Hoffnung – Von Friedrich Schiller

Aus der Reihe Epoch Times Poesie – Gedichte und Poesie für Liebhaber

Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel
von bessern künftigen Tagen;
nach einem glücklichen, goldenen Ziel
sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
sie umflattert den fröhlichen Knaben,
den Jüngling locket ihr Zauberschein,
sie wird mit dem Greis nicht begraben;
denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn,
erzeugt im Gehirne des Toren,
im Herzen kündet es laut sich an:
zu was Besserm sind wir geboren.
Und was die innere Stimme spricht,
das täuscht die hoffende Seele nicht.

Friedrich Schiller  (1759-1805)

Noch ohne Draisaitl: DEB-Team deklassiert Frankreich 7:1

Die deutsche Eishockey-Auswahl schießt sich warm für die WM. Nach zuletzt nicht überzeugenden Spielen gelang in Wolfsburg ein klarer Testspiel-Erfolg über Frankreich.

Auch ohne Weltklasse-Stürmer Leon Draisaitl kommt der weiter ersatzgeschwächte Olympia-Zweite Deutschland zwei Wochen vor WM-Beginn langsam in Form.

Das Team von Bundestrainer Marco Sturm deklassierte in Wolfsburg Frankreich mit 7:1 (5:0, 1:0, 1:1) und feierte im fünften Vorbereitungsspiel auf die Eishockey-WM (4. bis 20. Mai) den zweiten Sieg.

Gegen einen allerdings auch erschreckend schwachen Gegner waren Daniel Pietta (4. Minute), Mirko Höfflin (8.), Bernhard Ebner (9./58.), Marcel Müller (14.), Matthias Plachta (19.) und Mark Michaelis (32.) die Torschützen. Für Frankreich traf nur Sacha Treille (50.) in Überzahl. „Wir hatten heute etwas gut zu machen. Es war wichtig, dass uns ein Schritt nach vorn gelungen ist“, sagte Torschütze Matthias Plachta dem TV-Sender Sky und folgerte: „Die Mannschaft hat funktioniert.“

Mit nur vier Silbermedaillengewinnern von Pyeongchang im Kader zeigte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes damit die geforderte Reaktion nach zuletzt schwachen Spielen gegen die Slowakei. „Die Leistung in der vergangenen Woche ist nicht unser Anspruch“, hatte Sturm nach dem 1:2 nach Penaltyschießen und 1:4 geschimpft. Diesmal war sein Team von Beginn an entschlossen und läuferisch stark. Vor allem College-Stürmer Michaelis überzeugte an der Seite von Frederik Tiffels, der im vergangenen Jahr auch als Collegespieler die Überraschung der Vorbereitung und schließlich der WM gewesen war.

Angesichts einiger Pfosten- und Lattenschüsse hätte der Sieg noch höher ausfallen können. Dabei sind etliche Leistungsträger noch gar nicht dabei. NHL-Star Draisaitl von den Edmonton Oilers ließ Sturm ebenso zur Schonung in Berlin wie die Olympia-Zweiten Sinan Akdag (Mannheim), Yasin Ehliz, Ersatzkeeper Niklas Treutle (beide Nürnberg) und Angreifer Markus Eisenschmid (Laval/AHL). Dort findet am Samstag erneut gegen Frankreich (17.45 Uhr) der letzte WM-Test daheim statt. In der kommenden Woche stehen in Dänemark noch Spiele gegen den WM-Gastgeber (25.4.) und Vorrundengegner Südkorea (27.4.) an.

Dafür stößt noch Stanley-Cup-Sieger Dennis Seidenberg von den New York Islanders dazu. Auch Stürmer Tobias Rieder (Los Angeles) und Verteidiger Korbinian Holzer (Anaheim) könnten nach dem Playoff-Aus in der NHL dann zum Kader gehören. Die Nationalspieler der DEL-Finalisten aus München und Berlin, darunter zehn Olympiazweite, kommen dagegen wohl erst kurz vor dem WM-Start dazu.

In Dänemark muss Sturm auf mindestens neun Olympia-Helden verzichten, darunter auch Kapitän Marcel Goc, Olympia-Fahnenträger Christian Ehrhoff und Torjäger Patrick Reimer. Das Führungsspieler-Trio war nach der Olympia-Sensation zurück getreten. (dpa)

Russland/Syrien: Video von „Giftgas-Opfer-Darsteller“ und Fund deutscher Chlor-Behälter

Russland vermutet, dass der mutmaßliche Giftgasangriff in der syrischen Stadt Duma inszeniert war. Als Unterstützung dieser These dienen ein Interview mit einem angeblichen Opferdarsteller sowie der Fund ausländischer Chemikalienbehälter.

Am Ort des mutmaßlichen Giftgasangriffs in Syrien sind nach russischen Angaben Chemikalien aus deutscher und britischer Produktion gefunden worden. Syrische Regierungstruppen seien in der früheren Rebellenregion Ost-Ghuta auf „Chlorbehälter“ aus Deutschland und auf Rauchgranaten aus Großbritannien gestoßen, teilte das russische Außenministerium am Donnerstag in Moskau mit.

Als Beleg für die angebliche Inszenierung des Giftgasangriffes will Russland Aufnahmen eines Interviews mit einem elfjährigen Syrer an die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats versenden, sagte Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensia am Donnerstag im Sender Rossiya 1. Die Äußerungen sollen belegen, dass der mutmaßliche Gasangriff eine Inszenierung sei. Russland werde einen Weg finden, das Video beim nächsten Treffen des Sicherheitsrats zu zeigen.

Das russische Staatsfernsehen sendete am Mittwoch das Gespräch mit dem syrischen Kind. In dem Video sagte ein vom Sender Rossiya 24 als Vater des Jungen vorgestellter Mann, seinem Sohn seien „Datteln, Kuchen und Reis“ für seine Mitwirkung an dem inszenierten Angriff gegeben worden.

Der 11-Jährige erzählt im syrischem Krankenhaus, dass für das Video des chemischen Angriffs zum Filmset wurde, was die Kämpfer mit ihm und den anderen Kindern getan haben, um die Folgen der Vergiftung zu simulieren.

Die Funde in Ost-Ghuta umfassen auch Chlor-Behälter aus Deutschland

Welche Schlüsse aus den angeblichen Chemiefunden zu ziehen seien, ließ Außenamtssprecherin Maria Sacharowa offen. Der Vorwurf der „Inszenierung“ des mutmaßlichen Chlorgasangriff in Duma am 7. April wird allerdings seit Tagen von russischen Stellen erhoben. Die Rebellen wollten so die syrische Armee in Misskredit bringen, hieß es.

Die Funde in Ost-Ghuta umfassten laut Sprecherin Sacharowa „Behälter aus Deutschland mit Chlor, der schlimmsten Art chemischer Waffen, sowie Rauchgranaten, die hergestellt wurden in – aufgepasst! – Salisbury“. In der englischen Stadt Salisbury hatte sich im vergangenen Monat der Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter ereignet.

Chlor ist als Kampfstoff international geächtet

Das chemische Element Chlor als solches ist nicht verboten, es wird von Chemieunternehmen auch in Deutschland synthetisch hergestellt. Chlorverbindungen finden sich etwa in Reinigungsmitteln oder werden zur Desinfizierung von Schwimmbad-Wasser eingesetzt. In Gasform kann Chlor für den Menschen tödlich sein, sein Einsatz als Kampfstoff ist international geächtet.

Der Westen machte die mit Russland verbündete syrische Armee für den mutmaßlichen Chlorgasangriff auf Duma verantwortlich. Die USA, Frankreich und Großbritannien reagierten mit Raketenangriffen auf militärische Ziele. Damaskus und Moskau weisen jede Verantwortung zurück. (afp)

Weitere Artikel:

Haisenko: Wir können mit absoluter Sicherheit sagen, dass Russland mutmaßlich einen Cyberangriff gestartet hat

Keine Zeugen, keine Vergifteten: Russischer OPCW-Vertreter spricht von „inszeniertem“ Giftgasangriff in Duma

Der Kampf um Syrien: Ein Land als Spielball geostrategischer Interessen

Trumps Stellungnahme zum Militärschlag gegen Syrien – Komplette deutsche Übersetzung

Rhein-Neckar Löwen gewinnen Handball-Topspiel gegen Hannover

Meister Rhein-Neckar Löwen hat seinen Vorsprung in der Handball-Bundesliga ausgebaut und ist weiter auf Titelkurs.Die Mannheimer gewannen das Topspiel bei der heimstarken TSV Hannover-Burgdorf mit 26:23 (14:13). Der Titelfavorit verfügt damit…

Meister Rhein-Neckar Löwen hat seinen Vorsprung in der Handball-Bundesliga ausgebaut und ist weiter auf Titelkurs.

