Hinter dem Schornstein eines Kohlekraftwerks fliegt ein Flugzeug über Peking. Der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid hat nach jüngsten Erkenntnissen im vergangenen Jahr um drei Prozent zugenommen. Größster Klimasünder war nach Angaben des Global Carbon Projects (GCP) China, gefolgt von den USA. (AP Photo/Andy Wong, File)
Hinter dem Schornstein eines Kohlekraftwerks fliegt ein Flugzeug über Peking. Der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid hat nach jüngsten Erkenntnissen im vergangenen Jahr um drei Prozent zugenommen. Größster Klimasünder war nach Angaben des Global Carbon Projects (GCP) China, gefolgt von den USA. (AP Photo/Andy Wong, File)

China größter Klimasünder

CO2-Ausstoß nimmt weltweit rasant zu

von Seth Borenstein, Freitag, 26. September 2008 09:25

Washington – Der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid hat nach jüngsten Erkenntnissen im vergangenen Jahr um drei Prozent zugenommen und damit die pessimistischsten Prognosen des Weltklimarats IPCC übertroffen. Die Fähigkeit von Wäldern und Ozeanen, Kohlendioxid zu absorbieren, ist dagegen nach Angaben von Wissenschaftlern geringer als noch im 20. Jahrhundert. Größter Klimasünder war nach Angaben des Global Carbon Projects (GCP) China, gefolgt von den USA.

Während mehrere Industriestaaten, darunter Deutschland, ihren CO2-Ausstoß 2007 drosseln konnten, stieg er in den USA um zwei Prozent. In Dänemark ging er um acht Prozent zurück, in Deutschland und Großbritannien um drei Prozent, in Frankreich und Australien um zwei Prozent. Erhebliche Zuwachsraten in China, Indien und anderen Schwellenländern ließen den Ausstoß des klimaschädlichen Gases aber auf den Rekordwert von 8,47 Milliarden Tonnen steigen.

Von wissenschaftlichen Instituten in den USA, Großbritannien und Australien veröffentlichte Zahlen zeigen, dass die zusätzlichen Emissionen in China mehr als die Hälfte des weltweiten Anstiegs ausmachten. „Die Dinge geschehen sehr, sehr schnell“, sagte Corinne Le Quéré, Professorin für Umweltwissenschaften an der Universität von East Anglia und beim britischen Antarktisdienst. „Es ist beängstigend.“

Die Zahlen beruhen auf Daten des Ölkonzerns BP. In China wurden ß demnach 2007 insgesamt 1,8 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen, 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. „Wir verlagern Arbeitsplätze aus den USA, aber wir verlagern mit ihnen auch Kohlendioxidemissionen“, sagte Gregg Marland, ein ranghoher Wissenschaftler des US-Energieministeriums. China stelle beispielsweise Dünger, Zement und Stahl her, und in diesen Branchen werde sehr viel Energie verbraucht.

Schwellen- und Entwicklungsländer wie China und Indien, die laut dem Klimaabkommen von Kyoto aus dem Jahr 1997 ihren Ausstoß klimaschädlicher Gase nicht senken müssen, sind inzwischen für 53 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Sie überholten die Industriestaaten 2005, wie eine neue Auswertung älterer Zahlen ergab. Indien sei dabei, Russland auf Rang drei abzulösen, erklärte Marland. Die Werte in Indonesien stiegen rasant an.

Die Natur könne die Zunahme von C02 nicht verkraften, erklärte die Wissenschaftlerin Le Quéré. Von 1955 bis 2000 hätten Wälder und Ozeane etwa 57 Prozent des überschüssigen Kohlendioxids aufgenommen, inzwischen seien es nur noch 54 Prozent. Für besorgniserregend halten es die Forscher, dass die Zunahme der weltweiten Emissionen die erst vor zwei Jahren veröffentlichten pessimistischsten Prognosen des IPCC noch übersteigt. Nach diesem Szenario würden die Temperaturen bis zum Jahr 2100 um 2,4 bis 6,3 Grad ansteigen.

http://www.globalcarbonproject.org/carbontrends/index_new.ht (AP)



Schlagworte

Studie, Klima
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