Breno Vinícius Rodrigues Borges, genannt Breno. Fußballprofi aus Brasilien.
Breno Vinícius Rodrigues Borges, genannt Breno. Fußballprofi aus Brasilien.
Foto: Johannes Simon/Bongarts/Getty Images

Ein Brasilianer in München

Fußball-Profi Breno rechtskräftig zu Gefängnis verurteilt

von Detlef Vetten / Gastautor, Donnerstag, 31. Januar 2013 15:00

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das Urteil gegen Fußball-Profi Breno offiziell bestätigt und ebenfalls die Revision des ehemaligen Spielers von Bayern München abgelehnt. Der Brasilianer ist damit rechtskräftig wegen schwerer Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Breno bleibt in Haft

Der Anwalt versucht sich in verhaltenem Optimismus. Er sagt, seinem Mandanten gehe es den Umständen entsprechend gut. Steffen Ufer ist der Münchner Star-Jurist, und er vertritt Breno Vinícius Rodrigues Borges, genannt Breno, einen ehemaligen Star unter den Fußballprofis. Doch gegen den jungen Brasilianer ist am Dienstag ein hartes Urteil gesprochen worden:

Breno bleibt in Haft. Das Landgericht München I hat den 23-jährigen Fußball-Profi wegen schwerer Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Damit hat sich die Hoffnung des früheren Verteidigers des FC Bayern München, auf freien Fuß zu kommen, zerschlagen. Breno hatte in der Nacht zum 20. September 2011 das Einfamilienhaus in Münchner Nobel-Vorort Grünwald angezündet, das er mit seiner Familie bewohnte. Zur Tatzeit war er betrunken. Das Gebäude musste abgerissen werden. Schaden: 900.000 Euro. Das Gericht kam zum Schluss, dass der Angeklagte aufgrund familiärer und gesundheitlicher Probleme und wegen der Alkoholisierung „vermindert steuerungsfähig“ war.

Die Geschichte des begnadeten Innenverteidigers Breno ist auch die Biographie eines Menschen, der in eine Welt der Sehnsüchte und Verlockungen hinein gewachsen ist. Breno war das Hätschelkind der Gesellschaft der Verwöhnten und Abgehobenen. Doch während die meisten Anderen es sich in dieser Scheinwelt angenehm einrichten, kam Fußballstar Breno zu Fall.

Rückblende, es ist der 19. September 2011. Breno, Innenverteidiger des FC Bayern München, muss nach langer Verletzungspause erfahren, dass es auf absehbare Zeit nichts wird mit einem Comeback. Er wird sich wieder operieren lassen müssen, wieder lange Zeit seinem Beruf nicht nachgehen können, wieder mit einem Minimalgehalt von knapp 6.000 Euro auskommen müssen. Die Kollegen werden ohne ihn auflaufen und die Zeit wird ihm wegrennen.

Breno fährt nach Hause zu seinem Haus in Grünwald. Dort gibt es Krach mit seiner Frau und einem Freund der Familie. Die Beiden verlassen das Anwesen. Breno, allein hinter den Hecken in diesem großen Haus mit Kamin und Satellitenschüsseln und den vielen leeren Zimmern, trinkt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie konnte das passieren?

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