Ein Döner hebt ab

Drohnen mit heißer Ware: Dönercopter

von Heike Soleinsky, Montag, 12. November 2012 23:28

Drei Freiburger planen Drohnen-Einsätze über Freiburg und über weitere Städte. Die Drohnen des Typs "Dönercopter" sollen die Zivilbevölkerung anvisieren. Sicherlich auch Soldaten. Egal wen. Jeder, dem der Magen knurrt und der die Dönercopter-App auf sein Handy geladen hat, kann von den Drohnen per GPS ausfindig gemacht werden. Dort sollen die Dönercopter dann Ihre Ladung abwerfen: Döner-Kebaps.

Das klingt nach einer Schnaps-Idee. Doch so stellen sich drei Freiburger Jungunternehmer den Döner-Lieferservice der Zukunft vor. In einer Flughöhe von 30 Metern und einer Fluggeschwindigkeit von 60 bis 100 Stundenkilometern - unabhängig von Stau, Rush-Hour und roten Ampeln - sollen die unbemannten Flugkörper die Döner in einer Thermobox transportieren und heiß und knusprig anliefern. Fangen sollten die Kunden können, denn es ist  nicht geplant, dass die Drohne auf dem Küchentisch landet. Die Gefahr, dass der Dönercopter geklaut wird, wäre zu groß.

Klappe auf, der Döner fällt

Benedikt Böckenförde, einer der beiden Projektleiter, erklärt, wie die Hungrigen sich künftig die heiße Ware vom Dönercopter liefern lassen können, sobald sie die Dönercopter-App auf ihr Handy installiert haben: "Der Kunde lässt sich lokalisieren. Dann werden ihm Döner-Buden in seiner Nähe angezeigt, davon sucht er sich eine aus und stellt seinen Wunsch-Döner zusammen. Der Döner-Laden bekommt dann eine Nachricht und bringt den Döner zum Startplatz - wir können ja nicht jede Döner-Bude mit einer Drohne ausstatten, darum gibt es Dönercoper-Knotenpunkte. Eine Minute bevor der Dönercopter sein Ziel erreicht hat, bekommt der Kunde eine Push-Nachricht via App. Dann muss der Kunde heraus, der Dönercoper kommt auf drei Meter herunter, die Klappe geht auf und der Döner fällt heraus."

"Der Döner muss fliegen"

Eine Idee, die Fast-Food-Liebhabern schmeckt. Aber die Behörden gaben keine Fluggenehmigung. Vielleicht ist es ganz gut so. Denn würden alle Lieferservices - von diversen Restaurants, über Apotheken und vom Fahrrad auf Drohnen umgesattelten Stadtkurieren - den Luftraum über den Städten erobern, würde die Menschen, die nichts bestellt haben, sich vermutlich nicht mehr aus dem Haus trauen - jedenfalls nicht mehr ohne Helm.

Die Gründer von Dönercopter sehen das anders: "Der Döner muss fliegen!" ist ihr Leitspruch. Noch verdienen die Unternehmensgründer von Dönercopter in einem anderen Haupterwerb ihre Brötchen mit Fleischfüllung. Nachts tüfteln sie in einer Garage am Dönercopter. "Und er wird fliegen ... entgegen vieler Mutmaßungen von Pessimisten und Vegetariern!", verspricht das Dönercopter-Team auf Facebook ihren Fans. Über Facebook wird die Welt seit der Unternehmensgründung vor einem halben Jahr über so ziemlich jeden der Schritte zur Verwirklichung des Projekts Dönercopter auf den Laufenden gehalten. Zu den Meldungen auf Facebook findet man auch hier und da ein Zitat gestreut, das offenbar die Stimmung im Jungunternehmen wiedergibt. Etwa: "Lasse dir nicht von jemanden, der seine Träume aufgab, deine eigenen Träume ausreden."

Überlegen, warum man es schaffen kann

Derzeit knapp 3.000 Facebook-Follower finden das Projekt Dönercopter gut und die Medien stehen Schlange. Nach Feierabend und in der Mittagspause beantwortet Böckenförde die Anfragen und gibt Interviews. "Die Medienresonanz und die Begeisterung der Menschen ist natürlich sehr befriedigend für uns, weil wir am Anfang von vielen Pessimisten nur für Spinner gehalten wurden. Jetzt sehen sie, dass wir ernsthaft daran arbeiten", sagt Böckenförde, der die Dönercopter-Idee entwickelt hat, und fügt hinzu: "Ich habe mir vor dem Projekt nicht überlegt, an was es alles scheitern könnte, sondern warum wir es schaffen können. Dann habe ich mir das Team zusammengesucht."

"Ich habe mir vor dem Projekt nicht überlegt, an was es alles scheitern könnte,

sondern warum wir es schaffen können."

Nur wegen einer fehlenden Fluggenehmigung ist das Projekt Dönercopter nicht vom Tisch. "Das war uns ja von Anfang an klar, dass das so nicht gleich funktioniert. Wir haben uns gedacht, wir machen trotzdem weiter. Und wir freuen uns darüber, dass das Projekt jetzt eine Dimension angenommen hat, dass es technisch so umsetzbar ist, wie wir uns das vorstellen. - Die Fluggenehmigung im Moment zwar noch nicht. Das Regierungspräsidium hat uns aber zumindest schon mal in Aussicht gestellt, dass wir auf Veranstaltungen fliegen dürfen", sagt Böckenförde.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mit Bruchlandungen zum Etappen-Erfolg


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