Die Mannheimer gewannen das Topspiel bei der heimstarken TSV Hannover-Burgdorf mit 26:23 (14:13). Der Titelfavorit verfügt damit sechs Spieltage vor Saisonende über 48:8 Punkte und liegt vor der spielfreien SG Flensburg-Handewitt (46:12). Nach Minuszählern haben die Löwen in der schiefen Tabelle bereits vier Punkte Vorsprung. Die Füchse Berlin (43:13) sind Dritter. Sie verloren die Partie bei Rekordmeister THW Kiel mit 20:25 (8:15). (dpa)

Franz Schubert: „Die Unvollendete“ Sinfonie aus Wien

Aus der Reihe Epoch Times Musik – Für Liebhaber.

Franz Peter Schubert (1797-1828) war ein Komponist aus Österreich zur Zeit der Romantik. Er hinterließ viele bekannte Stücke, darunter die Sinfonie „Die Unvollendete“ D 759.

Hier gespielt vom königlichen Concertgebouw Orchestra der Niederlande unter Leitung von Leonard Bernstein:

1. Allegro Moderato

2. Andante con moto

Um die Zählung seiner Sinfonien gab es in der Geschichte einige Verwirrung, die „Unvollendete“ wurde daher mal als 7., mal als seine 8. Sinfonie gezählt. Bekannt ist, dass Frank Schubert im Jahr 1822 an dieser Sinfonie in h-Moll arbeitete. Normalerweise bestanden damals Sinfonien aus vier Sätzen – Schubert schrieb jedoch nur zwei.

Sie wurde nach seinem Tod in Wien am 17. Dezember 1865 im großen Redoutensaal der Wiener Hofburg uraufgeführt.

Andere Komponisten wie beispielsweise Felix Weingartner (1863 – 1942) versuchten, nach dem wenigen, von Schubert überlieferten Skizzenmaterial, die „Unvollendete“ zu beenden – doch die Musikwelt nahm ihre Fortsetzungen nicht an.

Haisenko: Wir können mit absoluter Sicherheit sagen, dass Russland mutmaßlich einen Cyberangriff gestartet hat

„Die westliche Dominanzklasse agiert im Panikmodus“, erklärt Peter Haisenko in seiner neuen Analyse. Was passierte mit dem Giftgas, das beim Angriff der Westmächte auf Syrien doch tonnenweise hätte freigesetzt werden müssen? Hätte es da nicht Hunderte Vergiftungen geben müssen?

So wie die leicht humoristisch überspitzte Überschrift, lauten alle Vorwürfe gegenüber Russland in ihrer Essenz. Die westliche Dominanzklasse agiert im Panikmodus. Nachdem Skripal und Giftgas nicht mehr verfangen, der feige Angriff auf Syrien wirkungslos verpufft ist, wird wieder die alte Mär von russischen Cyberangriffen aus der Schublade gezogen. Wie immer, bleiben Beweise aus und die Historie wird verdreht dargestellt.

Zunächst will ich darauf hinweisen, dass ich den eher klassisch positiv besetzten Terminus „Eliten“ ersetze durch „Dominanzklasse“, was die Handlungsweisen und Ziele dieser kleinen Gruppe von Finanzgewaltigen und Politikern besser beschreibt.

Der sichtbare Teil dieser Gruppe hat nun wieder die Karte Cyberattacken gezogen und in gewohnter Weise behauptet, Russland wäre da eine kontinuierliche Abfolge vorzuwerfen.

Das Gegenteil ist wieder einmal die Wahrheit, denn außer fortlaufenden Anschuldigungen entbehrt diese Behauptung jeglichen Beweises und über den Status „mutmaßlich“ ist kein einziger Fall hinausgekommen. Bei den USA sieht das anders aus.

Die USA haben eine belegbare Historie an Cyberattacken

Wer kann sich noch an „Stuxnet“ erinnern? Stuxnet ist ein Computerwurm, der im Juni 2010 entdeckt und zuerst unter dem Namen „RootkitTmphider“ beschrieben wurde.

Da bis Ende September 2010 der Iran den größten Anteil der infizierten Computer besaß und es zu außerplanmäßigen Störungen im iranischen Atomprogramm kam, lag es nah, dass Stuxnet hauptsächlich entstand, um die Leittechnik der Urananreicherungsanlage in Natanz oder des Kernkraftwerks Busher zu stören, sagt Wikipedia.

Dass die USA und Israel hinter Stuxnet steckten, um Irans Atomprogramm zu torpedieren, gilt mittlerweile als gesichert. Zuverlässigen Quellen zufolge war Stuxnet Teil des Programms „Nitro Zeus“. In dessen Rahmen hätten sich die USA elektronischen Zugang zu verschiedensten kritischen Infrastrukturen des Iran verschafft, um die gegebenenfalls in kürzester Zeit lahmlegen zu können.

Wir sprechen bei Stuxnet also nicht von mutmaßlich oder wahrscheinlich, sondern von unwiderlegbaren Beweisen, dass es die USA waren, die diesen kritischen Cyberangriff durchgeführt haben. Auch das Motiv lässt hier keinen Zweifel zu. Irans Atomprogramm sollte vom Friedensnobelpreisträger Obama angegriffen und zerstört werden. Nicht nur das.

Stuxnet hatte die Fähigkeit und wohl auch das Ziel, weltweit, nicht nur im Iran, Infrastruktur wie Versorgungsunternehmen lahmzulegen oder massiv zu beschädigen. In Washington ist also seit mehr als zehn Jahren mit hohem Personal- und Kapitaleinsatz an Cyberwaffen gearbeitet und mindestens Stuxnet eingesetzt worden. Es ist also nicht Russland, sondern die USA, die eine belegbare Historie an Cyberattacken haben.

Weiterhin ist hinreichend bekannt, dass Microsoft in seinen Programmen Hintertüren eingebaut hat, die jedes seiner Systeme für unerlaubte Zugriffe nicht nur von Geheimdiensten zugänglich macht. Der Quellcode wird nach wie vor geheim gehalten.

Wir werden nach allen Regeln der Kunst für blöd verkauft

Dass die NSA alles und jeden ausspioniert, ist spätestens seit Edward Snowden auch über jeden Zweifel erhaben ebenso, wie Industriespionage eines der Hauptziele ist. So ist es zum wiederholten Mal die übliche Masche, dem „Feind“ Russland das vorzuwerfen, was man selbst schon lange tut und natürlich muss dafür kein Beweis vorgelegt werden.

Überhaupt „Beweise“. Wo sie nicht erbracht werden können, weil sie (diesmal wahrscheinlich!) nicht existieren, wird die „Geheimdienstkarte“ gezogen. Wie im Fall Skripal oder generell Giftgas in Syrien wird einfach behauptet, man könne die Beweise der Geheimdienste nicht veröffentlichen, denn das würde deren Arbeit kompromittieren.

Wir werden also für dermaßen blöd verkauft, dass wir den notorischen Lügnern alles auf Zuruf glauben sollen und natürlich Russland nicht, wenn von dort ein Dementi kommt.

A propos „für blöd verkauft werden“: Da wird der Raketenangriff auf Syrien von den USA, ihren Verbündeten und den westlichen Medien als „großer Erfolg“ gefeiert.

Drei für die Produktion und Lagerung von Giftgas relevante Einrichtungen seien getroffen und vernichtet worden, heißt es. Da stellt sich doch die Frage: Was ist mit dem Giftgas passiert, das bei der Explosion der Sprengköpfe doch tonnenweise hätte freigesetzt werden musste?

Hätten da nicht Hunderte, wenn nicht Tausende Menschen in der näheren Umgebung kontaminiert werden müssen? Keine Spur! Vielmehr wird berichtet, es habe keine Toten gegeben.

Wie ist das möglich? – Kein Politiker, kein Journalist hat diese sich aufdrängenden Frage gestellt. Dann bleibt logischerweise nur eine Antwort: In den Gebäuden, die uns als Trümmerberge nach erfolgten Raketentreffern in den Medien vorgeführt wurden, mag sich alles Mögliche befunden haben – nur kein Giftgas.

Die einzige für die Notwendigkeit des Bombardements vom Westen vorgebrachte Begründung löst sich damit regelrecht in Luft auf. Fake News!

