Deutsche Emmy-Gewinner für "Songs of War" - Tristan Chytroschek (l.), Susanne Mertens (r.) und Präsentatorin Prerna Wanvari
Deutsche Emmy-Gewinner für "Songs of War" - Tristan Chytroschek (l.), Susanne Mertens (r.) und Präsentatorin Prerna Wanvari
Foto: © AP 2012 Henny Ray Abrams/AP/dapd

Dokumentation von ZDF und Arte mit Emmy gekrönt

Epoch Times, Dienstag, 20. November 2012 17:05

New York/Berlin – Eine deutsche Fernsehdokumentation ist mit dem International Emmy ausgezeichnet worden. Die Koproduktion "Musik als Waffe" (Songs of War") von ZDF und Arte gewann am Montagabend den renommierten US-Fernsehpreis in der Kategorie Künstlerische Sendung. Die ZDF-Auftragsproduktion "Der Wettlauf zum Südpol", die bei den Dokumentationen nominiert war, zog dagegen den Kürzeren.

Für die 40. Verleihung der International Emmy Awards waren in neun Kategorien 40 Produktionen aus 15 Ländern nominiert. Ausgezeichnet wurden in New York neben dem deutschen Beitrag Produktionen aus Argentinien, Brasilien, Großbritannien, Australien und Frankreich. Britische Fernsehproduktionen waren mit sieben Nominierungen als Favorit ins Rennen gegangen - zwei Mal waren sie erfolgreich. Zum ersten Mal gingen beide Preise für die Schauspielleistungen an einen Darsteller und eine Darstellerin aus derselben Serie: "Television x La Inclusion" aus Argentinien.

Die internationalen Emmys, die an außerhalb der USA realisierte Fernsehproduktionen gehen, werden von der International Academy of Television Arts & Sciences vergeben, der Internationalen Akademie für Fernsehkünste und -wissenschaften.

Die nun preisgekrönte Dokumentation "Musik als Waffe" untersucht den "Zusammenhang von Gewalt, Krieg und Musik". Nach den Worten des ZDF macht sie "in kurzen historischen Exkursen die Geschichte des Einsatzes von Musik zu Kriegszwecken deutlich und führt drastisch vor Augen - und Ohren - wie etwas eigentlich Reines und Schönes in den Händen von Militärstrategen und Folterknechten zu einer furchterregenden psychologischen Waffe werden kann".

Wiederholung der Dokumentation steht noch nicht fest

Der Arte-Koordinator im ZDF, Wolfgang Bergmann, hofft, dass die Dokumentation über Gewalt, Krieg und Musik durch die Verleihung des Emmys auf breite Aufmerksamkeit stößt. Er sagte zudem über den Inhalt: "Musik umgeht die Ratio, sie wirkt unmittelbar auf die Psyche und das macht sie so kraftvoll und wirksam. Diese dunkle Seite der Macht von Musik wird eindrücklich durch die Dokumentation von Tristan Chytroschek beleuchtet."

Der Film wurde im Juli 2011 auf Arte ausgestrahlt. Eine Sprecherin des ZDF sagte der Nachrichtenagentur dapd, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine weitere Ausstrahlung nicht geplant sei - es sei jedoch auch nicht ausgeschlossen, dass "Musik als Waffe" wiederholt werde. Auch müsse zudem rechtlich geklärt werden, ob die Dokumentation als DVD über den ZDF-Programmservice erhältlich sein werde.

Im vergangenen Jahr waren deutsche Produktionen bei den internationalen Emmys leer ausgegangen. Lediglich die Auszeichnung der schwedischen "Millennium"-Reihe nach den Krimis von Stieg Larsson als beste Mini-Serie konnte das ZDF als Koproduzent feiern. Britische Produktionen hatten fünf Preise erhalten.

dapd



Schlagworte

USA, Medien, Fernsehen, Emmy


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