Das fünfte Jahr mit realem Minus bei den Renten. (AP Photo/Keystone, Gaetan Bally)
Das fünfte Jahr mit realem Minus bei den Renten. (AP Photo/Keystone, Gaetan Bally)

Reales Minus

Inflation schmälert Renten im fünften Jahr in Folge

Epoch Times, Dienstag, 20. Januar 2009 14:31

Frankfurt/Main – Die Bezüge der 20 Millionen Rentner in Deutschland sind 2008 wegen der Inflation zum fünften Mal in Folge real gesunken. Die Einkünfte aus der gesetzlichen Rentenversicherung sanken unter Einrechnung der Preissteigerung um 1,8 Prozent, wie das Forschungszentrum Generationenverträge, FZG, an der Universität Freiburg der Nachrichtenagentur AP mitteilte.

Dies sei das fünfte Jahr mit einem realen Minus in Folge, sagte FZG-Wissenschaftler Olaf Weddige und bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung.

Die Rentenerhöhungen um 0,6 Prozent im Juli 2007 und um 1,1 Prozent im Juli 2008 hätten die Inflation von 2,6 Prozent im vergangenen Jahr nicht ausgleichen können. Deswegen hätten die Rentner real Einkommensverluste hinnehmen müssen. Das vergangene Jahr war Weddige zufolge das fünfte in Folge, in denen sie unter dem Strich weniger im Geldbeutel hatten. „Selbst nach der außerplanmäßigen Rentenerhöhung im Juli 2008 blieb real ein Minus“, sagte der Wissenschaftler.

2009 größere Erhöhung möglich

Immerhin können die Rentner in diesem Jahr auf eine größere Rentenerhöhung hoffen: Die Bruttolöhne, an denen sich die Renten orientierten, hätten sich von 2007 auf 2008 gut entwickelt, sagte Weddige. Daher halte er eine nominale Steigerung, also ohne Einrechnung der Preise, um knapp drei Prozent für möglich. Was die Inflation davon übrig lasse, sei allerdings schwer abzusehen.

Die Kaufkraft der Rentner sank von 2004 bis 2008 um insgesamt 8,5 Prozent, wie die „Bild“ unter Berufung auf frühere Berechnungen des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG) in Bonn berichtete. Grund seien Nullrunden beziehungsweise geringe Rentensteigerungen bei gleichzeitiger Inflation. (AP)

 



Schlagworte

Inflation, Rente, Deutschland
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