Außenminister Maas: Zurück zum „Assad muss weg“

Nach dem völkerrechtswidrigen Angriff auf Syrien durch – darf man sie wieder eine „Koalition der Willigen“ bezeichnen? – hat der deutsche Außenminister Maas die Hosen runter gelassen. Er ist zurückgekehrt zum „Assad muss weg“, das in der letzten Zeit aus Vernunftgründen beinahe verschwunden war.

Maas zeigt hier die ganze hässliche Fratze der westlichen Interventionspolitik. Wer sich uns, dem US-dominierten Westen, nicht bedingungslos unterwirft, der muss zerstört werden. Auch sein „Gesprächsangebot“ an Russland schlägt in dieselbe Kerbe. Russland muss jetzt zur Vernunft kommen, meint er, und Assad fallen lassen.

Klar doch, und damit Russland wieder ein glaubwürdiger „Partner“ werden kann, muss es sich auf den Rücken legen und die Kehle zum Biss anbieten und natürlich Putin zum Teufel jagen, was ja noch 2014 das offizielle Ziel der Sanktionen gegen Russland war – und wohl heute noch ist, aber inoffiziell.

Tatsache ist also, dass der deutsche Außenminister mit seinem Gesprächsangebot nur eine Lösung für Syrien akzeptiert, die in Damaskus eine Vasallenregierung des Westens zur Folge hat.

Mutmaßlich. Die Realität ist aber eine andere. Der „Westen“ hat den Krieg verloren.

In absehbarer Zeit wird es in Syrien keine demokratisch gewählte Regierung geben, die in irgendeiner Weise dem Westen vertrauen kann. Maas und Co. betreiben also Schadensbegrenzung, wenn sie jetzt die Diplomatiekarte ziehen wollen, um ein Bein in Syrien zu behalten.

Schließlich verfangen die Lügen nicht, Assad hätte seine Infrastruktur zerstört. Nein, es waren die Amerikaner, die gezielt Brücken und Ölraffinerien vernichtet haben, wenn sie nicht im Bereich des IS waren. Es waren die Amerikaner, die Rakka dem Erdboden gleich gemacht haben und die Waffen geliefert haben, mit denen die „Rebellen“ sieben Jahre lang Krieg gegen die rechtmäßig demokratisch gewählte Regierung führen konnten.

So ist es eben nicht Assad, der für die Hunderttausenden Toten im Land verantwortlich ist, sondern alle die, die die Waffen ins Land geschleust und Terroristen ausgebildet haben. Und jetzt Erdogans Türkei, die in Afrin mit ihrem wiederum völkerrechtswidrigen Angriff die nächsten Leichen produziert.

Nicht zu vergessen, dass ein Großteil der Unterstützung für den IS durch die Türkei gelaufen und so auch für Tausende Tote verantwortlich ist.

Die Wiederholung von Lügen hat Methode

Churchill hat es schon gesagt. Im Krieg ist die Wahrheit so wertvoll, dass sie immer von einer Lüge begleitet werden muss. So ist es keine Lüge, aber geschickte Propaganda, wenn mit absoluter Sicherheit über eine Mutmaßung berichtet wird. Dass das überhaupt keine Aussage ist, entgeht dem geneigten Zuhörer. Es bleibt aber im Gedächtnis hängen, dass man sich absolut sicher ist.

Die tatsächliche Aussage ist: Wir wissen nichts, aber das mit absoluter Sicherheit. Goebbels konnte das nicht besser.

So wird in vielen Gehirnen verankert, dass es eine Vielzahl von Vergehen Russlands und anderer Schurkenstaaten gab und das zugehörige „Mutmaßlich“ wird nicht abgespeichert. So kann mit jeder neuen Lüge auf die alten verwiesen werden und diese alten Mutmaßlichkeiten werden dann als schlüssige Beweisführungskette angeführt.

Die Methode der steten Wiederholung von Lügen und Verunglimpfungen sowohl Assads als auch Putins haben dazu geführt, dass sich niemand mehr traut, etwas zu ihren Gunsten zu sagen, ohne den obligatorischen Zusatz: In Russland ist auch nicht alles in Ordnung, ich bin ja kein Putinversteher, ich mag den Schlächter Assad ja auch nicht.

Wenn es darum geht, über die Lügen der Amerikaner oder Engländer zu sprechen, wird immer vorangeschickt: Es wird auf allen Seiten gelogen. Das ist aber die Handlungsweise von Feiglingen, die sich nicht dem Diktat der politisch korrekten Sprechweise widersetzen oder Putinversteher schimpfen lassen wollen. Wer aber so handelt, hat sich dem Meinungsdiktat schon unterworfen und verloren. Ach ja, in den letzten Tagen hörte ich eine neue Wortschöpfung dazu: Trumpversteher.

Klare Sprache gesucht

Gerade wenn es darum geht, wer wirklich andauernd lügt, ist eine klare Sprache ohne Wenn und Aber vonnöten. Deswegen sage ich hier ganz klar und unmissverständlich: Es ist der Westen, England und die USA, die andauernd in höchst raffinierter Weise lügen und von Russland sind mir keine Lügen bekannt!

Es war die Sowjetunion und jetzt ist es Russland, die noch niemals Verträge gebrochen haben, im Gegensatz zu den Angelsachsen, die sich nur an Verträge halten, solange diese für sie opportun sind.

Das letzte Beispiel hierzu ist der Raketenangriff auf Syrien, der gegen den Vertrag über das Völkerrecht verstößt. Es ist also mindestens unredlich, davon zu sprechen, dass alle lügen. Es ist die übliche Entschuldigung oder Rechtfertigung von Lügnern, die um ihre eigenen Lügen wissen. In dem Sinn, dass man natürlich lügen darf, denn alle anderen tun es ja auch.

Abschließend drehe ich den Spieß um: Ich bin mir absolut sicher, dass England wahrscheinlich den Anschlag auf Skripal selbst inszeniert hat und auch für die Lügen über Assad verantwortlich ist.

Und um im Tenor zu bleiben: Eine andere Erklärung ist nicht vorstellbar.

Ich bin mir aber auch absolut sicher, dass May, Maas, Merkel und Co. wahrscheinlich ihre eigenen Lügen auch noch selbst glauben.

Das Problem an der ganzen Sache ist, dass die aufeinander aufbauenden Lügen tatsächlich in sich schlüssig erscheinen. Sie funktionieren aber nur, solange man von der falschen Grundlage ausgeht, dass Russland grundböse ist und das zum Ziel hat, was in Wirklichkeit das Ziel Londons und Washingtons ist. Da bin ich mir diesmal absolut sicher, ohne mutmaßlich.

Eine weiterführende Betrachtung zum Thema: Lügen glaubt man ihnen – die Wahrheit nicht

Der Artikel erschien zuerst bei anderweltonline.de

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.

Weitere Artikel:

Die Sprache der Macht: Der Begriff „Verschwörungstheorie“ wird als Waffe im Kampf gegen freies Denken benutzt

Der Zerfall der Werte und die Gewöhnung der Gesellschaft an Verwahrlosung, Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Axel Retz: Wir haben Orwells 1984 schon längst überschritten

NSA-Spionage-Software infiziert Festplatten: „Zehntausende Infektionen in aller Welt“

 

IWF warnt vor Risiken für die Weltwirtschaft: Schulden, Brexit, Griechenland, Handel

IWF und Weltbank sind sich einig: Ziemlich viel läuft in der Weltwirtschaft in die richtige Richtung. Sorgen machen sich die beiden Institutionen wegen der hohen Schulden weltweit.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hält seine Warnungen vor nahenden Gefahren für die Weltwirtschaft aufrecht. Für den Moment möge der Ausblick strahlend sein, sagte IWF-Direktorin Christine Lagarde in Washington. „Wir sehen aber mehr Wolken am Horizont als im Oktober.“

Der globale Schuldenstand sei auf einem Allzeithoch, das mache auch die Finanzmärkte verletzlich, sagte Lagarde. Für die Weltbank untermauerte Präsident Jim Yong Kim zum Auftakt des gemeinsamen Frühjahrstreffens mit dem IWF die Forderung nach einem Schuldenabbau. Besonders gefordert seien die afrikanischen Länder, sagte Kim. Die Weltbank sei besorgt über die Verschuldung vieler Entwicklungsländer.

Kim rief dazu auf, die Periode eines starken Wachstums für Investitionen zu nutzen – etwa in Infrastruktur, Gesundheit oder Erziehung. Das Wachstum müsse allen Mitgliedern einer Gesellschaft zugutekommen, sagte Kim.

