Umweltzerstörung in China lässt BIP schrumpfen.
Umweltzerstörung in China lässt BIP schrumpfen.
Foto: Mark Ralston/AFP/Getty Images

Aufgebläht

Die Wahrheit über das Wirtschaftswachstum in China

von Gao Zitan / The Epochtimes, Mittwoch, 16. Januar 2013 09:30

Wirtschaftsexperten aus dem Westen sprechen voller Ehrfurcht und Neid über das Wirtschaftswachstum in China. Die gängige Schätzung von zehn Prozent Wachstum pro Jahr über drei Jahrzehnte hinweg wird aber auch von Experten in China und im Ausland angefochten.

Einmal sind es die Umweltkosten, die nicht mit eingerechnet werden. Li Yang, Vizepräsident der Chinese Academy of Social Sciences (CASS), sagte, die wirkliche BIP-Wachstumsrate dürfte bei fünf Prozent liegen, rechnet man Umweltschäden mit ein.

Wüstenbildung und Wasserverschmutzung

Untersuchungen der Bank of America untermauern Lis Behauptung. Analysten fanden heraus, dass 2009 irreversible Umweltzerstörungen wie Waldrodungen, Wüstenbildung und Wasserverschmutzung 3,8 Prozent des BIP kosteten. Das offizielle Wachstum für 2009 lag bei 9,2 Prozent. Zieht man die Umweltkosten ab, bleiben noch 5,4 Prozent. Alles in allem beliefen sich die Umweltkosten 2009 auf 1,4 Billionen Yuan (168 Milliarden Euro) und lagen 9,2 Prozent über den Kosten von 2008.

Li glaubt, dass die nominale Wachstumsrate durch verschwenderischen Abbau von Bodenschätzen und durch Umweltverschmutzung zustande kam. Schaut man allein die BIP-Zahlen an, führt das traditionelle Wirtschaftsmodell zur Erschöpfung der Bodenschätze und ernsthafter Umweltzerstörung.

Verschwendung von Bodenschätzen

Die Bank-of-America-Studie stützt Lis Behauptung, dass China hauptsächlich durch den übermäßigen Abbau von Bodenschätzen wächst. 2010 machte Chinas BIP 9,1 Prozent des weltweiten Wirtschaftswachstums aus. Der Ressourcenverbrauch gemessen am Weltgesamtverbrauch war jedoch viel höher, was auf eine schlechte Effizienz hindeutet. Chinas Verbrauch an Kupfer (37,4 Prozent des weltweiten Verbrauchs), Aluminium (39,3 Prozent), Zement (57 Prozent) und Stahl (42 Prozent) überstieg den Anteil Chinas am weltweiten BIP um ein Vielfaches.

Zum ersten Mal berichtete Financial Daily, eine Finanz-Mediengruppe in China, dass es seinen Preis kostet, das BIP zu maximieren. Die Anteile an Schwefeldioxid, chemischem Sauerstoffbedarf (CSB) und Feststoff-Abfällen pro Flächeneinheit ist viel höher in Regionen mit höherem BIP pro Kopf. Sie übersteigen Regionen mit niedrigerem BIP pro Kopf jeweils um das 3,7-fache, 4,1-fache und 2,8-fache. So betrachtet kann das BIP allein nicht als Maß für die Wirtschaftsleistung und den Wohlstand herangezogen werden.

Li Yang sagt, dass die durch Umweltverschmutzung verursachten ökonomischen Verluste seit kurzem rückläufig seien, aber weiter bestehen würden, wenn die Effizienz nicht gesteigert werde. Diese Verluste machten in den 1980er- und 1990er-Jahren fast acht Prozent des BIP zunichte und belaufen sich seit 2005 auf etwa vier Prozent.

Ein weiterer Faktor, den das chinesische Regime durchwegs zu niedrig bewertet in Bezug auf das „reale“ BIP, ist die Inflation. Bei den offiziellen Zahlen für das Wirtschaftswachstum werden Preisänderungen für Produkte nicht eingerechnet, da sie das Gesamtvolumen nicht erhöhen. Und der Ausgleichsfaktor liegt in den Händen des nationalen Büros für Statistik.

Inflation und Korruption

Professor Frank Tian Xie von der University of South Carolina Aiken Business School sagte der Epochtimes: „In den vergangenen 20 Jahren hat China durch eine Inflationsblase ein rasantes Wirtschaftswachstum erreicht. Nach Ausgleich von Inflation und Korruption ist Chinas Wirtschaft nur um fünf bis sechs Prozent gewachsen. Gegenwärtig stagniert die Wirtschaft.“

Der Hongkonger Wirtschaftswissenschaftler und Kommentator Larry Lang sagte in einer Rede in Shenyang 2011, Chinas BIP wäre überbewertet. Nach Abzug von realistischen 6,2 Prozent Inflation von 9,1 Prozent für das Wirtschaftswachstum 2011, beliefe sich das reale Wachstum gerade mal auf 2,9 Prozent. Weitere Anpassungen zur Korrektur der Doppelzählungen würden, so Lang, Chinas BIP von 2011 um zehn Prozent schrumpfen lassen. Auf dieses Ergebnis kamen Lang und sein Team nach eigenen Kalkulationen.

Artikel auf Englisch: The Truth about China's GDP Growth



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