Gärtnern mit Herz und Sinn

Garten für Garten die Erde retten

von Heike Soleinsky, Mittwoch, 20. März 2013 12:00

 

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Kann man Garten für Garten die Erde retten? Das bejaht die Journalistin und Gärtnerin Jane Powers. In ihrem neuen Buch „Living Garden - Gärtnern im Einklang mit der Natur" schreibt sie: „Auch wenn Gärten nur Schnipsel und Fetzchen in diesem gewaltigen Flickenteppich Erde sind, so können sie sich doch in bestimmten Gebieten, wie etwa Großstädten, zu einem ansehnlichen, bedeutsamen Ganzen zusammenschließen." In London würden die Gärten immerhin 24 Prozent der Stadtfläche ausmachen. Wenn die Gärten in städtischen Regionen im Einklang mit der Natur eingerichtet und genutzt werden, könnten sie sich „als lebende, atmende Decke über den Planeten breiten." Gerade in Städten, wo Straßenbelag und Gebäude die Sonnenwärme speichern, wirke jeder Garten wie eine Klimaanlage. Jeder Garten ist eine natürliche Auffangfläche für Regenwasser und das Laub im Garten hält Feinstaub fest, das mit dem Regen abgewaschen wird.

Lebensräume gegen Artensterben

In Anbetracht des Artensterbens im eigenen Land kommt es laut Powers um so mehr darauf an, im eigenen Garten zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen: „Selbst noch so kleine Einzelflächen im Bereich unserer Wohnhäuser können, je nach Umgebung, als Schutzinseln oder grüne Brücken für Wildtiere dienen."

Jeder Garten ist anders

Mit der Natur und Umwelt im Einklang zu gärtnern, verlangt laut Powers keine Opfer. Aber unser Traum von einem Garten sollte der Realität angepasst sein, an Klima, Boden und Licht. Zwar brauche jeder Garten Zeit und Pflege, doch „liegen Welten zwischen einem gesunden, sich lebendig an seine Umgebung anpassenden Garten" und einem, wo die unpassende Bepflanzung ständig vor Krankheiten, Schädlingen und anderen Widrigkeiten geschützt werden muss.

Wer also einen trockenen Garten, vielleicht noch in Küstennähe hat, sollte Pflanzen wählen, die Wind und Trockenheit vertragen und nicht viel Feuchtigkeit brauchen. Powers gibt Empfehlungen, welche Pflanzen in welcher Umgebung am besten gedeihen, oder auch, welche Pflanzen andere Pflanzen schützen können.

Grundlegend: der Boden

„Der Boden in einem Stadtgarten kann eine armselige Angelegenheit sein", schreibt Powers. Detailliert beschreibt sie in einem eigenen Kapitel die Bodenarten, auf die man in seinem Garten stoßen kann. Damit die Verwirklichung der Gartenträume nicht auf Sand gebaut ist, braucht es guten Boden. Klar, dass ein weiteres Kapitel dem Kompost gilt.

Vielfalt im Garten braucht kein Gift

Eine Blumenwiese ist hübscher als ein Rasen und zwischen die Spuren des Autoabstellplatzes passt noch bunter aber niedriger Bewuchs. Mit einer Vielfalt an (in unserem Garten gut gedeihenden) Pflanzenarten und für Tiere lebensfrohen Lebensräumen wie Teiche, Holzstapel und Nistkästen würde sich das kleine Ökosystem Garten bald so einpendeln, dass auf Pestizide verzichtet werden kann, schreibt Powers. Das Gleichgewicht im Garten ergibt sich „mit Tieren, die vom oberen Ende der Nahrungskette den Bestand der darunter rangierenden kontrollieren".

Tipps wie Blumen, die Schnecken nicht schmecken

Sie gibt Tipps, Tipps, Tipps: Von der Materialbeschaffung aus der Region über Gemüsepflanzen, die sich gegenseitig Schädlinge vom köstlichen Leib halten. Von Pflanzen, die im Winter im Garten blühen, bis zu den Arbeiten im Garten zu jeder Jahreszeit.

Foto: Jane Powers / Verlag Freies Geistesleben

Erfüllende Sinnhaftigkeit

Living Garden liest sich nicht wie eine strenge Anleitung zum Erhalt des grünen Heiligenscheins. Es geht zwar durchweg um achtsames Gärtnern. Doch es geht dabei stets um die Freude, die man in einem naturnah lebendigen Garten hat. Das selten gebrauchte Wort „Verantwortung" klingt in ihren Sätzen nicht wie Last, sondern wie erfüllende Sinnhaftigkeit. Powers Lust und Liebe zum achtsamen Gärtnern steckt an.

Info:

Jane Powers: Living Garden - Gärtnern im Einklang mit der Natur

Gebundene Ausgabe, 256 Seiten, Preis: 24,90 Euro

Verlag: Freies Geistesleben, 1. Auflage: 1 (März 2013)

ISBN: 978-3772526503

 



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