Lagarde: Keine neuen Schanken für den Handel aufbauen

Lagarde appellierte eindringlich, keine neuen Handelsschranken aufzubauen. „Unilaterale Handelsrestriktionen sind nicht hilfreich“, sagte sie. „Die internationale Zusammenarbeit hat uns über Jahrzehnte geholfen, mehr Fortschritt für mehr Menschen als jemals zuvor zu erreichen.“ Deshalb müsse diese fortgesetzt und nicht zurückgefahren werden.

Lagarde forderte die Politik auf, Strukturreformen anzugehen und zu beschleunigen. Außerdem sollten Regierungen rasch beginnen, Puffer für die Zukunft einzubauen: Wenn die nächste Krise komme, müsse man vorbereitet sein. Eine Reduzierung der Schuldenstände sei dafür essenziell.

Alle Staaten müssten sich von protektionistischen Maßnahmen aller Art verabschieden, forderte Lagarde. „Jedes Land kann hier mehr tun.“ Wenn Investoren die kommenden Bedingungen nicht kennten, würden sie sich zurückhalten. Das sei schlecht für das Wachstum.

Olaf Scholz: Brexit wird unterschätzt

Bundesfinanzminister Olaf Scholz sieht große Herausforderungen für die finanzielle Stabilität der Europäischen Union durch das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU. Die Tragweite der Konsequenzen durch den Brexit werde vielfach noch unterschätzt, sagte der SPD-Politiker bei einer Diskussionsrunde des IWF.

Ein Thema in Washington ist auch die Zukunft der Griechenland-Hilfen. Lagarde deutete an, dass das hoch verschuldete Land bald wieder auf eigenen Beinen stehen kann. „Die Märkte schauen sehr viel positiver auf Griechenland als zuvor.“ Die Menschen dort seien acht Jahre lang durch eine schwere Zeit gegangen, mit zahlreichen Sparprogrammen und Reformen.

Scholz will am Rande der IWF-Tagung mit Lagarde die Zukunft der Milliardenhilfen für Griechenland beraten. Am Freitag trifft sich die „Washington Group“, bestehend aus Lagarde sowie Vertretern von Europäischer Zentralbank (EZB), des Euro-Rettungsfonds ESM und mehreren europäischen Finanzministern.

Das dritte Hilfspaket für Griechenland seit 2010 in Höhe von 86 Milliarden Euro läuft im August aus. Athen hofft, bis dahin das Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewonnen zu haben, um sich wieder selbst frisches Geld bei Investoren beschaffen zu können.

Griechenland will ab August wieder „finanziell auf eigenen Beinen stehen“

Regierungschef Alexis Tsipras ist zuversichtlich, dass das Land von August an finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen kann. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagte Tsipras zuletzt. In den kommenden Monaten muss Athen aber noch viele Bedingungen für die Hilfen erfüllen, vor allem Privatisierungen.

Frankreich kann sich Schuldennachlässe und eine Verlängerung der Hilfskredite mit Deckelung der Zinsen vorstellen. Nach der Fastpleite liegt Griechenlands Schuldenlast bei knapp 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – bei Deutschland sind es etwas mehr als 60 Prozent.

Der Grünen-Finanzexperte Sven-Christian Kindler betonte, Scholz müsse für Schuldenerleichterungen für Griechenland einstehen: „Das Land hat seine Verpflichtungen eingehalten, jetzt muss die Eurogruppe ihr Versprechen auch einhalten.“ Allein die Zinsgewinne von 1,3 Milliarden Euro, die Deutschland durch die griechischen Kreditprogramme eingenommen habe, müssten ausgezahlt werden. (dpa)

Frankreich streikt und protestiert gegen die Reformen von Staatschef Macron

In Frankreich wird weiterhin gestreikt. Landesweit kam es heute zu mehr als 130 Kundgebungen.

In Frankreich haben bei landesweiten Protesten gegen die Reformpolitik von Staatschef Emmanuel Macron zehntausende Menschen demonstriert. Dem Protestaufruf von zwei Gewerkschaften folgten am Donnerstag unter anderem Beamte, Studenten, Krankenhausmitarbeiter und Beschäftigte der Staatsbahn SNCF.

Ein erneuter Streiktag bei der Bahn sorgte zudem für Behinderungen im Zugverkehr. Arbeitsniederlegungen gab es auch im Energiesektor, in Krippen und an Schulen.

Landesweit waren am Donnerstag mehr als 130 Kundgebungen angesetzt. In der Hauptstadt Paris demonstrierten laut einer unabhängigen Zählung mehr als 15.000 Menschen, die Polizei sprach von 11.500 Demonstranten.

Livestream:

Einige Protestierer lieferten sich dabei heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei und schlugen Schaufenster ein. Auch in Marseille, Lyon, Rennes, Bordeaux und Straßburg gingen tausende Menschen auf die Straße.

Die Gewerkschaften CGT und Solidaires hatten zu einem „Zusammenschluss der Kämpfe“ aufgerufen. Sie wollen die verschiedenen Protestbewegungen gegen Macrons als „neoliberal“ kritisierte Reformpolitik zusammenführen. „Wir haben es in allen hier versammelten Sektoren mit den gleichen Problemen zu tun“, sagte eine Gewerkschaftsvertreterin.

Der vor knapp einem Jahr zum Präsidenten gewählte Macron hat seit seinem Amtsantritt eine Reihe von Reformen umgesetzt oder angestoßen. Seit Wochen sorgt bereits die geplante Bahnreform für den Unmut der SNCF-Mitarbeiter.

Macron will die Staatsbahn wettbewerbsfähiger machen und den beamtenähnlichen Status der Bahnbeschäftigten abschaffen.

Seit Anfang April gibt es regelmäßig Streiks gegen die Reform, die am Dienstag in erster Lesung die Nationalversammlung passierte. Verkehrsministerin Elisabeth Borne bekräftigte am Donnerstag, die Reform sei „notwendig“ und werde durchgezogen. (afp)

Weitere Artikel:

Frankreich: Neue landesweite Streikwelle gegen Macron – Linksradikale Ausschreitungen in Paris + Videos

Frankreich: Wir werden sie nicht mehr los, also teilen wir lieber das Land?

Bahn-Streik sorgt den zweiten Tag in Folge für Verkehrschaos in Paris

Frankreich: Hälfte des Militärs auf den Straßen – Bürgerkriegsartige Unruhen in 20 Städten – Schusswaffengebrauch erleichtet

 

Tariferhöhung beschert Ministern kräftigen Gehaltsanstieg – auch der Kanzlerin

Nach der neuen Tariferhöhung gibt es mehr Geld – auch für die Kanzlerin. Statt 18.820 Euro monatlich verdient Angela Merkel bald über 20.000 Euro.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Minister können bis 2020 mit Erhöhungen ihrer Gehälter um 7,5% rechnen. Damit wird das Gehalt der Kanzlerin erstmals bei über 20.000 Euro im Monat liegen, berichtet die „Bild“.

Denn die Tariferhöhung für den öffentlichen Dienst wird, laut Bundesinnenminister Horst Seehofer auch für Bundesbeamte geltend gemacht werden. Nach deren Bezügen richteten sich wiederum die Regierungsgehälter.

Der Zeitung zufolge können die Mitglieder der Regierung auch noch rückwirkend bis zum 1. März, 3,19 Prozent und bis zum 1. April 2019 weitere 3,09 Prozent bekommen. Bis zum 1.März 2020 können die Politiker demnach noch weiter 1,09 Prozent erhalten.

Damit klettert das aktuelle Gehalt von Kanzlerin Merkel von 18.820 auf 20.233 Euro nach oben. Das bedeutet eine Lohnanhebung von 1413 Euro im Monat.

Etwas mehr als die Kanzlerin hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seinem Geldbeutel. Steinmeier erhält zukünftig 22.348 Euro, anstatt den aktuellen 20.787 im Monat, berichtet „Tag24“.

Die anderen Minister dürfen sich anstatt ihren bisherigen 15.280 Euro auf 16.427 Euro im Monat freuen. Das ist ein Zuwachs von 1147 Euro pro Person pro Monat. Doch nur dann, wenn das Bundeskabinett für sich selbst keine Nullrunde beschließt oder die Erhöhungen für Beamte würden doch geringer ausfallen als für Angestellte und Arbeiter, so „Tag24“ weiter.

Gesamtvermögen von Kanzlerin Merkel

Laut dem „Vermögen Magazin“ beläuft sich das geschätzte Vermögen von Angela Merkel auf 3,5 Millionen Euro. Zurzeit verdient sie jährlich 225.840 Euro, plus Diäten und Steuerbegünstigungen, womit die Kanzlerin bis auf 300.000 Euro im Jahr kommen kann.

