Starke Refinanzierungsbasis

Ackermann bekräftigt Nein der Deutschen Bank zur Annahme von Hilfe

Epoch Times, Sonntag, 2. November 2008 20:08

Berlin – Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat sein Nein zur Annahme von Staatshilfe bekräftigt. Er sagte dem ZDF am Sonntag: „Wir werden aus heutiger Sicht nicht mitmachen, weil wir ja stark sind.“ Die Deutsche Bank habe sehr früh darauf auf eine gute Kapitalstärke geachtet. Schwachen Banken empfahl er eindringlich, sich unter den Rettungsschirm der Regierung zu begeben. Starke Wettbewerber seien im Interesse der Deutschen Bank.

Gelassenheit empfahl Ackermann in der Auseinandersetzung mit der Bundesregierung, die seine Ablehnung des Rettungspakets als „absolut unverständlich“ und „außerordentlich bedenklich“ kritisiert hatte. „Zurückschreien“ könne er als Banker in einer politischen Auseinandersetzung im Fall von Missverständnissen nicht. Die Deutsche Bank habe sich für die Wirtschaft in hohem Maße engagiert, betonte Ackermann. Er erwähnte die Rettung von EADS unter hohen Verlusten für seine Bank. Zwölf Milliarden Euro habe die Deutsche Bank für die Stützung der Hypo Real Estate zugesagt. „Sonst wäre das Ganze überhaupt nicht geflogen.“

Drei Sorten von Banken

Zur Erläuterung seiner Position sagte er, es gebe drei Sorten von Banken: „Die einen sind die, die wirklich schwach sind und gerettet werden müssen. Die sollten so schnell wie möglich unter den Rettungsschirm.“

Andere, die noch ganz gut dastünden, aber eine im internationalen Vergleich zu niedrige Kapitalquote hätten, sollten sich entweder am Kapitalmarkt bedienen oder auch „vom Risikoschirm profitieren“. Er fuhr fort: „Und dann gibt es die, die stark sind und, ohne sich vom Steuerzahler helfen lassen zu müssen, durchkommen. Die sollten es auch allein versuchen.“

Die Deutsche Bank habe noch vor Jahren eine kleine Kapitalquote von fünf Prozent gehabt. Inzwischen seien es mehr als zehn Prozent: „Wir haben einen Gewinn gemacht in ganz schwierigen Zeiten und wir haben eine sehr, sehr starke Refinanzierungsbasis, dass wir den Rettungsschirm nicht benötigen.“

Stolz auf Gewinn

Deutschland sollte nach den Worten des Schweizers Ackermann stolz darauf sein, eine Bank zu haben, „die in diesen ganz schwierigen Zeiten einen Gewinn erzielt“. Vielen Banken in Europa und den USA hätten das nicht mehr geschafft.

Befürchtungen, durch seine Ablehnung von Hilfe könne eine Art Zweiklassensystem unter den Banken entstehen, wies Ackermann zurück. Die Kapitalausstattung der Banken könne man nachlesen. „Deshalb kann ich die Bundesregierung nur beglückwünschen, dass sie so schnell gehandelt hat. Wir brauchen ein stabiles Finanzsystem. Und diejenigen Banken, die her schwächer dastehen, die sollen so rasch wie möglich gestärkt werden.“ (AP)



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