Ein Blick auf den Scharmützelsee.
Ein Blick auf den Scharmützelsee.
Foto: Andreas Burkert

Bad Saarow in Brandenburg

Golf, Ruhe und Wellness am Scharmützelsee

von Andreas Burkert / Gastautor, Samstag, 19. Januar 2013 10:50

 

An trüben Wintertagen kommt man schon leicht ins Träumen von Wärme, Wellness und Natur – möglichst in erreichbarer Nähe – Bad Saarow am Scharmützelsee in Brandenburg, könnte diese Wünsche zumindest für die Berliner und ihre Gäste erfüllen.

Als Theodor Fontane die „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ schrieb, nannte er den Scharmützelsee das Märkische Meer. Dichterische Ansicht über den zweitgrößten natürlichen See in Brandenburg. Heute ist die Gegend Naherholungsgebiet für Berliner und Tummelplatz für die besten Golfer im Land.

An Tagen, an denen dem Berliner seine Stadt zu hektisch ist, zu laut und noch staubiger als sonst. An solchen Tagen packt er seine sieben Sachen samt Badehose und fährt in knapp einer Stunde an den Scharmützelsee nach Brandenburg. Das war schon immer so – zumindest seit es die Berliner Kaufmannschaft im Jahr 1904 beschlossen hat, die kleine Gemeinde Bad Saroow zu erschließen und dort ein Naherholungsgebiet zu planen. Den Künstlern, die sich dort niederließen, folgten andere Künstler, Schauspieler und Kaufleute. Später fanden Politiker es schick, sich inmitten der Kulturschaffenden und bewaldeten Landschaft niederzulassen.

Wer heute den Scharmützelsee umwandert, erkennt an den Fassaden alter Villen noch immer den Reichtum vergangener Tage. Auch wenn der Ort in seiner kurzen Geschichte vieles erleben musste: Als Lazarettstandort bot er Angehörigen der russischen Armee Erholung, später genossen führende Parteikader nach alkoholisierten Empfängen die gute Luft. Man wusste schon immer genau, warum sich die Fahrt ins brandenburgische Hinterland lohnt. Dass nach der Entdeckung heilkräftiger Moore das erste Sanatorium und dann eine Seebadeanstalt eröffnet wurden und damit einen Run auf das Märkische Meer, wie es Fontane nannte, auslöste, war nur die logische Konsequenz. Gekrönt wurde dies noch durch den Ehrentitel „Bad“, der dem Ort 1922 verliehen wurde.

Mit dem eigenen Boot zum Hotelanleger

In Bad Saroow wie auch in den kleinen Ortschaften, die sich mal nah, mal näher am See finden, haben sich im Laufe der Zeit nach der Wende zahlreiche kleine Pensionen angesiedelt. Der See ist damit ein noch beliebteres Ausflugsziel geworden – und das gilt auch für Anhänger gepflegter Umgangsformen. So genießt etwa das Westufer mit dem A-Rosa Sport & Spa Resort Scharmützelsee internationale Beachtung. Es ist neben dem Esplanade Resort & Spa nämlich das erste Haus am See. Und es ist der Ausgangspunkt einer Reise, die für Golfer ebenso aufregend ist wie für Wassersportler.

Immerhin kann das Hotel auch mit dem eigenen Boot angelaufen werden – beispielsweise von Berlin aus über die Havel. Ein eigener Bootssteg wurde dazu mehrere Meter in den See hinein gebaut. Im kleinen Hafen, der beiderseits des Stegs angelegt wurde, darf man selbst für längere Zeit vor Anker gehen. Wer es nach dem Vertäuen des Bootes nicht gleich ins Hotel schafft, kann sich zunächst im hoteleigenen Seerestaurant stärken. Das Fine Dining Restaurant Villa am See ist übrigens mit 15 Punkten im Gault Millau Führer 2013 gelistet. Es liegt direkt am Anleger und hat eine große Terrasse, von der sich das Treiben beim An- und Auslaufen bei einer Tasse Tee in aller Ruhe beobachten lässt.

Golfen: Vom Rabbit bis zum Birdieprofi

Bis zum Hotel sind es dann nur noch wenige Meter. Nur den schmalen Weg entlang, die Steigung hoch und am Pool vorbei. Wer den Weg rechts einschlägt, gelangt nach wenigen Schritten zum hoteleigenen Strand. Einsam, abseits und inmitten hoher Kiefern gelegen lässt es sich dort lange aushalten. Es sei denn, der Strand wird von mehr als 20 Gästen heimgesucht. Dann nämlich ist er fast überlaufen. Aber Entspannung und Ruhe und einen Blick auf den See bietet fast jedes der 224 Zimmer und Suiten. Und weil die Kempinski-Gruppe das Haus erst vor Kurzem übernommen und im modernen brandenburgischen Stil renoviert hat, fällt einem auch während eines verregneten Nachmittags die Decke nicht auf den Kopf.

Es gibt nämlich noch die Möglichkeit, den sehr großzügig gestalteten SPA-Bereich zu nutzen. Auf mehr als 4.000 Quadratmetern zwischen Saunen, Pool und Ayurveda-Anwendung bleibt man relativ ungestört. Wer mehr Bewegung benötigt, kann entweder im Fitnessstudio Gewichte heben oder auf einen der drei 18-Loch-Golfplätze oder dem 9-Loch-Golfplatz den Schläger schwingen. Ein Muss für jeden Golfspieler. Denn dank der von den Stargolfplatzdesignern Nick Faldo, Arnold Palmer und Stan Eby geschaffenen Plätzen ist das Haus soeben zum besten Golfhotel Europas gekürt worden – das vierte Mal in Folge.

Auch wenn die Berliner mit dem Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee bereits seit 1895 ausgiebig Golfen können, die resorteigenen Plätze werden heute auch international bespielt. So fand im Frühjahr vergangenen Jahres mit den Ladies Open erstmals das Tennis-Weltranglistenturnier für Damen in den neuen Bundesländern statt. Wenn der Berliner also an den ersten Frühlingstagen wieder an den Scharmützelsee fährt, dann wird er auch immer einen Golfschläger im Gepäck haben. Weitere Informationen zu den Golfplätzen finden Sie hier!

Anreise – mit der Bahn, dem Auto oder dem Boot:

Mit dem Auto über Fürstenwalde beziehungsweise Storkow und Reichenwalde. Mit der Bahn über Berlin und Fürstenwalde bis Bad Saarow. Auch mit dem Boot ist eine Anreise möglich.

Unterkunft : A-Rosa Sport & Spa Resort, Tel. 033631/6 26 82, DZ ab 116 Euro, resort.a-rosa.de

Auskunft : Tourismusverein Scharmützelsee, Tel. 033679/64840, www.scharmuetzelsee.de

Mit freundlicher Genehmigung von www.drive-and-style.de/



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