Das Vermögen der Kanzlerin wurde ausschließlich durch die Arbeit in der Politik verdient. Als Ministerin waren es damals rund 8.000 DM und aufgrund der Mitgliedschaft im Bund noch einmal 4.000 DM mehr.

Hochgerechnet auf die gesamte Zeit in dieser Position betrug der Verdienst von Angela Merkel ungefähr 550.000 Euro. Als Generalsekretärin war Kanzlerin Merkel zwei Jahre eingesetzt und verdiente umgerechnet 140.000 Euro.

Zwischen den Jahren 2000 und 2005 zur Wahl als Bundeskanzlerin konnte Merkel 400.000 Euro auf ihrem Konto verbuchen.

So sammelte die Angela Merkel bereits einiges an Vermögen in den Jahren ihrer politischen Tätigkeit an.

(vm)

Erika Steinbach: 8. Mai kein „Tag der Befreiung“

„Für alle, die aus dem KZ befreit wurden, war es eine Befreiung. Aber die Hälfte Europas geriet unter Stalin, das war dann keine Befreiung mehr, sondern die wurden geknechtet“, erklärt Erika Steinbach.

Erika Steinbach hat gefordert, den Tag der bedingungslosen Kapitulation durch die Wehrmacht am 8. Mai 1945 nicht länger als „Tag der Befreiung“ zu bezeichnen.

Das könne „man nicht machen“, den Tag so zu nennen, sagte die Vorsitzende der Desiderius-Erasmus-Stiftung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Sie nahm Bezug auf eine Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker im Jahr 1985, in der Weizsäcker von einem „Tag der Befreiung“ gesprochen hatte.

Für alle, die aus dem KZ befreit wurden, war es eine Befreiung. Aber die Hälfte Europas geriet unter Stalin, das war dann keine Befreiung mehr, sondern die wurden geknechtet.“

Die von Steinbach geführte Erasmus-Stiftung soll nach dem Willen des AfD-Bundesvorstandes Ende Juni auf einem Bundesparteitag als parteinahe Stiftung der AfD anerkannt werden. Sie will sich noch 2018 um Bundesmittel für die Stiftung bemühen:

Aber wir werden da keine große Summe beantragen, sondern das, was wir auch verbrauchen können“.

Wird die Erasmus-Stiftung offiziell als parteinahe Stiftung anerkannt, kann die AfD wie die anderen im Bundestag vertretenen Parteien von staatlichen Mitteln profitieren. Weiterhin können private Geldgeber über die Stiftung die Partei unterstützen, ohne als offizielle AfD-Spender aufzutauchen.

FDP: Wieso sollte die Stiftung gefördert werden?

Die Parlamentarischen Geschäftsführer von FDP, Grünen und Linkspartei kündigten bereits Widerstand an.

FDP-Parlamentsgeschäftsführer Marco Buschmann sagte der „FAZ“, er stehe einer „Förderung der Stiftung noch in dieser Legislaturperiode skeptisch gegenüber“. In der Vergangenheit habe der Ersteinzug in den Bundestag nicht als Begründung ausgereicht, um diese Zuwendungen zu beziehen:

Mir erschließt sich nicht, warum die AfD hier eine Sonderbehandlung genießen sollte.“

Für die Grünen sagte Britta Haßelmann der Zeitung, es gebe „keinen Automatismus“ für die AfD, Geld zu erhalten. Auch die parteinahe Stiftung der Grünen habe mehrere Jahre warten müssen. Hier sei nun „Ruhe und eine sachliche Prüfung angesagt und keine Schaumschlägerei und Opferrolle“, sagte Haßelmann.

Linken-Fraktionsgeschäftsführer Jan Korte sagte: „Die jüngeren politischen Stiftungen wurden erst mehrere Jahre nach dem Einzug der jeweiligen Fraktionen in den Bundestag unterstützt.“ Wenn Steinbach „schon in dieser Legislaturperiode Mittel einfordern will, verlangt sie eine Extrawurst“, man werde am „üblichen Verfahren“ festhalten.

Erika Steinbach kündigte in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ an, mit der Stiftung politische Bildungsarbeit „im Sinne der deutschen Leitkultur“ betreiben zu wollen. (dts)

Weitere Artikel:

Ex-CDU-Politikerin Erika Steinbach zur Vorsitzenden der Desiderius-Erasmus-Stiftung gewählt

Die 45 Ziele des Kommunismus zur Errichtung der Weltherrschaft: Schulen, Medien, Kirche, TV, Kunst… kontrollieren – und die UN fördern

Der dunkle Ursprung des Kommunismus: Hass auf die Menschheit, Hass auf die Schöpfung – Ein Spezialeditorial

Wie Angela Merkel mit einer Doppelstrategie das Land nach links rückte

Tag der Deutschen Einheit 2018: Berlin stellt sich auf über eine Million Besucher ein

Das Motto lautet: „Nur mit Euch“ – Zum Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit erwartet Berlin mehr als eine Million Besucher.

Berlin erwartet zum dreitägigen Bürgerfest rund um die diesjährige Einheitsfeier mehr als eine Million Besucher. Die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober stünden ganz im Zeichen einer „lebhaften Demokratie“, teilten die Senatskanzlei und der Veranstalter Kulturprojekte Berlin am Donnerstag mit.

Mit dem Vorsitz im Bundesrat richtet Berlin in diesem Jahr die Einheitsfeier aus.

Zentraler Bestandteil ist das große Bürgerfest vom 1. bis zum 3. Oktober rund um Reichstag und Brandenburger Tor. Es solle nicht nur Rückschau gehalten werden „auf alles, was wir in 28 Jahren deutsche Einheit miteinander erreicht haben“, erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Das Motto „Nur mit Euch“ sei auch eine Botschaft für Gegenwart und Zukunft. „Sie lautet: Fortschritte schafft man nicht im Alleingang“, erklärte Müller. Zusammenarbeit zahle sich aus.

Geplant sind demnach Veranstaltungen „an den historischen Orten der Einheit“. Es soll unter anderem ein mehr als einen Kilometer langes Einheitsband mit über 11.000 deutschen Gemeinde-und Städtenamen gespannt werden – als Symbol der Einheit.

Insgesamt sind hunderte Projekte, Institutionen sowie Unternehmen an dem Bürgerfest beteiligt.

(afp)

Miguel Díaz-Canel – Das neue Gesicht Kubas nach der Ära Castro

Der bisherige Vizepräsident Kubas ist nun Staatschef: Miguel Díaz-Canel. Er versprach nach der Wahl, „die kubanische Revolution fortzuführen“.

Die Zukunft der Revolution liegt nun in seinen Händen: Seit Donnerstag ist Miguel Díaz-Canel neuer Präsident des Inselstaats.

Das Parlament in Havanna wählte den bisherigen Vizepräsidenten zum Nachfolger von Staatschef Raúl Castro. Jahrzehntelang hatten erst Fidel Castro und dann sei Bruder Raúl das höchste Staatsamt bekleidet.

Ein Bruch mit dem Erbe der Castro-Brüder zeichnet sich allerdings nicht ab. Dìaz-Canel versprach nach seiner Wahl, „die kubanische Revolution fortzuführen“. Die kommende Phase werde von der Umsetzung der von Castro eingeleiteten Wirtschaftsreformen geprägt sein, erklärte er weiter.

Díaz-Canel wird gelobt für „ideologische Festigkeit“

Die Errungenschaften der Revolution zu festigen und zugleich die von seinem Mentor eingeleiteten Reformen voranzutreiben wird eine schwierige Aufgabe. Vom scheidenden Staatsoberhaupt bekam Díaz-Canel Vorschusslorbeeren: Sein Wunschnachfolger habe Loyalität und „ideologische Festigkeit“ unter Beweis gestellt, und er sei kein „Emporkömmling“ und auch kein „Lückenbüßer“, sagte der 86-jährige ehemalige Guerillero, langjährige Verteidigungsminister und Armeechef über Díaz-Canel.

Mit dem Amtsantritt als Staatschef wurde Díaz-Canel zugleich Oberkommandierender der Streitkräfte. Als solcher steht er den Generälen vor, die seit der Revolution Teil des kubanischen Militärapparats sind und von denen viele hohe Ämter in der Regierung und der Kommunistischen Partei innehaben.

