DEFA-Stiftung sammelt Spenden für Digitalisierung alter DDR-Filme
DEFA-Stiftung sammelt Spenden für Digitalisierung alter DDR-Filme
Foto: dapd/Patrick Sinkel

DEFA-Stiftung sammelt Spenden für Digitalisierung alter DDR-Filme

Epoch Times, Dienstag, 11. Dezember 2012 16:15

Rostock/Berlin – Fünf in Mecklenburg-Vorpommern gedrehte Dokumentationen aus der DDR-Zeit sollen durch eine Spendenaktion der DEFA-Stiftung auch in Zukunft auf der Kinoleinwand zu sehen sein. 10.000 Euro sollen zusammenkommen, um die zwischen 1946 und 1991 entstandenen Filme zu digitalisieren, wie die Projektleiterin der Kampagne "Wir retten den Filmschatz des Landes" bei der DEFA-Stiftung, Iris Seidel, am Dienstag in Berlin sagte. Es ist die erste Spendenaktion dieser Art, zu der die Stiftung aufruft.

Insgesamt lagern rund 1.000 DDR-Filme aus Mecklenburg-Vorpommern in dem Archiv der DEFA-Stiftung. "Die ausgewählten Dokumentationen haben einen filmhistorischen Wert, sie waren aber auch alle bei dem Publikum sehr beliebt", sagte Ralf Schenk vom Vorstand der DEFA-Stiftung. Dazu gehöre der 15-minütige Streifen "Min Herzing" über eine Fischersfrau, die ihre Ware mit Herz und Humor in Warnemünde verkauft. Spenden werden aber auch für eine Dokumentation über das 750-jährige Stadtjubiläum Rostocks oder über das Alltagsleben im Bezirk Schwerin gesammelt.

Bis zum 18. Dezember kann gespendet werden

Unterstützt wird die DEFA-Stiftung von der FilmLand M-V gGmbH und der "Schweriner Volkszeitung". Die gemeinsame Kampagne läuft noch bis zum 18. Dezember. Je nach Höhe der Spende wird der Name des Geldgebers im Abspann des Films zu sehen sein und im Booklet eines DVD-Samplers abgedruckt, der nach der Digitalisierung erscheinen soll. Zwei Monate würde die Umwandlung vom analogen ins digitale Filmformat etwa dauern, sagte Projektleiterin Iris Seidel. Sollte die Spendenaktion erfolgreich sein, könnten ähnliche Kampagnen auch in anderen Bundesländern wie etwa Thüringen oder Sachsen starten.

"Ich glaube nicht, dass unser gesamter Filmbestand jemals digitalisiert wird", sagte Ralf Schenk weiter. Etwa 12.000 Spiel-, Trick- und Kurzfilme sowie Dokumentationen und Wochenschauen hat die DEFA-Stiftung gesammelt. Aber vor allem die Klassiker sollten auch in Zukunft in den Kinos gezeigt werden können, meinte Schenk.

In rund zehn Jahren werde aber kaum ein Kino mehr die 35 Milimeter-Filmrollen der DDR-Produktionen abspielen können. Daher unterstütze auch das Bundeskulturministerium die Sicherung des deutschen Filmerbes. Rund 100.000 Euro hat die Stiftung 2012 an Fördergeldern erhalten. "Davon können etwa zehn 90 Minuten lange Spielfilme digitalisiert werden, zum Beispiel 'Die Legende von Paul und Paula' oder 'Die Spur der Steine'", erklärte Schenk.

Die finanzielle Unterstützung des Bundes solle auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Denn sonst könnten die Filme aus der DDR eines Tages für das Publikum verloren sein. "Und wenn wir nicht aufpassen, ist dieses eines Tages auf einmal schneller da, als gedacht", sagte Schenk.

dapd



Schlagworte

Kultur, Film, DDR, DEFA


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