 Prozent ausmachen.

Abend der Begegnung in der Innenstadt

Im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung war ein Abend der Begegnung mit einem kulturellen Programm und kulinarischen Genüssen in der Saarbrücker Innenstadt geplant. Den Abschluss des Abends um 22.45 Uhr sollten dann gemeinsame Nachtgebete auf allen Bühnen in der Stadt bilden.

(AP)

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