Eine große Herausforderung für Díaz-Canel, der einzig bei einer Einheit für Flugabwehrraketen zwischen 1982 und 1985 im Zuge seines Wehrdienstes militärische Erfahrungen sammelte. Doch Castro, der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Kubas (PCC) bleibt, wird seinem Zögling vorerst beiseite stehen.

 

Seine persönliche Geschichte

Der Mann mit den grauen Haaren und dem durchdringenden Blick gehört mit seinen 57 Jahren noch zur jüngeren Generation der kommunistischen Elite in Kuba. Die Revolution von 1959 zum Sturz der von den USA unterstützten Batista-Diktatur hat Miguel Díaz-Canel nicht erlebt, er wurde erst ein Jahr später geboren.

Díaz-Canel beendete sein Studium als Elektronikingenieur 1982. Nach dem Militärdienst lehrte er als Professor an der Universität von Santa Clara. Daneben war er für die Jugendorganisation der Kommunistischen Partei tätig. 1994 wurde er zum Ersten Parteisekretär der zentralen Provinz Villa Clara gewählt. Dort erregte er Aufsehen, weil er im Gegensatz zu anderen Funktionären mit dem Fahrrad unterwegs war.

Später wechselte er in die östliche Provinz Holguín. 2003 wurde er mit 43 Jahren Mitglied des Politbüros, des höchsten Gremiums der Partei. 2009 erfolgte auf Vorschlag Raúl Castros seine Ernennung zum Minister für Hochschulbildung.

2012 folgte ein weiterer Karrieresprung: Díaz-Canel wurde er einer von acht Vizepräsidenten im Ministerrat, ein Jahr später dann Mitglied im mächtigen Staatsrat.

Díaz-Canels Anhänger loben seine Bescheidenheit und seine Fähigkeit zuzuhören. Der Jeansträger und bekennende Beatles-Fan setzt sich auch für erweiterte Zugänge zum Internet und kritischere Medien ein.

Doch vergangenes Jahr tauchte das Video eines privaten Treffens mit KP-Mitgliedern auf, in dem Castros Erster Stellvertreter kräftig gegen Regierungskritiker und die USA austeilte.

Interviews und kontroverse Diskussionen meidet Díaz-Canel gewöhnlich. Er hält lieber Reden bei öffentlichen Auftritten. Als feuriger Redner ist er freilich nicht bekannt.

Aus erster Ehe hat Díaz-Canel zwei Kinder. In zweiter Ehe ist er mit Liz Cuesta, einer auf kubanische Kultur spezialisierten Akademikerin, verheiratet.

(afp)

EU-Kommissar: Deutschland nimmt über 10.000 Flüchtlinge auf

Deutschland nimmt mehr als 10.000 Flüchtlinge aus Nordafrika und dem Nahen Osten auf, so EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos.

Deutschland nimmt nach Angaben von EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos mehr als 10.000 Flüchtlinge aus Nordafrika und dem Nahen Osten auf.

Eine entsprechende Zusage der Bundesregierung sei in dieser Woche bei der EU-Kommission eingegangen, sagte Avramopoulos den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Donnerstag. Die Aufnahme erfolgt demnach im Rahmen eines neuen EU-Umsiedlungsprogramms.

Weil aus anderen Mitgliedstaaten bereits die Zusage für die Aufnahme von insgesamt 40.000 Flüchtlingen vorliege, sei das Ziel des „Resettlement-Programms“, in der EU 50.000 Neuansiedlungsplätze zu schaffen, bereits erfüllt und werde wohl sogar übertroffen. Der EU-Kommissar sagt:

Die deutsche Regierung ist erneut zur Stelle, wenn es um internationale Solidarität geht.“

Das Programm sieht vor, besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen einen legalen, direkten und sicheren Weg nach Europa zu öffnen. Bis 2019 sollen mindestens 50.000 Flüchtlinge aus Krisengebieten in die EU gebracht werden.

EU drängt zum Ende der Grenzkontrollen

Avramopoulos drängte die Bundesrepublik unterdessen zu einem baldigen Ende der Grenzkontrollen. Er werde solchen Kontrollen „nicht für immer“ zustimmen, sagte er den Funke-Zeitungen.

„Wir müssen zügig zur normalen Funktionsweise des Schengensystems zurückkehren“, forderte er. „Wenn Schengen kollabiert, ist dies das Ende der EU, wie wir sie kennen“, warnte der EU-Kommissar.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterrichtete die EU-Kommission zuletzt in einem Brief über die Verlängerung der Kontrollen zu Österreich ab Mai um weitere sechs Monate. Er verzichtet aber darauf, die systematischen Kontrollen für Flüge aus Griechenland fortzuführen.

Avramopoulos trifft Seehofer am Donnerstag in Berlin. Er will mit ihm nach der Flughafen-Entscheidung „die nächsten Schritte diskutieren“. (afp)

Maler Neo Rauch wirft Feministen „Talibanisierung“ vor

Neo Rauch kritisiert einen überzogenen Feminismus: „Das ist eine Talibanisierung unserer Lebenswirklichkeit, die einem vorauseilenden Gehorsam entspricht, den ich nur verabscheuen kann“, erklärt er zu dem Beschuss, das Gedicht „Avenidas“ in Berlin entfernen zu lassen.

Der Maler Neo Rauch kritisiert einen in seinen Augen überzogenen Feminismus. Über den Beschluss, das angeblich frauenfeindliche Gedicht „Avenidas“ des Lyrikers Eugen Gomringer von der Fassade einer Berliner Hochschule zu entfernen, sagte Rauch dem „Handelsblatt“: „Grauenvoll! Das ist eine Talibanisierung unserer Lebenswirklichkeit, die einem vorauseilenden Gehorsam entspricht, den ich nur verabscheuen kann.“

Auch den Schriftsteller Uwe Tellkamp nimmt Rauch in Schutz: „Ich fühle mit ihm. Er ist ein lauterer Charakter, sehr geradlinig strukturiert, dem ich nichts Schlechtes zutraue. Er scheint mir eher ein Wiedergänger Stauffenbergs zu sein. Im Unterschied zu den heuchlerischen Sachwaltern seines Verlags.“

Der Suhrkamp-Verlag hatte sich von seinem Autoren Tellkamp distanziert, nachdem der in einer Diskussionsrunde gesagt hat, dass es 95 Prozent der Flüchtlinge um die Einwanderung ins deutsche Sozialsystem gehe.

Die Verfechter von Political Correctness sind wie die Blockwarte der DDR

Die Verfechter von Political Correctness vergleicht Rauch indirekt mit Stützen des DDR-Systems:

Wir haben 1989 die Bagage der Blockwarte, Gesinnungsschnüffler und der Politkommissare zum Teufel gejagt und uns gesagt: `So etwas lassen wir uns nie wieder bieten. Wir lassen uns nie wieder auf Linie bringen.` Und jetzt sind die Blockwarte wieder da in Gestalt ihrer Enkelkinder. Das macht mich so unfassbar zornig.“

Rauch bekennt sich im „Handelsblatt“ öffentlich dazu, ein Konservativer zu sein: „Das ist ja wahrscheinlich die Definition der konservativen Daseinsform, der ich naturgemäß zu entsprechen habe, weil es meiner inneren Struktur entspricht: Das Neue, das Fremde so lange zu verhindern, bis es nicht mehr gefährlich ist. Und die Gefahren sind natürlich evident, die uns umgeben, die auf uns zukommen.“

Zur Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland sagt Rauch: „Empathie darf nicht dazu führen, dass wir unser Handeln von Gesinnungsethik leiten lassen. Die drückt uns in den Gestus des moralisch Hochstehenden hinein, der nicht fragen darf, welche Folgen seine Bereitschaft zu einschränkungsloser Hilfe in zehn oder zwanzig Jahren haben wird.“ (dts)

Offensive im Fernverkehr: Neue ICEs für die Bahn – will Auto und Flugzeug angreifen

„Wir wollen noch stärker als bisher Auto und Flugzeug angreifen“, sagte Konzernchef Richard Lutz. Geplant ist deshalb der Kauf weiterer ICE-Züge für knapp eine Milliarde Euro.

Die Deutsche Bahn will ihre Offensive im Fernverkehr verstärken. „Wir wollen noch stärker als bisher Auto und Flugzeug angreifen“, sagte Konzernchef Richard Lutz dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). Im Frühsommer werde die Bahn dazu ein Konzept präsentieren, kündigte er an.

Geplant ist der Kauf weiterer ICE-Züge für knapp eine Milliarde Euro. Derzeit liefert Siemens die vierte Generation der ICE-Flotte in einem Gesamtwert von sechs Milliarden Euro.

