Ärzte müssen im Winnenden-Prozess nicht aussagen
Ärzte müssen im Winnenden-Prozess nicht aussagen
Foto: ddp/Thomas Lohnes

Ärzte müssen im Winnenden-Prozess nicht aussagen

Epoch Times, Freitag, 23. November 2012 14:19

Stuttgart – Im neuen Prozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden dürfen Ärzte und Therapeuten einer psychiatrischen Klinik in Weinsberg die Aussage verweigern. Den zwei Ärzten und zwei Therapeuten stehe ein Zeugnisverweigerungsrecht zu, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Polachowski am Freitag in Stuttgart. Sie seien nicht von ihrer Schweigepflicht entbunden worden, diese gelte über den Tod von Tim K. hinaus.

Anzeige

Der 17-Jährige, der im März 2009 bei einem Amoklauf 15 Menschen tötete und sich anschließend das Leben nahm, war vor der Tat im Zentrum für Psychiatrie in Weinsberg in Baden-Württemberg in Behandlung. Dabei soll er den Ärzten und Therapeuten von seinen Tötungsfantasien erzählt haben. Die Klinik erstellte nach der Tat einen Abschlussbericht, wonach von dem Jugendlichen keine Eigen- oder Fremdgefährdung ausgehe.

Im ersten Prozess gegen den Vater hatten Mitarbeiter der Einrichtung mit Verweis auf die Schweigepflicht die Aussage verweigert. Auch am Freitag wollten zwei leitende Ärzte keine Angaben machen.

Der Amokläufer hatte die Tat mit einer Waffe seines Vaters begangen, die unverschlossen aufbewahrt wurde. Der Vater war daher zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aber wegen eines Verfahrensfehlers auf.

dapd



Schlagworte

Prozesse, Amoklauf, Winnenden, UEB
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige