Streit um Zukunft des Suhrkamp Verlages
Streit um Zukunft des Suhrkamp Verlages
Foto: dapd/Sebastian Willnow

Barlach lehnt Naumann als Mediator im Streit um Suhrkamp ab

Epoch Times, Dienstag, 18. Dezember 2012 20:20

Frankfurt/Hamburg – Hans Barlach, Minderheitsgesellschafter des Suhrkamp Verlags, hat einem Zeitungsbericht zufolge den ehemaligen Kulturstaatsminister Michael Naumann als Vermittler im Streit um den Verlag abgelehnt. Barlach habe einen entsprechenden Brief an Naumann gerichtet, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwochausgabe) vorab. Das Schreiben liegt der Zeitung laut eigenen Angaben vor.

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Darin heiße es unter anderem: "Mit Ihren einseitigen Krawall-Stellungnahmen in der Öffentlichkeit nehmen Sie offen für die Familienstiftung und die Geschäftsführung der Suhrkamp Verlagsgruppe Stellung. Damit machen Sie sich selbst als Mediator ungeeignet."

Naumann, der auf Vorschlag von Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz in dem Machtkampf um Suhrkamp vermitteln sollte, hatte Barlach kürzlich in einem Interview auf Deutschlandradio Kultur scharf angegriffen. Unter anderem hatte er den Verdacht geäußert, Barlach handele im Auftrag Dritter, für die er den Verlag übernehmen solle. Dies könne ein größerer Konzern oder ein Hedge-Fonds-Manager im Ausland sein.

Unterdessen hat der Autor Peter Handke Barlach mit harschen Worten attackiert. Mit Barlach handele "ein von Grund auf Böser, ein Abgrundböser. Ein Unhold", schrieb Handke in einem vorab veröffentlichten Beitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit", die am Mittwoch erscheint. Barlach streitet mit der Suhrkamp-Geschäftsführerin Ulla Unseld-Berkéwicz, die laut einem von ihm erwirkten Beschluss des Landgerichts Berlin abberufen werden muss. Beide wollen sich gegenseitig aus der Verlagsgesellschaft drängen. Namhafte Autoren wie Peter Sloterdijk, Hans Magnus Enzensberger und Uwe Tellkamp stehen hinter Unseld-Berkéwicz.

Der langjährige Suhrkamp-Autor Handke warf Barlach vor, er habe als Neueinsteiger "von Anfang an keinen guten Willen gezeigt" und sei "voll, prall, aufgeblasen prall des bösen Willens". Zugleich legte er Barlach ein Friedensangebot vor. Dieser solle sich mehr um das literarische Werk seines Großvaters Ernst Barlach bemühen. Für diesen Fall kündigte Handke an, Ernst Barlachs Drama "Der blaue Boll" aus dem Deutschen in andere Sprachen zu übersetzen.

dapd



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