Auf besonders frequentierten Strecken sollen künftig auch längere Züge zum Einsatz kommen „Dann hätten mehr als 900 Fahrgäste in einem solchen Zug Platz“, sagte Lutz weiter.

Die Bahn reagiert damit auch auf die zunehmende Zahl an Zwangsräumungen überfüllter Züge. Dazu kommt es „im Fernverkehr im Durchschnitt ein halbes Dutzend Mal pro Woche“, räumte der Bahnchef ein.

Positiv sieht der Vorstandsvorsitzende des Staatskonzerns die Pläne der Großen Koalition, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. Das im Koalitionsvertrag verankerte Ziel, bis 2030 die Zahl der Fahrgäste zu verdoppeln, hält Lutz zwar für „ausgesprochen sportlich“ aber zugleich für ein „wirklich starkes verkehrspolitisches Signal“.

Allerdings betonte Lutz auch: „Unsere Fernverkehrsoffensive wird Geld kosten.“ Die notwendigen Investitionen werde die Bahn aber nicht allein stemmen können. Dazu „reicht unsere jetzige Finanzkraft jedenfalls nicht aus“. Hier setzt Lutz auf die Hilfe des Bundes.

Er werde sich jedenfalls „nicht darüber beschweren, dass die eine oder andere Offensive im Güter- oder Fernverkehr noch mal die eine oder andere Milliarde Euro kostet“. (dts)

Bericht: Hunderte Jobs bei Opel in Rüsselsheim und Eisenach stehen auf dem Spiel

Im Streit um die Sanierung bei Opel stehen an den Standorten Rüsselsheim und Eisenach möglicherweise mehrere hundert Jobs auf dem Spiel. Das berichtete die „Wirtschaftswoche“ am Donnerstag unter Berufung auf Insider.

Im Streit um die Sanierung bei Opel stehen an den Standorten Rüsselsheim und Eisenach möglicherweise mehrere hundert Jobs auf dem Spiel. Wie die „Wirtschaftswoche“ am Donnerstag unter Berufung auf Insider berichtete, könnte das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim 2020 nur noch Arbeit für bis zu 5.000 Mitarbeiter haben – derzeit sind es 7.700. Im thüringischen Eisenach könnten demnach 2019 nur noch 900 statt derzeit 1.800 Menschen arbeiten.

Der französische Eigentümer PSA und die Gewerkschaft IG Metall ringen derzeit um die Zukunft der Standorte. Am Donnerstag gab es an den drei Produktionsstandorten in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach Betriebsversammlungen, auf denen die Mitarbeiter über den aktuellen Stand der Verhandlungen über das Sanierungskonzept des Autobauers informiert wurden.

Die „Wirtschaftswoche“ berichtete, dabei wurden auch Charts mit unterschiedlichen Szenarien für den kommenden Personalabbau gezeigt. Der geplante Abbau gehe an den Kern der Marke, zitierte das Magazin einen Betriebsratsvertreter.

Die IG Metall wirft PSA mit Blick auf Eisenach „Erpressung“ vor, wie es schon zuvor in Gewerkschaftskreisen geheißen hatte. Das Überleben des Standorts sowie hunderte Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel. Der Autobauer wolle nicht die nötigen Investitionen tätigen, um das Eisenacher Werk rentabel zu halten.

Das Management von Opel hatte vom Betriebsrat gefordert, die Erhöhung im Metall-Tarifvertrag von 4,3 Prozent für dieses Jahr stunden zu dürfen. Das lehnte der Betriebsrat ab. Daraufhin kündigte Opel-Chef Michael Lohscheller in einem Brief an die Mitarbeiter an, den Produktionsstart für ein elektrifizierbares Fahrzeug in Eisenach auf Eis zu legen.

Opel versucht derzeit unter dem Druck von PSA, seine Kosten massiv zu senken. Dazu legte der Konzern im Dezember Programme für Altersteilzeit und Vorruhestand sowie Ende März ein Programm für freiwillige Abfindungen auf.

Außerdem hat Opel die Verträge mit 1.600 Händlern europaweit gekündigt. Auch im Vertrieb will der Konzern weniger ausgeben. Die meisten der knapp 400 deutschen Händler sollen aber einen neuen Vertrag angeboten bekommen. (afp)

EU-Kommission erwartet diesen Sommer Ende des Griechenland-Hilfsprogramms

Es soll keine Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland mehr geben, hieß es aus der EU-Kommission. Die Behörde wolle „auf den guten Fortschritten der vergangenen Monate aufbauen“, um das Programm diesen Sommer erfolgreich zu beenden.

Die EU-Kommission geht nicht von einer Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland aus. Die Behörde konzentriere sich darauf, „auf den guten Fortschritten der vergangenen Monate aufzubauen, um einen erfolgreichen Abschluss des griechischen Programms diesen Sommer sicherzustellen“, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Brüssel.

Die griechische Regierung wies einen Pressebericht über eine mögliche Verlängerung zurück und erklärte, das Programm werde spätestens im August beendet.

Griechenland seit 2010 mehrmal vom Staatsbankrott bedroht

Das mehrfach vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber. 2015 vereinbarte Athen mit den Euro-Partnern ein drittes Hilfspaket über bis zu 86 Milliarden Euro. Es soll am 20. August enden.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte berichtet, Griechenlands Gläubiger prüften, die Laufzeit des Kreditprogramms um einige Monate zu verlängern. Hintergrund sei, dass die Regierung in Athen offenbar erneut mehr Zeit benötige, um noch offene Reformverpflichtungen zu erfüllen.

Zudem müsse der Internationale Währungsfonds (IWF) endgültig entscheiden, ob er sich finanziell noch an dem dritten Griechenland-Programm beteilige, hieß es in dem Bericht weiter. Das hängt vor allem davon ab, wie hoch die von dem Fonds geforderten und den Europäern in Aussicht gestellten Schuldenerleichterungen für Athen ausfallen.

„Die Frage einer Verlängerung des Programms stellt sich nicht“, sagte der griechische Wirtschaftsminister Giannis Dragasakis am Donnerstag im griechischen Rundfunk. „Es endet im August.“ Die Regierung diskutiere sogar über ein früheres Ende bereits im Juli.

EU-Diplomaten bestätigten Angaben der „Süddeutschen Zeitung“, wonach es am Rande der IWF-Frühjahrstagung in Washington Gespräche zu Griechenland geben soll. Ein EU-Vertreter sagte, „alle Aspekte“ des Programms würden dann beim Treffen der Euro-Finanzminister am Freitag kommender Woche in der bulgarischen Hauptstadt Sofia besprochen. Dazu gehöre auch eine mögliche Verlängerung. Diese sei „eine Option“, die von Deutschland und den Niederlanden unterstützt werde.

Das Thema liege bisher weder in der Eurogruppe noch in ihren Vorbereitungsgremien „auf dem Tisch“, sagte dagegen ein Vertreter der Währungsunion.

Ein weiterer Eurozonen-Vertreter sagte, „theoretisch“ sei eine Verlängerung zwar möglich. Dies würde aber „einen Antrag der griechischen Regierung erfordern.“ Athen kann damit nicht zu einer Verlängerung gezwungen werden. (afp)

Flugbegleiter in Abschiebeflügen: „Du fühlst dich als Mittäter“

Abgelehnte Asylbewerber in Abschiebeflügen zu begleiten, ist kein angenehmer Job. Der Flugbegleiter einer Airline, die Abschiebeflüge durchführt, spricht von „Horror“ und Schuldgefühlen.

Es ist nicht gerade der beliebteste Job unter Flugbegleitern. Die Rede ist von Abschiebeflügen, die durch renommierte Airlines durchgeführt und von deren männlichen Crewmitgliedern regelmäßig begleitet werden müssen.

In der Geschichte eines Crewmitglieds, die auf „WELT“ veröffentlicht wurde, ist zu lesen, dass kein Flugbegleiter gern diesen Job übernimmt, trotzdem fänden sich diese Aufgaben regelmäßig in ihren Dienstplänen.

Weibliche Stewardessen seien für den Job nicht geeignet und da es nur etwa 20 Prozent männliche Flugbegleiter gibt, kämen diese öfter in Einsatz. Für die Airlines lohne sich das, heißt es bei WELT, denn sie bekämen für die Abschiebungen Geld vom Bund.  Der Steward bekomme nur sein monatliches Gehalt, egal „ob er Senioren nach Las Palmas oder abgelehnte Asylbewerber in den Kosovo fliegt.“

Weiter erklärt der Bericht, dass es zwei Arten von Abschiebungen gibt: „Bei der einen fliegen die Rückzuführenden gemeinsam mit den begleitenden Polizisten auf normalen Linienflügen mit. In einem solchen Fall können die Flugbegleiter ihren Job weitgehend normal machen, denn es gibt ja noch die vielen anderen Fluggäste, um die sich gekümmert werden muss.“

Der „Horror“

Dann gebe es aber noch die Sammelcharter, die oft nach Afghanistan oder in die Balkanstaaten fliegen würden. Hierfür werde ein komplettes Flugzeug samt Crew gebucht, heißt es, und: Die Sammelcharter seien laut einem Flugbegleiter „der Horror“.

Der Flugbegleiter, auf dessen Aussagen die Geschichte in der WELT beruht, und der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, spricht zudem von „konkreten Anweisungen“, wie mit den Rückzuführenden umgegangen werden muss. Diese dürften weder angefasst oder angesprochen werden. Besteck und heiße Getränke seien tabu. Zudem dürften aus Sicherheitsgründen die Namen der Crewmitglieder nicht erfahrbar sein.

Man fühlt sich als „Mittäter“

Diese „Passivität“ sei es, die für die Flugbegleiter unangenehm sei, heißt es weiter, denn dieses Verhalten sei genau umgekehrt von dem, was normalerweise von ihnen erwartet würde. Dem genannten Flugbegleiter mache das zu schaffen, er fühle sich dabei oft als „Mittäter“, zitiert ihn WELT, also schuldig für das, was da stattfindet. Er würde den Abgeschobenen gerne sagen, dass er keine Schuld an dem System habe, aber er dürfe ja nicht mit ihnen sprechen. Auch die ängstlichen Passagiere dürfe man nicht trösten, obwohl man wüsste, was zu tun sei. Das sei oft hart für die Flugbegleiter.

Laut Nicoley Baublies, Tarifvorstand von der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO), der ebenfalls von WELT zitiert wird, haderten viele Flugbegleiter mit den veränderten Regeln bei Abschiebeflügen. Es sei intern ein großes Thema, weiß dieser. Zudem kritisiert er, dass im Gegensatz zu Polizisten die Flugbegleiter nicht wüssten, worauf sie sich einließen. Schulungen, die auf solche Extremsituationen vorbereiteten, gebe es nicht.

Wie der Flugbegleiter berichtete, habe er bei einer Flugvorbereitung schon einmal die Anweisung bekommen, die Seife aus der Toilette zu entfernen, da beim vorangegangenen Abschiebeflug jemand versucht habe, sie zu trinken. Solch eine Verzweiflung könne man sich kaum vorstellen.

Und dass solche Flüge durchaus Extremsituationen bereithalten können, lässt sich an den Worten des Flugbegleiters erkennen, der sich wünscht, nicht mehr für Abschiebeflüge eingeteilt zu werden. Nach den Abschiebeflügen habe er sich mit Kollegen ausgetauscht, „oder eher ausgekotzt“, sagt er. Es sei ihm wichtig gewesen, nicht alles in sich reinzufressen.

Auch Polizisten wollen kaum Abschiebeflüge begleiten

In einem früheren WELT-Bericht erzählte bereits eine Polizistin von ihren Erfahrungen mit Abschiebeflügen. Mit Polizisten-Ausbildung dürfen auch Frauen diesen Job übernehmen. Trotzdem sind auch hier die Dienste unbeliebt. Sie bedeuten körperliche und psychische Strapazen ohne zusätzliche finanzielle Vergütung.

Sammelabschiebungen könnten demnach auch an einem Personalmangel scheitern. In dem Bericht heißt es: 

Bei einem Sammelflug nach Afghanistan im Januar hatten sich kurz vorher erst 35 Bundespolizisten gemeldet – für die rund 80 Abzuschiebenden viel zu wenig. Der Dienst ist freiwillig, da per Gesetz kein deutscher Polizist zum Dienst im Ausland gezwungen werden kann.“

Dann erzählt die Polizistin über ihre erste Rückführung: „Selbst für erprobte Polizisten sind Rückführungen eine absolute Extremsituation: An Bord haben wir keine Waffen und sind in Zivil unterwegs. Wir sitzen Seite an Seite mit den Rückzuführenden.“

Nicht alle seien Straftäter, bei manchen sei nur der Asylantrag abgelehnt worden. Aber auch die könnten aggressiv werden, erzählt sie.

Das Einzige, was wir für einen solchen Fall haben, sind Klettfesseln, manchmal auch Stahlfesseln, und sogenannte Body-Cuffs, mit denen man die Arme und Beine fixieren kann.“

Da die Menschen oft nichts mehr zu verlieren hätten, würden sie oft rumschreien und um sich schlagen. Damit erhofften sie, dass die ganze Sache abgeblasen wird – und das könne durchaus auch passieren, weiß die Polizistin. Wenn das Leben der Polizisten, der Flugbegleiter oder anderer Passagiere in Gefahr sei, müsse die Aktion abgebrochen werden, sagt sie.

Siehe: Immer mehr abgelehnte Asylbewerber wehren sich: Hunderte Abschiebungen per Flugzeug abgebrochen

Abschiebung von Familien oft „zu krass“

Doch seien es nicht immer nur Schwerverbrecher, die abgeschoben würden. Da begleite man auch Familien, bei denen man nicht verstehe, warum sie abgeschoben würden, da sich bereits gut integriert hätten.  Da seien Mütter, die heftig weinten, weil sie nun ihren Job aufgeben mussten oder auch Töchter, die kurz vor ihrer Abi-Prüfung standen. Das sei der Polizistin oft zu krass, deswegen fliege sie auch nicht mehr mit Familien.

(mcd)

Mehr zum Thema:

So könnte Seehofers Masterplan für Abschiebungen aussehen

Zahl der geduldeten Abschiebepflichtigen in Deutschland stark gestiegen

EU-Kommissar: Deutschland nimmt über 10.000 Flüchtlinge auf

Great-Barrier-Riff ca. 30% geschrumpft – massenhaftes Korallensterben vor Australiens Küste

Die Korallen im Great Barrier Reef vor der Küste Australiens sind im Jahr 2016 einem Bericht zufolge massenhaft abgestorben. Rund 30 Prozent der Korallen in dem Riff seien der Hitzewelle zwischen März und November 2016 zum Opfer gefallen.

Die Korallen im Great Barrier Reef vor der Küste Australiens sind im Jahr 2016 einem Bericht zufolge massenhaft abgestorben.

Rund 30 Prozent der Korallen in dem Riff seien der Hitzewelle zwischen März und November 2016 zum Opfer gefallen, heißt es in einer am Donnerstag in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichten Studie. Die tödliche Korallenbleiche war demnach zwischen 2016 und 2017 so umfangreich wie nie zuvor.

Korallen können nicht ohne Schutz überleben

Ohne drastische Maßnahmen zum Schutz des Riffs würden die Korallen nicht überleben können, sagte einer der Autoren der Studie, Terry Hughes von der australischen James Cook University, der Nachrichtenagentur AFP.

Da sich manche Korallenarten den steigenden Meerestemperaturen besser anpassen könnten als andere, verändere sich das gesamte Ökosystem des Riffs, von dem viele andere Meeresbewohner abhängen.

Die Forscher wollen nun die Priorität auf den Erhalt der noch bestehenden Korallen-Populationen setzen. Dafür müsse die Verschmutzung der Küsten beendet werden. Außerdem forderten sie größere Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel.

Derzeit leben nach Angaben der Wissenschaftler noch eine Milliarde Korallen im Great Barrier Reef. Die Unesco hatte es 1981 zum Weltnaturerbe erklärt.

2.500 Riffe sorgen für ökologisches Gleichgewicht

Das aus 2500 einzelnen Riffen bestehende, riesige Gebiet beherbergt eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt und ist grundlegend für das Funktionieren des Ökosystems der Meere.

Doch seit Jahren schrumpft das Korallenriff in Folge des Klimawandels sowie von Wasserverschmutzung, der Hafenwirtschaft und der Fischerei. (muk/yb/ts)

Gefällt Ihnen dieser Artikel? Dann teilen Sie ihn mit Ihren Freunden und geben Sie uns ein Like auf Facebook! So helfen Sie uns, noch mehr geniale Geschichten aus aller Welt aufzuspüren und mit Ihnen zu teilen.

Haben Sie selbst etwas Geniales erlebt oder ein geniales Thema, Bild oder Video, das wir posten sollen? Dann schicken Sie uns Ihre Geschichte im Messenger.